Angela Merkel hat eine arbeitsreiche Woche vor sich. Am Montag ist sie in Paris bei den Feiern zum französischen Nationalfeiertag, am Dienstag empfängt sie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, am Mittwoch reist sie nach Algerien. Bei Weitem am unangenehmsten dürfte allerdings der Freitag werden. Dann nämlich muss die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende beim Parteitag der Schwesterpartei CSU in Nürnberg auftreten. Und wie sie da empfangen wird, ist bisher alles andere als gewiss.

Seit Wochen wird der Ton, den die beiden Parteioberen, Ministerpräsident Günter Beckstein und CSU-Chef Erwin Huber, anschlagen, wenn sie über die Kanzlerin sprechen, immer schärfer. Beckstein wirft Merkel öffentlich mangelnde Bürgernähe vor und kündigt an, die CSU werde sich ihr "nicht unterwerfen".

Huber, der über derlei Attacken gegen die auch in Bayern beliebte CDU-Chefin zunächst nicht glücklich gewesen sein soll, hört sich mittlerweile kaum anders an. Ohne eine starke CSU wäre Merkel 2005 nicht Kanzlerin geworden, ließ er sich am Wochenende vernehmen. Und setzte eine unverhohlene Drohung hinterher: 2009 werde dies nicht anders sein.

Auch bei der Vorstandssitzung am Montag blieb das CSU-Führungsduo – die Landtagswahl in Bayern im September fest im Blick – auf Konfrontationskurs. Natürlich halte man an der Forderung nach der Wiedereinführung der Pendlerpauschale fest, erklärten die beiden unisono.

Doch was als Stärke daherkommt, könnte sich bald als Schwäche erweisen. Denn bislang gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass Merkel bereit wäre, in dem unionsinternen Streit einzulenken. Auch gegen die immer massiver werdenden Forderungen aus der eigenen Partei nach Steuererleichterungen für die Bürger hat sie sich bisher immun gezeigt. Bei der Pendlerpauschale warte man die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ab. Im Übrigen werde die CDU Anfang des kommenden Jahres ein eigenes Steuerkonzept vorstellen, heißt es monoton aus dem Kanzleramt.

Zwar wird auch aus der CDU in regelmäßigen Abständen das Gerücht kolportiert, die Kanzlerin habe sich nun doch zu einem Signal an die Wähler – sprich: umfassendere Erleichterungen als die bisher angekündigte Senkung der Sozialbeiträge und die Erhöhung des Kindergelds und -freibetrags – durchgerungen. Doch das Dementi folgt jedes Mal postwendend.