"Die Bankenkrise in den USA ist längst nicht ausgestanden." In einem Satz fasste ein Händler am deutschen Aktienmarkt die Unruhe zusammen, die die Börsen weltweit im Griff hält. Der Dax beendete den Handelstag mit einem Verlust von 1,9 Prozent bei 6081 Punkten Zwischenzeitlich hatte er so niedrig notiert wie seit Oktober 2006 nicht mehr.

Seit Jahresanfang hat der Leitindex rund 25 Prozent verloren. "Es gibt keine Panik bei den Anlegern, aber wir sehen einen geordneten Rückzug", kommentierte Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba das Börsengeschehen. Da Stabilisierungstendenzen insbesondere aus den USA fehlten, sei eine Erholung nicht in Sicht.

Die US-Börsen, die am Vortag schon abgesackt waren, verzeichneten am Dienstag zunächst erneut Verluste, erst am Nachmittag (Ortszeit) dreht der Dow leicht ins Plus und schwankte dann um den Stand des Vortages. Die Anleger der Alten und Neuen Welt eint die Sorge um die Verfassung der Banken in den Vereinigten Staaten. Zusätzliche Skepsis lösten Äußerungen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke aus. Bernanke sieht den gesamten Finanzsektor weiterhin unter immensem Druck. Die US-Wirtschaft sehe sich nach wie vor einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten gegenüber, sagte er.

Einzig der Euro profitierte von der Unsicherheit: Er markierte mit 1,6038 Dollar am Vormittag ein neues Allzeithoch.

Trotz der Regierungshilfen für die wegen der Kreditkrise schwer angeschlagenen, halbstaatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac befürchteten Anleger ein Ausweiten der Kreditkrise sowie erhöhte Risiken für die US-Wirtschaft und das Finanzsystem weltweit. Fannie-Mae-Aktien verloren in den ersten Handelsminuten 18 Prozent, Freddie-Mac-Papiere verbilligten sich um 23 Prozent.