Rechtsextrem Verzweifelte Sinnsuche in der UraniaSeite 2/2
Es ist die Rhetorik des "Die-da-draußen" und "Wir-hier-unter-uns", die sich durch die Tagung zieht wie ein roter Faden. Daher konzentriert sich einer der Leiter des "Instituts für Staatspolitik", Götz Kubitschek, auf den ganz aktiven Widerstand, der in der so genannten "konservativ-subversiven Aktion" gipfeln soll. Diese klingt wie ein Selbstheilungsprogramm. "Die Provokation lässt mich mein Ich spüren", sagt Kubitschek ins Publikum. So ist er zum Beispiel vor zwei Monaten mit einem Megaphon in die Berliner Humboldt-Universität gelaufen und hat mit einigen Mitstreitern einen Hörsaal gestürmt, wo ein 68er-Kongreß stattfand. Das tat gut.
Im Institut, das eng mit der Zeitung "Junge Freiheit" verbunden ist, trat auch schon einmal Martin Hohmann als Referent auf. Es ist vor acht Jahren vom Historiker Karlheinz Weißmann gegründet worden, für "außerparteiliche" Bewusstseinsarbeit. In der Urania wirkt es wie irgendetwas zwischen Esoterik-Seminar und Selbsthilfegruppe. Ein Teilnehmer fasst es am Ende enttäuscht zusammen: "Ich wüsste nicht, was ich mit nach Hause nehmen soll." Eine politische Zielrichtung der deutschen neu-rechten Denker war nicht erkennbar.
Vielleicht ist es also gar nicht so schlimm, dass Medienvertreter bei solchen Veranstaltungen unerwünscht sind. Die wollte sich Organisator Kubitschek nämlich vom Hals halten. Vorab hat er sie per E-Mail in die Irre geführt, mit einer falschen Adressangabe: "Ich habe Ihre Anfrage für eine Teilnahme als Journalistin an unserem 16. Berliner Kolleg erhalten. Ich akkreditiere Sie hiermit und bitte Sie, um 10.00 Uhr in die Katholische Akademie, Hannoversche Straße (Ecke Friedrichstraße) zu kommen." Die Urania ist in einem anderen Stadtteil.
- Datum 13.07.2008 - 13:11 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT online, Netz-gegen-Nazis
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




