Bundesliga Geld schießt doch Tore

Drei Wochen vor dem Liga-Start werden Hoffenheim und FC Bayern zu neuen Vorbildern. Denn die Entwicklung der Vereine zu Unternehmen wird weitergehen, sagt der Ökonom Tobias Kollmann

Nicht umsonst Rekordmeister: Bayern München erfüllt alle Kriterien für erfolgreichen Fußball.

Nicht umsonst Rekordmeister: Bayern München erfüllt alle Kriterien für erfolgreichen Fußball.

Professor Tobias Kollmann verbrachte in seiner Kindheit viel Zeit hinter dem Tor des 1. FC Köln, da sein Vater Pressefotograf war und ihn mit zu den Spielen nahm. Heute lehrt der Fußballfan BWL und Wirtschaftsinformatik der Universität Duisburg-Essen. Er forscht unter anderem zu Geschäftsmodellen im Internet. Zuletzt prüfte er die Attraktivität von Fußballvereinen für Investoren und entwickelte verschiedene Fondsmodelle, die den Einstieg von Unternehmen oder Privatpersonen in einen Verein ermöglichen.


ZEIT ONLINE: Herr Kollmann, Sie sagen, „Geld schießt keine Tore, aber es bereitet sie vor“. Warum soll das so sein?

Tobias Kollmann: Die Wahrheit liegt nicht mehr nur auf dem Platz, sondern zunehmend auch in der Bilanz. Dafür gibt es drei Indizien: Geld schießt doch Tore und damit Bayern München zum Titel; Hoffenheim schafft es mit einem Investor in die 1. Bundesliga und finanzschwache Traditionsvereine spielen nicht automatisch in den höheren Spielklassen.

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ZEIT ONLINE: Was machen die Bayern anders oder besser als die Konkurrenz?

Kollmann: Der perfekte Fußballklub setzt sich aus den internen Faktoren Team, Konzept, Kapital und den externen Faktoren Fanbasis, Heimatstadt und Marke zusammen. Diese Kriterien sind bei den Bayern alle gleichermaßen sehr gut erfüllt. Insbesondere durch das vorhandene Kapital konnte man in der vergangenen Saison wertvolle Spieler kaufen, die dann den Verein zumindest auf nationaler Ebene nach vorne schießen konnten.

ZEIT ONLINE: Was bedeuten denn ihre internen und externe Faktoren genau?

Kollmann: Die internen Faktoren betreffen zunächst die vorhandenen spielerischen Fähigkeiten der Mannschaft und die sportlichen und wirtschaftlichen Kompetenzen im Vereinsmanagement. Diese werden ergänzt durch ein sportliches und wirtschaftliches Konzept zur Erschließung der Potenziale und zur Weiterentwicklung in der Zukunft. Die Kapitalbasis ermöglicht es dem Verein, in diese Zukunft zu investieren. Die externen Faktoren sind das Umfeld, in dem sich der Verein bewegt. Wie viele Fans sind vorhanden oder erschließbar? Wie attraktiv sind die Heimatstadt mit Infrastruktur und Stadion, die ansässigen Unternehmen und das Einzugsgebiet? Welche Bekanntheit hat der Verein regional und überregional? Konnten die sportlichen Erfolge zusätzlich einen Markenwert erschaffen?

ZEIT ONLINE: Also jene Faktoren, auf die ein Investor achtet, bevor er Geld ausgibt. Bei welchen Vereinen sieht es denn gut aus?

Professor Tobias Kollmann

Professor Tobias Kollmann

Kollmann: Nach unseren Studienergebnissen stehen die Vereine Hamburger SV, Hertha BSC Berlin, Eintracht Frankfurt, 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, 1860 München, Fortuna Düsseldorf, Rot-Weiß Essen, Dynamo Dresden, Waldhof Mannheim, KFC Uerdingen 05 und der Bonner SC in den verschiedenen Ligen ganz oben im Fanvotum, während Klubs wie Werder Bremen oder der VfB Stuttgart offensichtlich so gut aufgestellt sind, dass sie aus Fansicht keine Investoren nötig haben. Wir hatten anhand der oben genannten Faktoren und einer Umfrage unter den Fans der Bundesligavereine ermittelt, welche Vereine sich besonders für externe Investoren eignen würden. Bayern München als nationaler Vergleichsmaßstab und Vereine wie Leverkusen oder Wolfsburg, die bereits Investoren an Bord haben, wurden nicht untersucht.

ZEIT ONLINE: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesliga insgesamt?

Kollmann: Sehr gut, auch wenn wir den Vorsprung anderer Ligen noch nicht aufgeholt haben. Aber auch mit deutschen Fußballvereinen kann man inzwischen richtig Geld verdienen. Alle 18 Erstligavereine waren laut DFL in der Spielzeit 2006/2007 profitabel und auch immerhin 12 Vereine der 2. Bundesliga wiesen für diesen Zeitraum ein positives Ergebnis nach Steuern aus. Insgesamt sieht es gar nicht so schlecht aus, auch im internationalen Vergleich.

ZEIT ONLINE: Woran liegt es dann, dass die großen Stars immer noch in England, Spanien oder Italien spielen?

Kollmann: Der Rückstand auf die europäischen Topligen wurde zwar verkleinert, aber die Bundesliga hat immer noch Nachholbedarf. Man muss sich nur die Halbfinals der vergangenen Champions-League-Saison (FC Chelsea gegen FC Liverpool sowie Manchester United gegen FC Barcelona, Anm. d. Red.) anschauen: Drei der vier Vereine hatten externe Investoren an Bord. Das bestätigt den Trend, sich durch externe Investoren das Kapital zu sichern, welches für die notwendigen Investitionen gebraucht wird. Ich bin daher sehr gespannt, inwieweit sich die massiven Investitionen vom VfL Wolfsburg mit VW im Rücken in der nächsten Saison bemerkbar machen werden.

ZEIT ONLINE: Das Geld von VW war beim VFL Wolfsburg allerdings schon länger vorhanden, das Team spielte trotzdem meist gegen den Abstieg.

Kollmann: Aber mit der Verpflichtung von Felix Magath und einem Entwicklungskonzept wurden die Hausaufgaben gemacht. Und deshalb ist der VfL nun auf dem Weg nach vorne. Die Balance zwischen den internen und externen Faktoren hat vielleicht noch nicht gestimmt. Es war zwar Geld vorhanden, aber es müssen eben auch die richtigen Leute mit dem richtigen Konzept an den richtigen Positionen sitzen, um das Potenzial zu erschließen. Vielleicht stimmt das jetzt.

ZEIT ONLINE: Was sagen Sie zu Vereinen wie Sachsen Leipzig oder Fortuna Düsseldorf? Dort scheinen eigentlich alle "Ihre" externen Faktoren erfüllt, die Infrastruktur ist dank der WM-Arenen auf dem neuesten Stand. Trotzdem spielen die Klubs seit Jahren nur in Amateurligen.

Kollmann: Was in der Vergangenheit im Einzelfall falsch gemacht wurde, kann ich nicht beurteilen. Aber unsere Studie hat ergeben, dass diese Vereine eine besonders gute Chance haben, wieder nach oben zu kommen, wenn die Hausaufgaben in allen Bereichen gemacht werden.

ZEIT ONLINE: Bei Sachsen Leipzig wollte vor einem Jahr Red Bull mit viel Geld einsteigen. Die Zusammenarbeit scheiterte unter anderem an Protesten der Fans. Hat ein strategischer Investor in solchen Fällen überhaupt eine Chance?

Kollmann: Ja, wenn man die Anhänger inhaltlich und wirtschaftlich mit in das Projekt einbindet. Man könnte so beispielsweise auch Anteile am Klub an die Fans verkaufen, sie quasi auch zu Investoren machen. Es muss also nicht immer der reiche russische Oligarch sein, der versucht, alles an sich zu reißen und alles zu verändern. Zumal er dies sowieso nicht tun würde: Er hat ja vor allem Interesse an einem erfolgreichen Verein, an einem erfolgreichen Produkt. Das Rückgrat dieses Produktes sind immer noch die Fans. Vielleicht kann ein Mischmodell aus Faninvestoren und Einzelinvestor beide Seiten zusammenführen.

ZEIT ONLINE: Stehen Fanbeteiligungen nicht seit dem Börsengang von Borussia Dortmund in einem schlechten Licht? Die Aktie ist fast nichts mehr wert. Die Mannschaft konnte den Abstieg nur knapp verhindern.

Kollmann: Ein Börsengang ist für einen Verein nur eine einmalige Kapitalspritze und die Teilhaberschaft ist nicht beliebig bei gleichzeitigem Mittelzufluss erweiterbar. Ein Fanfonds bündelt dagegen die Fans mit der Möglichkeit, jederzeit weitere hinzuzunehmen, und er kann zusätzlich so gestaltet sein, dass mit jährlichen Mitgliedschaftsgebühren dauerhaft Geld in die Kasse kommt. Gleichzeitig könnte man über die Anteile hinaus mit der Fondszugehörigkeit bestimmte Sonderrechte verbinden, wie zum Beispiel ein gemeinsames Training mit den Profis. Zudem könnte ein Fanvertreter für den Fonds in das Kontrollgremium des Vereins gewählt werden, der dann bei Entscheidungen mitreden kann. Das Konstrukt müsste natürlich auf die Gegebenheiten des einzelnen Vereins angepasst werden.

ZEIT ONLINE: Wie kann sich ein Verein davor schützen, dass Investoren zu viel Einfluss auf die sportliche Arbeit nehmen?

Kollmann: Grundsätzlich gilt: Die Personen, die hinter dem Kapital stehen, müssen zum Verein passen. Das Schicksal des Klubs darf nicht der Eitelkeit eines Einzelnen unterliegen. Wenn die richtigen Leute zusammenkommen, funktioniert das auch. Den Rest kann man über vertragliche Vereinbarungen absichern. Das Ganze muss ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Geldgebern, Vereinsführung und Fans sein - so wie es in Hoffenheim offensichtlich der Fall ist.

ZEIT ONLINE: Wird es in Zukunft mehr Modelle nach Hoffenheimer Vorbild geben?

Kollmann: In zehn Jahren wird etwa die Hälfte der Vereine in der Bundesliga Investoren haben, die sie unterstützen. Die Modelle für deren Einbindung können dabei aber sehr unterschiedlich sein. Die generelle Entwicklung der Fußballklubs zu Wirtschaftsunternehmen wird aber eindeutig weitergehen. In den Führungsgremien werden dabei sowohl Fußball- als auch Wirtschaftsexperten sitzen. Letztere werden dabei nicht unbedingt selbst einmal erfolgreich gegen den Ball getreten haben müssen. Durch diese Symbiose bekommen die Klubs eine noch professionellere Führungsstruktur, die sich deutlich von den Vereinsstrukturen der Vergangenheit unterscheiden wird.


ZEIT ONLINE: Die alten Rasenheroen, die ihren Verein zu neuem Ruhm führen, werden also aussterben?

Kollmann: Das muss nicht sein. Es gibt durchaus Fußballer mit der nötigen wirtschaftlichen Kompetenz. Die derzeitige Führung von Bayern München (um Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, Anm. d. Red.) ist ein gutes Beispiel. Auch ein Oliver Kahn hat vielleicht das Potenzial, diesen Weg zu gehen. Solche Fälle wird es weiterhin geben.


Die Fragen stellte Adrian Bauer.

 
Leser-Kommentare
    • Hipper
    • 17.07.2008 um 17:33 Uhr

    Ich weiß aus meinem eigenen Studium, dass Ökonmomen die Angewohnheit haben in vereinfachten Modellen zu denken - aber letztlich müssen die Hypothesen durch Realitäten gedeckt werden. ( ceteris paribus in der Bundesliga? Nicht sehr sinnvoll)Das wohl entscheidende Element für einen langfristigen sportlichen Erfolg hat Herr Kollmann kurzerhand in seine Argumentation eingebaut obwohl es nicht originär wirtschaftlicher Natur ist: Die SPORTLICHE Konzeption!Wahr ist nämlich: Die ausländischen Vereine welche die BULI-Klubs regelmäßig aus dem UEFA-Cup werfen haben zumeist kleinere Budgets als die deutschen Vertreter,der FC Chelsea hat nie die Champions League gewonnen obwohl sie jahrelang das meiste Geld ausgegeben haben - stattdessen aber der kleine FC Porto! Real Madrid ist mit seiner Personalpolitik der "Galaktischen" auf den Hinter gefallen, Bayern und Hoffenheim werfen keinesfalls blind mit Geld um sich.Die These, dass demnächst die Stars nur so in die BULI strömen könnten, halte ich für grotesk . Der Zeitraum vor der KIRCH_KRISE hat gezeigt was passieren könnte: Die Marktpreise erhitzen sich, da die ausländischen Mitbewerber weiterhin mitbieten würden. Die verschwinden schließlich nicht.Dabei gäbe es eine Alternative zu dem Wettbieten auf dem Transfermarkt: Weiterbildung und AUSBILDUNG. In Wahrheit ist die BULI nämlich in einer ähnlichen Situation wie die deutsche Gesamtgesellschaft!

  1. Weder der Interviewer noch der Interviewee haben wirklich eine Ahnung vom Thema, Ich schreib den Artikela aber jetzt auch nicht. Ich bin müde und gehe ins Bett.

  2. Ich finde die Aussagen von Prof. Kollmann vollkommen richtig, denn er spricht Dinge an, die schon seit Jahren beobachtbar sind und die vielleicht die Traditionalisten im Fussball noch nicht verstanden haben. Das neben dem sportlichen Konzept auch das wirtschaftliche Konzept zunehmend in den Mittelpunkt rueckt ist in der Fachwelt unbestritten. Auch wenn Geld vielleicht nicht direkt die Tore erzielt, so wird dadurch die Wahrscheinlichkeit deutlich erhoeht. Geld kann gute Spieler kaufen, gute Spieler schiessen Tore. Ich denke, dass Bayern Muenchen das mit Toni&Co bewiesen hat. Nicht umsonst wurden die meisten nationalen und internationalen Titel in den letzten 10 Jahren von finanzkraeftigen Clubs geholt. Das da immer auch mal eine Ausnahme und Ueberraschung dazwischen ist, spricht nicht gegen den Trend.

    Das gilt auch fuer den UEFA-Cup, denn da hat Petersburg mit Investoren im Hintergrund den FCB rausgeworfen und es war damit kein Club mit kleinerem Budget. Das der FC Chelsea dieses Jahr nicht die Champions League gewonnen hat, laesst ausser Acht, dass mit ManU ein anderer Investorenclub gewonnen hat und der FCC es fast immer ins Halbfinale geschafft hat. Das Bayern und Hoffenheim ihr Geld blind um sich werfen wurde im Artikel gar nicht behauptet. Auch dass demnächst die Stars nur so in die BULI strömen könnten, wurde dort nicht geschrieben.

    Ich denke die Gesamtaussage ist: Es wird eine Balance zwischen sportlicher und wirtschaftlicher Ebene im Verein geben muessen, die den Erfolg gleichermassen beeinflussen wird. Nur das hat Kollmann ausgefuehrt und damit hat er Recht!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Mit Verlaub, aber Neues ist diesem Interview wahrlich nicht zu entnehmen.
    Dass Derjenige, der für seinen Verein das meiste Geld auftreibt und dieses dann am besten einsetzt schließlich am meisten Erfolg haben wird, das bedurfte wohl keiner Studie... Und das war wohl auch vor 20 und mehr Jahren schon nicht anders, ob mit oder ohne "Investor".
    Dass Sachsen Leipzig, Fortuna Düsseldorf oder 1860 München bessere Chancen auf die Teilnahme an höheren Ligen haben, "wenn sie ihre Hausaufgaben gemacht haben", als der VfB Auerbach, der SC Verl oder der SpVgg Unterhaching, wer hätte das gedacht?! Gut, dass es da jetzt eine Studie gibt, die uns diese Erkenntnis bringt.
    Viel interessanter wäre es gewesen, auf die Verschiedenartigkeit und die Beweggründe der "Investoren" einzugehen. Wer ist eigentlich wirklich Investor, wer Sponsor oder Mäzen? Während VW in Wolfsburg oder Hopp in Hoffenheim wohl nicht auf finanziellen Profit aus sind, ist dies bei den Aufkäufern von Manchester United, die eher Geld aus dem Club abziehen als geben, sehr wohl der Fall. Oder: was treibt einen Roman Abramowitsch? Ist der FC Chelsea wirklich nur sein "Spielzeug" oder stehen hinter der ungebremsten Ausgabewut ganz andere Interessen? Ähnlich die Fragestellung bei Gazprom, die Geld unter anderem in Schalke 04 oder Zenit St. Petersburg stecken.
    Viele interessante Fragen gäbe es zu diesem Thema. Im Interview wurde leider keine gestellt.

    Mit Verlaub, aber Neues ist diesem Interview wahrlich nicht zu entnehmen.
    Dass Derjenige, der für seinen Verein das meiste Geld auftreibt und dieses dann am besten einsetzt schließlich am meisten Erfolg haben wird, das bedurfte wohl keiner Studie... Und das war wohl auch vor 20 und mehr Jahren schon nicht anders, ob mit oder ohne "Investor".
    Dass Sachsen Leipzig, Fortuna Düsseldorf oder 1860 München bessere Chancen auf die Teilnahme an höheren Ligen haben, "wenn sie ihre Hausaufgaben gemacht haben", als der VfB Auerbach, der SC Verl oder der SpVgg Unterhaching, wer hätte das gedacht?! Gut, dass es da jetzt eine Studie gibt, die uns diese Erkenntnis bringt.
    Viel interessanter wäre es gewesen, auf die Verschiedenartigkeit und die Beweggründe der "Investoren" einzugehen. Wer ist eigentlich wirklich Investor, wer Sponsor oder Mäzen? Während VW in Wolfsburg oder Hopp in Hoffenheim wohl nicht auf finanziellen Profit aus sind, ist dies bei den Aufkäufern von Manchester United, die eher Geld aus dem Club abziehen als geben, sehr wohl der Fall. Oder: was treibt einen Roman Abramowitsch? Ist der FC Chelsea wirklich nur sein "Spielzeug" oder stehen hinter der ungebremsten Ausgabewut ganz andere Interessen? Ähnlich die Fragestellung bei Gazprom, die Geld unter anderem in Schalke 04 oder Zenit St. Petersburg stecken.
    Viele interessante Fragen gäbe es zu diesem Thema. Im Interview wurde leider keine gestellt.

  3. Mit Verlaub, aber Neues ist diesem Interview wahrlich nicht zu entnehmen.
    Dass Derjenige, der für seinen Verein das meiste Geld auftreibt und dieses dann am besten einsetzt schließlich am meisten Erfolg haben wird, das bedurfte wohl keiner Studie... Und das war wohl auch vor 20 und mehr Jahren schon nicht anders, ob mit oder ohne "Investor".
    Dass Sachsen Leipzig, Fortuna Düsseldorf oder 1860 München bessere Chancen auf die Teilnahme an höheren Ligen haben, "wenn sie ihre Hausaufgaben gemacht haben", als der VfB Auerbach, der SC Verl oder der SpVgg Unterhaching, wer hätte das gedacht?! Gut, dass es da jetzt eine Studie gibt, die uns diese Erkenntnis bringt.
    Viel interessanter wäre es gewesen, auf die Verschiedenartigkeit und die Beweggründe der "Investoren" einzugehen. Wer ist eigentlich wirklich Investor, wer Sponsor oder Mäzen? Während VW in Wolfsburg oder Hopp in Hoffenheim wohl nicht auf finanziellen Profit aus sind, ist dies bei den Aufkäufern von Manchester United, die eher Geld aus dem Club abziehen als geben, sehr wohl der Fall. Oder: was treibt einen Roman Abramowitsch? Ist der FC Chelsea wirklich nur sein "Spielzeug" oder stehen hinter der ungebremsten Ausgabewut ganz andere Interessen? Ähnlich die Fragestellung bei Gazprom, die Geld unter anderem in Schalke 04 oder Zenit St. Petersburg stecken.
    Viele interessante Fragen gäbe es zu diesem Thema. Im Interview wurde leider keine gestellt.

    Antwort auf "Recht hat er!"

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