China „Wir sollten dem Land Respekt zollen“

Altkanzler Schröder will an der Eröffnung der Olympischen Spiele in China teilnehmen - und übt in der ZEIT indirekte Kritik an Kanzlerin Merkel

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder wird an der Eröffnung der Olympischen Spiele am 8. August in Peking teilnehmen. Ein Sprecher Schröders bestätigt entsprechende Informationen der ZEIT. In einem Namensartikel in der Donnerstagsausgabe der ZEIT wirbt Schröder für einen verstärkten Dialog mit China und kritisiert indirekt die Politik seiner Nachfolgerin Angela Merkel.

„Deutschland könnte von allen europäischen Staaten den größten Einfluss in China haben“, schreibt Gerhard Schröder in der ZEIT. Alle, die China kennen würden, wüssten jedoch, „dass wir dieses Ziel nicht durch öffentliche Anklage Chinas, sondern nur durch vertrauensvolle Zusammenarbeit erreichen werden. Mein Eindruck ist, dass wir in Deutschland unsere eigenen Möglichkeiten nicht ausreichend nutzen, um an der Öffnung und Modernisierung Chinas mitzuwirken.“

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Schwere Vorwürfe richtet Schröder an die Adresse der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. „Großen außenpolitischen Schaden“, schreibt Schröder, „hat in China das so genannte ‚Asienstrategie’-Papier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hervorgerufen, das einen Bruch mit der bisherigen deutschen China-Politik, auch der der Regierung Kohl, darstellt und mit seiner aggressiven antichinesischen Rhetorik die Politik und die Gesellschaft in China irritiert, man kann durchaus auch sagen: brüskiert hat.“ Immer wieder werde er in China auf dieses Papier angesprochen, „das viel Porzellan zerschlagen hat“. Das Strategiepapier war im Oktober 2007 im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin vorgestellt worden.

Kritik äußert Schröder auch an „Ritualen“ beim Thema Menschenrechte. Er schreibt: „Mir war als Bundeskanzler daran gelegen, dass wir als Modernisierungspartner die chinesische Regierung unterstützen, aber nicht im Sinne einer Belehrung und einer Bloßstellung der chinesischen Gesprächspartner, sondern durch eine Hilfestellung beim Aufbau von Rechtstaatlichkeit.“ Er habe daher „auf ritualisierte, symbolhafte und nur für die deutsche Öffentlichkeit gedachte Aktivitäten verzichtet. Sie mögen für Nichtregierungsorganisationen angemessen sein, für staatliches Handeln und für die außenpolitisch Verantwortlichen sind sie es nicht.“

Ausdrücklich wirbt Schröder dafür, die Olympischen Spiele zu nutzen, um alte „Freund-Feind-Denkmuster“ zu überwinden. „China erhofft sich durch die Spiele internationale Anerkennung für seine erreichten Modernisierungserfolge“, schreibt Schröder. „Wir sollten dem Land Respekt zollen.“

Lesen Sie den Namensartikel von Altkanzler Gerhard Schröder in der neuen Ausgabe der ZEIT - ab Donnerstag am Kiosk

 
Leser-Kommentare
  1. Schröder sitzt im Glaushaus, da er 2002 durch sein vorgezezogenes und wahlkampftechnisch ausgeschlachtete Nein zum Irakkrieg ebenfalls die Außenpolitik innenpolitisch instrumentalisiert hat. Durch seine Rolle bei Gasprom hat seine Glaubwürdigkeit weiter gelitten.
    Seine Worte bezüglich der jetzigen Chinapolitik dagegen sind m. E. sehr zutreffend.

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    Lieber Graf,
    soll der Leser nun puzzeln, um die Schlagworte, China, Irak und Gazprom in ein zusammenhängendes Argumentationsbild zu kriegen, oder können Sie da aushelfen.
    Was insbesondere Merkel angeht, so muss man Schröder recht geben, daß hier doch schon erheblicher Flurschaden angerichtet wurde.

    Lieber Graf,
    soll der Leser nun puzzeln, um die Schlagworte, China, Irak und Gazprom in ein zusammenhängendes Argumentationsbild zu kriegen, oder können Sie da aushelfen.
    Was insbesondere Merkel angeht, so muss man Schröder recht geben, daß hier doch schon erheblicher Flurschaden angerichtet wurde.

  2. ... hockt warm und trocken bei den Putmediews, reist um die Welt und verkauft Gas - naja, wenn er's mag.
    "Deutschland könnte von allen europäischen Staaten den größten Einfluß in China haben..." - mag sein...
    Was gut für's Geschäft ist, das ist doch auch immer gut für Deutschland, oder? ;-)
    Warum auch sich über Kleinigkeiten wie Menschenrechte streiten, wenn man doch ebensogut zusammen eine schöne Cohiba rauchen und über Geschäfte reden kann...?!

    • ziyou
    • 15.07.2008 um 20:02 Uhr

    Viel spass!
    Grüße
    ZiYou

  3. Lieber Graf,
    soll der Leser nun puzzeln, um die Schlagworte, China, Irak und Gazprom in ein zusammenhängendes Argumentationsbild zu kriegen, oder können Sie da aushelfen.
    Was insbesondere Merkel angeht, so muss man Schröder recht geben, daß hier doch schon erheblicher Flurschaden angerichtet wurde.

    Antwort auf "Schröder sitzt im"
  4. Welche Motive auch immer Herrn Schröder zu diesen Worten bewegt haben mögen ist eigentlich egal. Denn gemessen an seinen Taten, steht ihm eine solche Kritik nicht zu. Es mag sein, dass die Chinapolitik von Frau Merkel kritikwürdig ist. Doch einer wie Schröder ist dazu absolut nicht berechtigt. Denn schließlich drängt sich bei ihm sofort ein übler Verdacht auf. Es wäre schön, wenn sich die Zeit glaubwürdigeren Personen widmen würde.Mal abgesehen davon wird immer von der "Modernisierung" Chinas gesprochen. Wo bitteschön ist denn diese zu erkennen? Die Errichtung futuristischer Protzstädte auf dem Rücken versklavter Wanderarbeiter ist doch wohl keine Modernisierung. Das ein Herr Schröder die Schaffung eines brutalen Räuberkapitalismus, der keine Rücksicht auf Menschen, Natur und Resourcen nimmt für modern betrachtet verwundert natürlich nicht. Als denkender Mensch dürfte man aber dann doch schon ein Jahrhundert weiter sein.[Link gelöscht, bitte beachten Sie, dass wir hier keine Werbung für Blogs u.ä. wünschen. Vielen Dank. /Die Redaktion pt.]

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    Wenn Sie es schaffen, heute Tomaten zu pflanzen und morgen schon zu ernten, dann halte ich Sie auch für fähig, Chinas Probleme innerhalb von 24h zu lösen. Wenn nicht, dann kaufen Sie sich doch bitte erst ein Handbuch für Kleingärtner. Abgesehen davon würde es schon interessieren, wie Sie die Probleme Chinas lösen würden.

    • ziyou
    • 15.07.2008 um 21:31 Uhr

    Frau Merkl hat vielleicht eine hohe Beliebtheit. Aber bei Chiensen ist sie einfach respektlos, naiv und (sorry) blöd. Ihre Schaufensterpolitik macht einen wirklich krank.

    Wenn Sie es schaffen, heute Tomaten zu pflanzen und morgen schon zu ernten, dann halte ich Sie auch für fähig, Chinas Probleme innerhalb von 24h zu lösen. Wenn nicht, dann kaufen Sie sich doch bitte erst ein Handbuch für Kleingärtner. Abgesehen davon würde es schon interessieren, wie Sie die Probleme Chinas lösen würden.

    • ziyou
    • 15.07.2008 um 21:31 Uhr

    Frau Merkl hat vielleicht eine hohe Beliebtheit. Aber bei Chiensen ist sie einfach respektlos, naiv und (sorry) blöd. Ihre Schaufensterpolitik macht einen wirklich krank.

  5. 6. Basta!

    Herr Schröder erhofft sich durch seinen Artikel Anerkennung für seine erreichten Misserfolge. Wir sollten ihm Respekt zollen. Auch mein Eindruck ist, dass wir in Deutschland unsere eigenen Möglichkeiten
    nicht ausreichend nutzen, um an der Öffnung und Modernisierung Gerhard Schröders
    mitzuwirken. Alle, die ihn kennen, wissen jedoch, dass wir dieses Ziel nicht durch öffentliche Anklage, sondern nur durch vertrauensvolle Zusammenarbeit erreichen werden. Wir sollten daher auf ritualisierte, symbolhafte und nur für die deutsche Öffentlichkeit gedachte Aktivitäten verzichten, wie der Medienkanzler es uns als leuchtendes Beispiel gezeigt hat. Das waren noch Zeiten, als wir noch unseren Gerhard hatten. Das war ein echter Mann, der auch mal betrunken vor der ganzen Nation Wahlergebnisse falsch interpretiert hat. Leider, leider ist das jetzt vorbei...http://youtube.com/watch?...

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  6. Gehard Schroeder geht mit Nein zu Irak Krieg und den von Globalgedenke praegte kontruktive Beziehungaufbauen mit China in Geschicht ein. Er ist der erst grosse deutsche Kanzler mit Golbal strategische Perspektiv. Er ist ein deutsche Kanzler, der langfristige Interesse von Deutschland mehr am Herz liegend als sein selbst Post. Er war ganz bewusst wenn er auf ein Reform bei Gesundheitwesen und Arbeitmarket verzichte wuerde er zum 3.mal Sieg in Bundeswahl erringen.Aber alle Kritik zu trotzen, Kanzler Post zuopfen setzte er die reform durch. Heute die niedrigste Arbeitlosquot, hoch Konjutur , schwarzzahl bei Krankenversicherung muss auf seine Mut , Bewusstsein und Kraft zurueckfuehren.Die an Macht [...] Frau erntet alle Frucht was Gerhard Schroeder eingepflanzte,aber benehmet sich wie Verschwenderin des riesigen Erbschafts. Man muss hindeuten sogar Goldberg wird auch aufgebraucht. Man erwartet sie gar nicht so grosse Leistung wie Gerhardt Schroeder,es geht weiter von ihr koennen aus. Aber mindestens ueberlassen nachfolgende Politiker nicht Porzellan Pulve, die sie nicht mehr sogar kitten koennen.Bei seinem 2. Wahlsieg habe ich gluecklichweise Knazler Schroeder in einen Kundgebung in Ebert Halle von Ludwigshafen personlich gesehen.Grusse Herr Schroeder! Viel Spass in Olympik in Peking und beste Gesundheit! sieht fern, schreibe[Gekürzt, bitte vermeiden Sie persönliche Beleidigungen. Vielen Dank. /Die Redaktion pt.]

  7. Wenn Sie es schaffen, heute Tomaten zu pflanzen und morgen schon zu ernten, dann halte ich Sie auch für fähig, Chinas Probleme innerhalb von 24h zu lösen. Wenn nicht, dann kaufen Sie sich doch bitte erst ein Handbuch für Kleingärtner. Abgesehen davon würde es schon interessieren, wie Sie die Probleme Chinas lösen würden.

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    Ich möchte Chinas Problem gar nicht lösen. Das sollen mal die Chinesen schön selber tun. Ich glaube auch, das sich die Chinesen eine Lösung ihrer Probleme durch mich oder irgend jemand anderen aus dem Westen sehr verbitten würden. Allerdings befürchte ich, das die Chinesen im Moment mehr Probleme schaffen, denn das sie welche lösen. In Anbetracht ihrer Anzahl und in Anbetracht der Probleme die sie schaffen, betrifft es mich dann doch mehr als der berühmte Sack Reis. Insofern beginnt mir China Sorgen zu bereiten. Nicht um Chinas willen, sondern aus reinem Eigeninteresse.Die Lobhudeleien eines [ich bleibe schon selber sachlich] Schröder sind da sicher wenig hilfreich. Wenn er denn schon so ein Freund Chinas ist, dann könnte er da sicher bessere Tomaten ernten als ich.[...]

    Ich möchte Chinas Problem gar nicht lösen. Das sollen mal die Chinesen schön selber tun. Ich glaube auch, das sich die Chinesen eine Lösung ihrer Probleme durch mich oder irgend jemand anderen aus dem Westen sehr verbitten würden. Allerdings befürchte ich, das die Chinesen im Moment mehr Probleme schaffen, denn das sie welche lösen. In Anbetracht ihrer Anzahl und in Anbetracht der Probleme die sie schaffen, betrifft es mich dann doch mehr als der berühmte Sack Reis. Insofern beginnt mir China Sorgen zu bereiten. Nicht um Chinas willen, sondern aus reinem Eigeninteresse.Die Lobhudeleien eines [ich bleibe schon selber sachlich] Schröder sind da sicher wenig hilfreich. Wenn er denn schon so ein Freund Chinas ist, dann könnte er da sicher bessere Tomaten ernten als ich.[...]

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