Das ewig trunkene Malgenie

"Portrait Frau Douglas (Irma Hübner)", 1909, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm | © Lovis Corinth
Gründerzeitkitsch und große Kunst: Der deutsche Maler Lovis Corinth (1858-1925) schuf beides. In einer großen Schau im Museum der bildenden Künste in Leipzig lassen sich nun die zahlreichen Facetten eines Werks nachzeichnen, das sich einer klaren Kategorisierung widersetzt. Impressionismus, Expressionismus, Tradition und Moderne: Corinth gilt als Grenzgänger. Tod, Sex und Nacktheit stehen im Mittelpunkt seines Oeuvres, das aber auch christliche Leidensgeschichte und Landschaftsimpressionen umfasst. In 42 Ölgemälden und rund 140 Papierwerken hat Corinth sich selbst porträtiert - unter anderem als Ritter, Bacchus oder mit einem Skelett. Ab 1900 malte er jedes Jahr zu seinem Geburtstag ein Selbstbildnis. Diese intensiven Selbststudien und die wechselnden Rollenspiele machen seine Porträts zu eindrucksvollen psychologischen Werken. Sie zeigen einen Maler auf der Suche.
Die Retrospektive „Lovis Corinth und die Geburt der Moderne“ ist noch bis zum 19. Oktober im Museum der bildenden Künste, Leipzig, zu sehen.
- Datum 19.10.2008 - 00:00 Uhr
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