Kriegsherr Karadzic

Szenen aus der Hölle

Der Kriegsherr Karadžić am 16. Januar 1993: Vor Journalisten präsentiert er anhand einer Karte die ethnischen Grenzen Bosnien-Herzegowinas

Der Kriegsherr Karadžić am 16. Januar 1993: Vor Journalisten präsentiert er anhand einer Karte die ethnischen Grenzen Bosnien-Herzegowinas  |  © ANJA NIEDRINGHAUS/AFP/Getty Images

Nach dem Zerfall des sozialistischen Jugoslawien wuchsen die ethnischen Spannungen auf dem Balkan. Am 3. März 1992 erklärte sich Bosnien-Herzegowina für unabhängig, der fatale Startschuss für einen Bürgerkrieg zwischen bosnischen Serben, Kroaten und Muslimen. Gemeinsam mit dem Befehlshaber der bosnisch-serbischen Verbände, Ratko Mladic, bildete Karadžić das Zweigespann der serbischen Aggression. Mit der brutalen Zerstörung von Dörfern und Städten, mit ethnischen Säuberungen und mit Internierungslagern hielten sie die zivilisierte Welt jahrelang in Atem. Mord, Vertreibung, Vergewaltigung - erst der massive Militäreinsatz der westlichen Alliierten Ende August 1995 brachte die Wende. An die 100.000 Menschen starben, etwa 2 Millionen flohen oder wurden vertrieben - Europa erlebte seine blutigste Stunde seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.