Aktienmarkt Keine Panik an den Börsen

Nach Monaten des Absturzes fragt sich so mancher Anleger, wann die Aktienkurse endlich ihren Tiefpunkt erreichen. Das Börs-o-Meter zeigt: Es ist noch lange nicht so weit

Steigen oder sinken die Kurse? Das ist die Gretchenfrage für alle Anleger. Viele Investoren haben es versäumt, auf die deutlichen Verluste zu reagieren, die an den Börsen seit vergangenen Oktober aufgelaufen sind. Jetzt stecken sie in der Zwickmühle. Sollen sie ihre Papiere weiter behalten, in der Hoffnung, dass die taumelnden Märkte sich bald wieder fangen? Oder wäre es besser, auszusteigen und die bisherigen Verluste zähneknirschend zu akzeptieren, bevor sich im Portfolio ein noch größeres Loch auftut?

Beide Szenarien sorgen wohl für ein ungutes Gefühl im Magen. Doch es hilft nichts, man muss sich entscheiden. Ein altbekanntes Muster könnte dabei helfen. Es geht so: Nach langen Perioden fallender Kurse, wenn sich unter den Anlegern langsam die Ansicht durchsetzt, dass ein Ende der Verluststrecke noch lange nicht in Sicht sei, kommt es an der Börse häufig zu panikartigen Verkäufen. Sie lassen auch den letzten standhaften Optimisten umfallen. Erst dann können die Kurse nicht weiter sinken, und es geht wieder aufwärts.

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Darüber war in den vergangenen Tagen viel zu lesen. Zwischen den Zeilen blitzte stets die Hoffnung auf, dass nur ein klitzekleiner Panik-Ausverkauf an den Börsen fehle, damit eine erneute Rallye die Investoren wieder beglücken könne. Bloß - wer sagt, dass wir schon so weit sind?

Sicher, die Kurse sind stark gefallen, und keine Panik ohne fallende Kurse. Aber zu einem Ausverkauf gehört noch mehr. Unter anderem geht er einher mit hohen Kursschwankungen, die vor einem nachhaltigen Tiefpunkt an den Börsen immer stark ansteigen. Sie sind ein Zeichen dafür, dass die Aktien aus den berühmten schwachen Händen in starke Hände übergehen.

Eine weitere Zutat, die ein Ausverkauf braucht, sind wachsende Risikoprämien auf den Anleihemärkten. Sie äußern sich unter anderem im sogenannten TED-Spread. Das ist der Unterschied zwischen dem Zins für US-Staatsanleihen mit dreimonatiger Laufzeit und dem LIBOR (London Inter-Bank Offer Rate), also jenem Zinssatz, den die Banken untereinander berechnen, wenn sie sich - ebenfalls auf Sicht von drei Monaten - gegenseitig Dollar leihen.

Leser-Kommentare
    • zetti
    • 22.07.2008 um 10:47 Uhr

    Ein Artikel, der bei kurzfristig und/oder auf Spekulation angelegten Börsianern bestenfalls Bauchgrummeln und neue Fragen aufwirft: Soll er seine Aktien verkaufen, um künstlich eine Panik herbeizuführen um dann beim Tiefpunkt wieder günstig einkaufen zu können? Was wenn der Tiefpunkt allen Unkenrufen zum Trotz schon fast erreicht ist? Wieder teuer einsteigen, weil die globale Wirschaft zu gut aufgestellt ist und sich weigert in Panik zu verfallen? Oder die Masse der Anleger gelernt hat, daß Panik nur bei denen Verluste beschert, die bei einer Krise verkaufen? Gut, daß mein Anlagehorizont Mittel- bis Langfristig ausgelegt ist: Was stört mich jetzt ein Tiefpunkt, wenn ich erst in 5 Jahren EVENTUELL an meine Aktien ran muß?Zetti

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