Soziale Netzwerk Die fetten Monate sind vorbei
Facebook will StudiVZ verklagen. Die Luft für die Sozialen Netzwerke wird dünner

© Chris Jackson/Getty Images
Ein Facebook-Profil: Weltweit verbindet das Netzwerk rund 100 Millionen Menschen
Eine brillante Idee bleibt im Netz selten in festen Händen. Einer wie Marc Zuckerberg weiß das. Seit dem Start seines Portals Facebook vor vier Jahren wurde das Prinzip etliche Male kopiert. In China entstand der Facebook-Zwilling Xianoei, auf dessen Seiten nach Angaben der Mutterfirma Oak Pacific rund 90 Prozent der dortigen Studenten verbandelt sind. In Russland schoss der Facebook-Klon Vkontakte mit 13,3 Millionen Mitgliedern aus dem Boden.
Das deutsche Pendant heißt StudiVZ, und liegt inzwischen in den Händen des Holtzbrinck-Verlags (zu dem auch ZEIT ONLINE gehört). Das Portal unterscheidet sich auf den ersten Blick durch wenig mehr als die Hintergrundfarbe. Facebook ist blau, StudiVZ rot.
Was in der deutschen Blogosphäre schon seit 2006 heftig debattiert wurde, blieb auch in der Firmenzentrale von Facebook im kalifornischen Palo Alto nicht unbemerkt. Ernsthaft unternehmen wollte man gegen die vermeintlichen Nachahmer aus Deutschland jedoch lange nichts.
Nun hat Zuckerberg seine Strategie geändert und bei einem amerikanischen Bundesgericht erstmals eine Klage gegen den deutschen Konkurrenten eingereicht. StudiVZ habe eine Website aufgebaut, indem es “Aussehen, Anmutung, Charakteristika und Dienst” von Facebook gestohlen habe, heißt es in der 116 Seiten langen Klageschrift. Es sei zwar ein “guter Deal” für Holtzbrinck gewesen, die Plattform Anfang 2007 für einen größeren zweistelligen Millionenbetrag von den Jungunternehmern Ehssan Dariani und Dennis Bemmann zu übernehmen. Nur leider sei das Ganze illegal. Facebook will deshalb Schadensersatz.
Der Groll über den Erfolg der Konkurrenz zeigt, dass die Zeiten für soziale Netzwerke härter werden. Auch Facebook befindet sich derzeit auf einer gefährlichen Wegstrecke. Zwar ist die Zahl der Mitglieder zuletzt auf rund 100 Millionen gestiegen. Jedoch wächst die Plattform inzwischen langsamer als angenommen, in den USA flaut das Interesse an Sozialen Netzwerk etwas ab. Im Laufe des Jahres gingen die monatlichen Besucherzahlen zwischendurch sogar leicht zurück.
- Datum 18.02.2009 - 11:35 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 22.07.2008
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Alles wie normal in der Wirtschaft. Oder irre ich mich, dass es so was schon immer gab wenn die Run's auf ein neues Produkt nachliesen und der Markt nun die überlebenden Lösungen sucht ? Ich glaub allerdings auch nicht, dass man auf die Klage aus ist, sondern eher, dass man Preise drücken möchte oder gar Marktsegmente übernehmen. Da die deutsche Lösung keinerlei internationalen Anschluss hat, wird sie wohl in der Zukunft vom Markt verschwinden, wenn die ersten internationalen Sozalen Netzwerke aufkommen, die dann wieder nach einen kurtzen Run warscheinlich in der Bedeutungslosigkeit versinken werden, da schon jetzt viele Leute sie zwar zum Kennenlernen nutzen, aber bei größeren Diskussionen lieber in Foren ausweichen.
sind Gerichte in den USA für Deutschland zuständig?
Sehr geehrter achtundsechzig,zu Ihrer Frage: In der Klageschrift wird dies damit begründet, dass "mindestens ein Teil der StudiVZ-Webseiten Kalifornien zugeordnet" sei und Holtzbrinck Tochterunternehmen in den USA hat, die in diesem Bundesstaat Geschäfte tätigen.Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT online
Sehr geehrter achtundsechzig,zu Ihrer Frage: In der Klageschrift wird dies damit begründet, dass "mindestens ein Teil der StudiVZ-Webseiten Kalifornien zugeordnet" sei und Holtzbrinck Tochterunternehmen in den USA hat, die in diesem Bundesstaat Geschäfte tätigen.Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT online
Sehr geehrter achtundsechzig,zu Ihrer Frage: In der Klageschrift wird dies damit begründet, dass "mindestens ein Teil der StudiVZ-Webseiten Kalifornien zugeordnet" sei und Holtzbrinck Tochterunternehmen in den USA hat, die in diesem Bundesstaat Geschäfte tätigen.Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT online
Soziale Netzwerke sind auf das Vertrauen ihrer Kunden angewiesen. Sollte Facebook wirklich versuchen, StudiVZ auf diese Weise aus dem Markt zu draengen, wird das voraussichtliche Gezaenk dem Image von Facebook unter den Nutzern von StudiVZ schweren Schaden zufuegen - ein Phyrrussieg also, selbst wenn Facebook gewinnt. Denn zu Facebook werden die Nutzer dann sicher nicht wechseln.Dementsprechen wird es sich eher um Einschuechterungstaktik vor einem Uebernahmeangebot handeln...
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