Südafrika Mandelas VermächtnisSeite 2/2

Zumal im direkten Vergleich mit dem heutigen Präsidenten Thabo Mbeki, der als distanziert und arrogant wahrgenommen wird, bleibt Mandela der ewige Charmeur, der Menschenfreund, an dessen Glanz sich alle reiben wollen. 4000 Briefe erhält seine Stiftung monatlich, die meisten mit der Bitte, ihre Zwecke mit seinem Namen zu vergolden. Auch die internationalen Stars und Sternchen scharen sich bis heute um ihn, nicht zuletzt, weil er in seiner Großzügigkeit Komplimente macht, die sie sonst eher selten hören dürften. Ex-Spice-Girl Geri Halliwell etwa beglückte er mit der Aussage, er bewundere ihre künstlerischen Leistungen.

Nelson Mandela, zusehends gebrechlich, nimmt allmählich von der Welt- und auch der Landesbühne Abschied. Er schwieg zu schwerwiegenden Ereignissen in jüngster Zeit, etwa dem mörderischen Ausbruch an Fremdenfeindlichkeit im Mai. Das mag einerseits seiner Idee vom disziplinierten ANC-Parteigenossen geschuldet sein, der sich nicht öffentlich gegen die Führung stellt. Doch es spricht wohl auch dafür, dass der große alte Herr, der heute seinen 90. Geburtstag im Kreis der Familie feiern will, Südafrika auf die Zeit ohne ihn vorbereitet.

 
Leser-Kommentare
  1. Nichts kann Südafrika retten. Nelson Mandela hielt allein durch seine Gegenwart den Untergang für einige Jahre auf, aber nach seinem Abgang wird die afrikanische Krankheit  mit voller Wucht ausbrechen. 

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