Serbien "Karadžić wurde geschützt"
Endlich wurde der Serbenführer und mutmaßliche Kriegsverbrecher gefasst. Warum erst jetzt? Ein Interview mit dem Balkan-Experten Dusan Reljic
ZEIT ONLINE: Die EU forderte seit Langem die Verhaftung von Karadžić. Warum findet sie erst jetzt statt?
Dusan Reljic: Den Haag hat Anklage gegen insgesamt 161 mutmaßliche Kriegsverbrecher erhoben. Bis auf Ratko Mladic, dem ehemaligen Chef der Armee der bosnischen Serben, und dem weniger bedeutenden Goran Hadzic, dem einstigen Präsidenten der Serben in Kroatien, wurden alle verhaftet. Allein die serbische Regierung von Ex-Premier Kostunica hat in den letzten zwei bis drei Jahren mehr als 40 Leute ausgeliefert. Es gab also vorher schon eine Zusammenarbeit, wobei Kostunica zunächst die Strategie verfolgte, die Angeklagten dazu zu bewegen, sich freiwillig zu stellen.
Ab einem Zeitpunkt wurde klar, dass sich zumindest die wichtigsten Angeklagten wie Mladic und Karadžić von seinen Appellen nicht erweichen lassen würden. Zudem wurde Kostunicas politische Position immer schwächer und die inneren Verhältnisse in Belgrad änderten sich zu Gunsten der Demokratischen Partei des Präsidenten Boris Tadic.
ZEIT ONLINE: Welche Rolle haben die Geheimdienste in der Verhaftung gespielt?
Reljic: Offenbar hat Tadics Partei zuletzt die Oberhand gewonnen, zumindest bei der BIA, dem zivilen Geheimdienst Serbiens. Die Verhaftung Karadžićs trägt eindeutig die Handschrift der BIA. Es gab eine lang andauernde Beobachtung. Ich vermute, dass die Zusammenarbeit mit westlichen Geheimdiensten eine große Rolle gespielt hat, vor allem was die Abhörkapazitäten in der gesamten Region angeht – über solche Mittel verfügt kein Land dort im ausreichenden Ausmaß.
ZEIT ONLINE: Warum hat es 13 Jahre lang gedauert?
Reljic: Die Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs Carla del Ponte hat in ihrem Buch ausführlich beschrieben, wie sie von Anfang an "eine Gummi-Mauer" um sich gespürt habe: "Diese 'muro die gomma' dehnte sich von Brüssel bis nach London, Paris, Rom, Washington und New York", schreibt sie. Del Ponte sieht die westlichen Regierungen in der Mitschuld dafür, dass Karadžić und die anderen nicht früher verhaftet worden sind. Sie kritisiert natürlich auch die Regierungen Serbiens und Kroatiens, aber es gab auch einen Mangel an politischem Willen und Interesse der westlichen Staaten.
- Datum 22.07.2008 - 19:52 Uhr
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...wie lange der Mann die Haft überlebt. Wenn die Beweislage dünn sein sollte bekommt er sicherlich schnelle medizinische Hilfe aus Brüssel wie Milosevic.
man muss aber auch nicht jede serbisch- nationalistische Propaganda glauben oder?
man muss aber auch nicht jede serbisch- nationalistische Propaganda glauben oder?
Jahrelang das Land an den Abgrund geführt, um sich nachher als Waldschrat und Naturheiler aus dem Staub zu machen. Der Scherbenhaufen, den die Selbstberufenen seines Kalibers hinterlassen, ist immer immens. Späte Genugtuung nun, dass dieser Wahnsinniger demnächst endlich Rechenschaft ablegen darf.
man muss aber auch nicht jede serbisch- nationalistische Propaganda glauben oder?
http://denker.over-blog.com/
obwohl ich es nicht recht verstehe was der mann mitteilen möchte. geht es darum daß serbien verhindern will daß ihnen nochmehr regionen durch besiedlung anderer ethnien abhanden kommen? oder will die unmik/eulex serbien isolieren? jedenfalls disqualifiziert sich der autor mit seinem "inshallah", denn mit gott hat die situation nichts zu tun. fundamentalisten tuen aber gerne so als habe alles mit gott zu tun. daß milosevic in haft in belgien gestorben ist untergräbt die glaubwürdigkeit des vorgangs "internationaler strafgerichtshof". das hat mit propaganda nichts zu tun. sowas hätte nicht passieren dürfen.
obwohl ich es nicht recht verstehe was der mann mitteilen möchte. geht es darum daß serbien verhindern will daß ihnen nochmehr regionen durch besiedlung anderer ethnien abhanden kommen? oder will die unmik/eulex serbien isolieren? jedenfalls disqualifiziert sich der autor mit seinem "inshallah", denn mit gott hat die situation nichts zu tun. fundamentalisten tuen aber gerne so als habe alles mit gott zu tun. daß milosevic in haft in belgien gestorben ist untergräbt die glaubwürdigkeit des vorgangs "internationaler strafgerichtshof". das hat mit propaganda nichts zu tun. sowas hätte nicht passieren dürfen.
obwohl ich es nicht recht verstehe was der mann mitteilen möchte. geht es darum daß serbien verhindern will daß ihnen nochmehr regionen durch besiedlung anderer ethnien abhanden kommen? oder will die unmik/eulex serbien isolieren? jedenfalls disqualifiziert sich der autor mit seinem "inshallah", denn mit gott hat die situation nichts zu tun. fundamentalisten tuen aber gerne so als habe alles mit gott zu tun. daß milosevic in haft in belgien gestorben ist untergräbt die glaubwürdigkeit des vorgangs "internationaler strafgerichtshof". das hat mit propaganda nichts zu tun. sowas hätte nicht passieren dürfen.
Nein da ist einfach nur die Signaturzeile verrutscht und liess sich mehr loeschen. Dafuer entschuldige ich mich.
Ishalla ist ein Ausdruck, der in islamischen Laendern benutzt wird wie bei uns der Ausdruck "Schicksal" oder " wir werden sehen" (heisst uebersetzt: "so gott will") und hat mit Fundamentalismus nichts zu tun.
Sie implizieren, dass Milosevic durch das Tribunal vorsaetzlich umgebracht wurde. Das ist natuerlich Propaganda. Aber unter Nationalisten in Serbien eine verbreitete Legende.
Der letzte Beitrag in diesem Blog beschreibt uebrigens absurde Passbestimmungen in Serbien und hat sonst keine Botschaft, wenn sie das meinten.
http://denker.over-blog.com/
seine Helfershelfer, gab es die damals nicht? Die Aufarbeitung des Genozid, um die sollten sich die Serbier ebenfalls mit allen Kräften bemühen wollen. Ansonsten riecht es förmlich nach "Bauernopfer". Mir geht nicht ein, daß dies nur durch Befehl auszudrücken sei, nein es gab auch die ausführenden Soldaten und wahrscheinlich auch Schreibtischtäter. Was ist mit denen?Dies sei lediglich nachgefragt und bedeutet keinerlei Rache. Wenn man die Dinge aufklären will, dann bitte die ganze Wahrheit.debrasseur
bei genauem lesen des interviews sieht man, was kostunica schon an vorleistung gebracht hat, er hat wohl bereits eine große anzahl leitender personen und mitverantwortlicher ausgeliefert. davon hört man allerdings wenig, weil immer nur über die großen fische geschrieben wird.denken sie einfach auch einmal nach, wie lange deutschland und noch mehr österreich brauchte überhaupt nur anzufangen sich mit einer noch viel schlimmeren - wenn man solche vergleiche überhaupt ziehen darf - vergangenheit auseinanderzusetzen. wieviele von den alten schergen ungeschoren davonkamen und sogar in wichtige posten rückten. eine solche geschichte lähmt ein land, denn zum einen nagt tief drinnen das schuldgefühl, zumindest bei einer großen anzahl von menschen, zum anderen herrscht große angst als nation, als gruppe so sehr verdammt zu werdenh und ins abseits zu rutschen, dass man lieber verdrängt und verharmlost und auf andere schuldige zeigt als sich frontal der realität zu stellen.serbien wird das seine tun auch und vor allem dann wenn europa und die welt dran bleiben und die aufarbeitung einfordern.Rolihlahla
bei genauem lesen des interviews sieht man, was kostunica schon an vorleistung gebracht hat, er hat wohl bereits eine große anzahl leitender personen und mitverantwortlicher ausgeliefert. davon hört man allerdings wenig, weil immer nur über die großen fische geschrieben wird.denken sie einfach auch einmal nach, wie lange deutschland und noch mehr österreich brauchte überhaupt nur anzufangen sich mit einer noch viel schlimmeren - wenn man solche vergleiche überhaupt ziehen darf - vergangenheit auseinanderzusetzen. wieviele von den alten schergen ungeschoren davonkamen und sogar in wichtige posten rückten. eine solche geschichte lähmt ein land, denn zum einen nagt tief drinnen das schuldgefühl, zumindest bei einer großen anzahl von menschen, zum anderen herrscht große angst als nation, als gruppe so sehr verdammt zu werdenh und ins abseits zu rutschen, dass man lieber verdrängt und verharmlost und auf andere schuldige zeigt als sich frontal der realität zu stellen.serbien wird das seine tun auch und vor allem dann wenn europa und die welt dran bleiben und die aufarbeitung einfordern.Rolihlahla
bei genauem lesen des interviews sieht man, was kostunica schon an vorleistung gebracht hat, er hat wohl bereits eine große anzahl leitender personen und mitverantwortlicher ausgeliefert. davon hört man allerdings wenig, weil immer nur über die großen fische geschrieben wird.denken sie einfach auch einmal nach, wie lange deutschland und noch mehr österreich brauchte überhaupt nur anzufangen sich mit einer noch viel schlimmeren - wenn man solche vergleiche überhaupt ziehen darf - vergangenheit auseinanderzusetzen. wieviele von den alten schergen ungeschoren davonkamen und sogar in wichtige posten rückten. eine solche geschichte lähmt ein land, denn zum einen nagt tief drinnen das schuldgefühl, zumindest bei einer großen anzahl von menschen, zum anderen herrscht große angst als nation, als gruppe so sehr verdammt zu werdenh und ins abseits zu rutschen, dass man lieber verdrängt und verharmlost und auf andere schuldige zeigt als sich frontal der realität zu stellen.serbien wird das seine tun auch und vor allem dann wenn europa und die welt dran bleiben und die aufarbeitung einfordern.Rolihlahla
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