Rauchverbot Kampf um den blauen Dunst

Die Raucher sind in der Defensive. Sie dürfen ihrer Sucht meist nur noch draußen frönen. Doch muss der Staat sie wirklich so sehr gängeln?

Natürlich ist es schwer erträglich, wenn gerade Raucher von Freiheit sprechen. Ausgerechnet die, die jahrzehntelang so frei waren, ihre nicht-rauchenden Mitmenschen mit stinkendem Qualm einzunebeln. Dieselben Leute, die sich und andere ziemlich unbekümmert in Giftwolken gehüllt und das auch noch als Ausdruck eines lässigen Lebensgefühls verklärt haben. Wenn diese Leute heute über Diskriminierung und Tugendterror klagen, mag man nicht wirklich Mitleid mit ihnen haben.

Aber der gesellschaftliche Wind hat sich gedreht. Er bläst den Rauchern mittlerweile ihre eigenen Abgase kräftig ins Gesicht. Rauchverbote in Flugzeugen, U-Bahnen, Schulen und öffentlichen Gebäuden sind längst selbstverständlich, sogar die Tabakindustrie ist in der Defensive. Nichts zeigt das deutlicher als die Bilder der Raucher, die überall in Deutschland bei Wind und Wetter auf der Straße stehen und ihrer Sucht frönen, weil sie anderswo nicht mehr geduldet werden.

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Nein, Mitleid muss man nicht haben mit ihnen. Aber es könnte schon sein, dass der Staat beim Nichtraucherschutz überzogen hat. „Raucher werden nur noch als Störer behandelt, nicht mehr als Träger von Grundrechten“, hat der Verfassungsrechtler Heinrich Amadeus Wolff unlängst vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt. Der Jurist, selbst Nichtraucher, vertritt die Wirtin einer kleinen Berliner Kneipe, die wegen des Rauchverbots in Gaststätten pleite zu gehen droht.

Seit dem 1. Juli gelten solche Rauchverbote in allen Bars, Restaurants und Wirtschaften in Deutschland, und die Hälfte der Gastronomen melden seither Umsatzeinbußen, teils bis zu 20 oder 30 Prozent. Sie sehen sich deshalb in ihren Grundrechten verletzt, fühlen sich in ihrer Berufsfreiheit eingeschränkt, beklagen einen Eingriff in ihr Privateigentum. Am kommenden Mittwoch, am 30. Juli, wird das Bundesverfassungsgericht sein Urteil über Rauchverbote in Gaststätten verkünden. Für viele Wirte geht es dabei um die Existenz.

Für die Nichtraucherverbände und die Gesundheitspolitiker in Deutschland geht es dagegen um den Schutz der Nichtraucher. Passivrauchen tötet jedes Jahr über 3000 Menschen in der Bundesrepublik, unzählige mehr werden krank. Das ist wissenschaftlich unbestritten. Die Frage ist nur: Müssen die Nichtraucher immer und überall geschützt werden? Müssen sie wirklich darauf vertrauen können, dass es in jeder Gaststätte überall in Deutschland einen rauchfreien Raum gibt, wie es die Gesundheitsministerin von Baden-Württemberg, Monika Stolz, vor dem Bundesverfassungsgericht verlangt hat? Oder könnte es nicht auch andere Regeln geben, die die Raucher weniger gängeln und die Nichtraucher nicht bevormunden? Was etwa spräche dagegen, den Gastwirten ein Wahlrecht zu überlassen, ihr Lokal als Raucherkneipe oder als Nichtraucheretablissement zu führen, sichtbar für jeden Gast gekennzeichnet?

Dann könnte, wer ein Bier trinken will, frei entscheiden, wohin er geht. Und wenn sich der Nichtraucher für die Raucherkneipe entscheidet, dann müsste er eben selbst die Folgen tragen. So wird es in Spanien gehandhabt, und für eine solche „spanische Lösung“ werben heftig auch die Lobbyisten der deutschen Gastwirte.

Wie das Bundesverfassungsgericht entscheiden wird, ist ziemlich ungewiss. Sicher ist nur: Der Kampf ums Rauchen wird weitergehen. Es ist ein Kampf um viel Geld, um Gesundheit, und ja, auch ein Kampf um die Freiheit. Für frische Luft und gegen staatliche Gängelung.

Leser-Kommentare
  1. Die Lösung, jede Gastronomie kann selbst entscheiden, ob rauch- oder rauchfreie Zone, halte ich für sehr gewagt. Im Zweifel gibt es bald wieder nur Raucherkneipen/Bars/Restaurants und dann hat der Nichtraucher eben nicht mehr die Wahl, frei zu entscheiden, wo er hingeht.
    Ich denke, eine rauchfreie Zone, die auch wirklich räumlich getrennt von einer Raucherzone ist, ist das Mindeste, was man als Nichtraucher erwarten sollte. Über Einraumkneipen kann man gerne streiten. Diese Art der Kneipen wird eh überwiegend von Rauchern besucht, also kann man da meinetwegen eine Ausnahme machen.
    Aber wenn ich als Nichtraucher von Pontius zu Pilatus rennen muss, um endlich eine rauchfreie Zone finden zu können, die es evt. im Umkreis von 10km nicht gibt, dann hat sich für mich das Thema Gastronomiebesuch auf Dauer auch erledigt und dann bleibt es bei den Umsatzeinbußen der Gastronomen.

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    Richtig, es gibt keinen Anspruch auf Raucherräume oder Raucherkneipen – wo steht das auch geschrieben, im Grundgesetz? Dann fordere ich auch flächendeckende Hiphopkneipen, flächendeckende Spuck- oder Schießlokale.Ohne die NR gibt es in den Kneipen massive Umsatzeinbußen von bis zu 60% weil nur 25% rauchen, und diese auch weniger ausgeben.

    Richtig, es gibt keinen Anspruch auf Raucherräume oder Raucherkneipen – wo steht das auch geschrieben, im Grundgesetz? Dann fordere ich auch flächendeckende Hiphopkneipen, flächendeckende Spuck- oder Schießlokale.Ohne die NR gibt es in den Kneipen massive Umsatzeinbußen von bis zu 60% weil nur 25% rauchen, und diese auch weniger ausgeben.

  2. Was etwa spräche dagegen, den Gastwirten ein Wahlrecht zu überlassen,
    ihr Lokal als Raucherkneipe oder als Nichtraucheretablissement zu
    führen, sichtbar für jeden Gast gekennzeichnet?
    Eine unheimlich kreative Idee. Die Kneipe will ich sehen, die freiwillig ein Nichtraucheretablissement wird, waehrend die Konkurrenz dem Kunden das Rauchen erlaubt. Wenn sich jetzt schon Wirte beschweren, dass die Kundschaft ausbleibt, dann wird das bestimmt nicht besser, wenn man als einziger das Rauchen verbietet.Im Uebrigen war dies ja auch schliesslich die Regelung vorher. Ich habe aber nicht sonderlich viele Nichtraucherkneipen vorfinden koennen.Und so etwas wie die sogenannte Eckkneipenregelungen, wo einzelne Etablissements anders behandelt werden als andere, ist doch eigentlich wirklich ungerecht fuer viele Wirte.Letztendlich geht es um den Konflikt zweier Grundrechte: Einerseits um das Recht, in der Oeffentlichkeit keinen uebermaessigen Gesundheitsrisiken ausgesetzt zu sein. Andererseits um die Freiheit, einem Genuss bzw. einer Sucht zu froehnen, wie es einen beliebt.Ich denke, die Gesundheit derer, die nicht Rauchen wollen, sollte uns um einiges wichtiger sein.

    • Puka
    • 23.07.2008 um 13:09 Uhr

    Was bitte verbirgt sich hinter dem Satz:  "die Hälfte der Gastronomen melden seither Umsatzeinbußen, teils bis zu 20 oder 30 Prozent." Was soll das denn in absoluten Zahlen heißen? Hier wird nicht beschrieben wie hoch die Tatsächlichen Einbußen für die Gastronomie sind, sondern nur für die Hälfte der Gastronomen, vermutlich die Eckkneipenbesitzer, die zum Gesamtumsatz wenig beitragen aber stark von Rauchern abhängig sind. Eine reine Verschleierungsrhetorik, die man von Zeit-Artikeln nicht erwartet.Was mich besonders wundert, ist dass in allen Diskussionen der absolut wichtigste Punkt nie genannt wird: Rauchen muss tabuisiert werden (die Gründe hierfür sind vielseitig) und genau das wird mit einer Regel die die Raucher schlecht behandelt, bewerkstelligt.

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    Korrekt Puka. Wenn ich eine Umfrage unter 5 Wirten mache, davon erzählt einer von Rückgängen bis zu 30% dann kann ich nicht sagen: "Wirte haben bis zu 30% Rückgänge". Darüber hinaus wird das Verbot in den meisten Eckkneipen nicht eingehalten, bzw. sind nun Raucherclubs. Also können dort Einbußen schlecht auf das nichtrauchen geschoben werden wenn dort tatsächlich das rauchen erlaubt ist.In der Dehoga-Umfrage antworteten tatsächlich weniger als 3% aller Wirte in Deutschland. Und von diesen hatten dann 10% Rückgänge. Das heißt das lediglich 0,3% aller Wirte in Deutschland von Rückgängen berichten. Und in den Jahren vor dem Rauchverbot hatten auch "40% der Gastronomiebetriebe" Rückgänge.

    Korrekt Puka. Wenn ich eine Umfrage unter 5 Wirten mache, davon erzählt einer von Rückgängen bis zu 30% dann kann ich nicht sagen: "Wirte haben bis zu 30% Rückgänge". Darüber hinaus wird das Verbot in den meisten Eckkneipen nicht eingehalten, bzw. sind nun Raucherclubs. Also können dort Einbußen schlecht auf das nichtrauchen geschoben werden wenn dort tatsächlich das rauchen erlaubt ist.In der Dehoga-Umfrage antworteten tatsächlich weniger als 3% aller Wirte in Deutschland. Und von diesen hatten dann 10% Rückgänge. Das heißt das lediglich 0,3% aller Wirte in Deutschland von Rückgängen berichten. Und in den Jahren vor dem Rauchverbot hatten auch "40% der Gastronomiebetriebe" Rückgänge.

  3. Was spricht für eine Wahlfreiheit der Wirte?Nichts - außer die Angst mancher Nichtraucher, dass sie in eine Raucherkneipe gehen müssen, wenn sie denn Gesellschaft von Rauchern bzw. Nichtrauchern, die nichts gegen Rauch haben, genießen wollen.Selbst seit jahren Nichtraucher kann ich diese fast an religiösen Fanatismus grenzende Hetze gegen Raucher nicht nachvollziehen. Erst Recht nicht Menschen abzusprechen, innerhlab ihrer eigenen Räumlichkeiten wie gaststätten selbst darüber entscheiden zu dürfen, ob sie denn Rauchen zulassen wollen oder nicht.Wenn ein Nichtraucher Probleme damit hat eine Nichtraucherkneipe zu finden, dann so er sich einmal überlegen warum, wenn doch 2/3 der Bevölkerung Nichtraucher sind.Ein Grund dabei könnte sein, dass es sehr viele Nichtraucher wie mich gibt - nämlich menschen, denen es wenig ausmacht, wenn ihre Mitmenschen rauchen. Zumindest so wenig, dass es für sie meist keinen grund darstellt nicht in eine Kneipe hineinzugehen, wenn darin geraucht wird, um mit Freunden zusammen zu sien oder einfach einmal so ein Bierchen zu trinken.Es ist nur eine kleine Minderheit der Nichtraucher, die sich wirklich am Rauchverhalten ihrer Freunde und Bekannten derart stört, dass sie nicht mehr mit ihnen in entsprechende Gaststätten gehen.Selbstverständlich würde auch ich ankreuzen bei einer entsprechenden Umfrage, ob ich es angenehmer finde in einer Nichtraucherkneipe hineinzugehen als in eine Raucherkneipe. Allein ist dies eben wieder solch eine absolutfrage, die nicht darauf reflektiert, dass es mich z. b. noch viel mehr stören würde, wenn meine Freunde nicht rauchen könnten, obwohl sie es wollen, aufgrund eines Verbotes als das ich einen rauchfreie Umgebung habe.bei einem restauranebesuch zum essen stört es, wenn am nebentisch hemmungslos geraucht wird, wärend ich esse - aber mich stört auch, wenn dort sehr laut sich unterhalten wird, herumgekröhlt wird oder ein essen gegessen wird, dessen Duft ich als Penetrant empfinde.Ein Teil dieser Störungen, und dazu gehört auch ein unverhältnismäßgies Rauchen, beruht aber primär eben auf schlechten Benehmen und Rücksichtslosigkeit und weniger am rauchen an sich für mich.Wenn denn wirklich so vielen es so wichtig wäre, dass in gaststätten nicht geraucht würde, dann gäbe es auch dementsprechend viele gaststätten - anscheinend ist es aber vom gaststättenpublikum her gesehen nicht wirklich ein bedürfniss, dass in einer gaststätte nicht geraucht wird.Ob nun einfach die radikalen Nichtraucher sowieso so gut wie nie in gaststätten gehen oder woran es sonst liegt, weis ich nicht - aber gäbe es so viele an gaststättenbesuch interressierte Nichtraucher, die umbedingt in eine Rauchfreie kneipe gehen wollen, dann würde es wohl auch mehr strenge Nichtraucherkneipen geben oder eine dementsprechende Marktlücke hier vorhanden sein - sieht aber irgendwie absolut nicht danach aus.

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    Was Sie leider bei Ihrer Argumentation vergessen, dass das Argument gegen Rauchen in Kneipen eben nicht auf der Geruchsbelaestigung anderer Kunden aufbaut, sondern auf den gesundheitlichen Risiken, die dadurch entstehen. Und das hat eine ganz andere Qualitaet.Mir ist es egal, ob es die Leute stoert, wenn am Nebentisch geraucht wird. Mich stoert es, wenn Menschen zugemutet wird, frueher zu sterben, weil am Nebentisch geraucht wird.

    Nun - um von meinen persoenlichen Vorlieben auszugehen: Ich gehe als Nichtraucherin durchaus lieber in Nichtraucherkneipen, Restaurants und Cafes. Seit es das Rauchverbot gibt, habe ich auch endlich wieder mal ein paar Naechte durchgetanzt und Clubcultur genossen. Frueher, konnte ich immer nur eine halbe Stunde tanzen und musste danach eine halbe Stunde draussen frische Luft schnappen. Am naechsten Morgen hat man dann einen unglaublichen Hangover, selbst wenn man gar nicht soviel getrunken hat - einfach nur vom Qualm der anderen.Es stoert mich zwar nicht sonderlich, wenn in einem grossen Raum, vereinzelt hier und da mal jemand raucht und es ganz leicht nach Zigarette riecht - aber dieser Zustand kann ja von den wenigsten Gaststaetten eingehalten werden -  wenn gequalmt wird, dann meist richtig - und ohne Ruecksicht darauf, ob am Nebentisch gerade jemand isst. Grundsaetzlich haette ich auch nichts dagegen einzuwaenden, wenn es weiterhin -neben ausreichend Nichtraucherkneipen - auch Raucherkneipen gaebe. Allerdings wird sich dann in Deutschland nie eine richtige Kneipenkultur unter der Bedingung des draussen Rauchens entwickeln - und man wird nie wissen, ob die anfaenglichen Umsatzeinbrueche sich am Ende relativieren.Die Rede von der Diskreminierung der Raucher ist m.E. laecherlich. Es wird ja nicht der Mensch als Raucher ausgegrenzt, sondern nur der Vorgang des Rauchens. Der Raucher ist ja ueberall herzlich willkommen, solange er eben gerade nicht raucht. Genauso koennte man sich darueber ereifern, dass in Bibliotheken in der Regel nicht gegessen werden darf (mancher Ess- und Lesesuechtige wird sagen, diese beiden Genuesse gehoeren fuer ihn unmittelbar zusammen, dennoch wuerden sich wohl nur die wenigsten durch eine durchgestrichene Eistuete im Eingang "diskreminiert" fuehlen).

    Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Hardcoreraucher die es stört, wenn die Kneipe rauchfrei ist. Tatsächlich stört es 90% der Raucher nicht im Sinne der Freiheit der anderen kurz vor die Tür zu gehen. Und so machen ca. 5% der radikalen Raucher Wind, wo es eigentlich keinen Wind gibt.Kaum einen Raucher stört die rauchfreie Kneipe, NR ohnehin nicht. Es spricht also nicht für eine "Wahlfreiheit" die ja lediglich Wahlfreiheit für Raucher heißt, weil ein Raucher sich mit einem Rauchverbot kaum einschränken muss, der NR ohne Rauchverbot aber keine Wahlfreiheit hat.Warum also nicht rauchfreie Kneipen in denen 100% der NR und 99,9% der Raucher friedlich zusammen sitzen? Warum "Raucher"kneipen in denen dann 80% der Bevölkerung, nämlich die NR, draussen bleiben müssen?Was kommt dann als nächstes? Frauenkneipen, Männerkneipen, Ü30, Ü50Kneipen, Kneipen in denen nur Leute mit blauen Haaren reinkommen? Warum diese Trennungen? Die Menschen wollen feiern,Spaß haben, und das geht am besten GEMEINSAM und nicht in getrennten Raucher- Nichtrauchergehttos oder Kneipen. Was spricht also dagegen das ein Raucher in eine rauchfreie Kneipe geht? Nichts? Warum sollen sich gemischte Gruppen an einem Abend trennen, die Raucher dorthin, die NR dorthin gehen? Ist doch logischer wenn die gemischte Gruppe gemeinsam in die rauchfreie Kneipe geht, und die ein, zwei die rauchen gehen alle halbe Stunde mal für 10s raus. Die ganze Aufregung ist also umsonst: oder sollen Nichtraucher 24h am Tag draussen bleiben, weil zwei, drei Raucher zu faul sind für 10s vor die Tür zu gehen?

    "Selbst seit jahren Nichtraucher kann ich diese fast an religiösen Fanatismus grenzende Hetze gegen Raucher nicht nachvollziehen."
    Lieber "toleranter" Nichtraucher, der Sie meinen, alle Nichtraucher, die Ihr Recht durchsetzen wollen, in Ihrer unmittelbaren Umgebung nicht vollgepafft zu werden, seien militant oder gar fanatistisch,
    ich bin kein militanter Nichtraucher, weil ich einfach ungestört und vor allen Dingen unberaucht mein Leben leben möchte. Ich bin ja auch kein militanter Nichtkiffer oder gar Nichtfurzer, weil ich weder vollgekifft noch vollgefurzt werden möchte. Ich möchte auch nicht gefragt werden, ob man in meiner Gegenwart am Nebentisch rauchen darf, weil ich auch niemanden frage, ob ich mal gepflegt einen Furz ablassen darf, weil mir gerade danach ist.
    Nur weil es früher erlaubt war, in Kneipen, Bars und Restaurants ungestört eine Rauchen zu dürfen, muss es noch lange nicht richtig gewesen sein. Man ist heute einfach einen Schritt weiter und Rauchen ist halt gesellschaftlich nicht mehr so anerkannt wie früher. Ich bin deswegen auch nicht ungesellig oder eine Spaßbremse, weil ich den Rauchern ihren Spaß nicht gönne. Die können so viel rauchen wie sie wollen, bloß sollen sie mich damit nicht belästigen. Denn ich fühle mich belästigt durch Rauch und meine Anzüge bringen die Raucher für mich leider auch nicht in die Reinigung, um sie vom lästigen Rauch zu befreien, noch zahlen sie mir die Rechnung dafür.
    Rauchen ist eine Sucht, nur ist sie nicht verboten. Genauso wenig wie Alkohol verboten ist, obwohl suchtgefährdend (Fachleute streiten darüber, ob Alkohl genauso gefährlich ist wie Heroin). Kiffen ist verboten, Koksen auch. Und von daher sehe ich mich einfach auf der Seite derjenigen, die das Recht haben, unbehelligt und unberaucht ihr Leben leben zu dürfen. Und dafür muss ich mich eigentlich nicht rechtfertigen, auch vor einem "toleranten" Nichtraucher nicht, der das Totschlagargument bemüht, er sei Nichtraucher und hätte nichts dagegen, wenn in seiner Gegenwart geraucht wird und von daher seien alle Nichtraucher, die anders denken fanatistisch und militant. Denn dieses Argument langweilt mich mehr und mehr.

    Was Sie leider bei Ihrer Argumentation vergessen, dass das Argument gegen Rauchen in Kneipen eben nicht auf der Geruchsbelaestigung anderer Kunden aufbaut, sondern auf den gesundheitlichen Risiken, die dadurch entstehen. Und das hat eine ganz andere Qualitaet.Mir ist es egal, ob es die Leute stoert, wenn am Nebentisch geraucht wird. Mich stoert es, wenn Menschen zugemutet wird, frueher zu sterben, weil am Nebentisch geraucht wird.

    Nun - um von meinen persoenlichen Vorlieben auszugehen: Ich gehe als Nichtraucherin durchaus lieber in Nichtraucherkneipen, Restaurants und Cafes. Seit es das Rauchverbot gibt, habe ich auch endlich wieder mal ein paar Naechte durchgetanzt und Clubcultur genossen. Frueher, konnte ich immer nur eine halbe Stunde tanzen und musste danach eine halbe Stunde draussen frische Luft schnappen. Am naechsten Morgen hat man dann einen unglaublichen Hangover, selbst wenn man gar nicht soviel getrunken hat - einfach nur vom Qualm der anderen.Es stoert mich zwar nicht sonderlich, wenn in einem grossen Raum, vereinzelt hier und da mal jemand raucht und es ganz leicht nach Zigarette riecht - aber dieser Zustand kann ja von den wenigsten Gaststaetten eingehalten werden -  wenn gequalmt wird, dann meist richtig - und ohne Ruecksicht darauf, ob am Nebentisch gerade jemand isst. Grundsaetzlich haette ich auch nichts dagegen einzuwaenden, wenn es weiterhin -neben ausreichend Nichtraucherkneipen - auch Raucherkneipen gaebe. Allerdings wird sich dann in Deutschland nie eine richtige Kneipenkultur unter der Bedingung des draussen Rauchens entwickeln - und man wird nie wissen, ob die anfaenglichen Umsatzeinbrueche sich am Ende relativieren.Die Rede von der Diskreminierung der Raucher ist m.E. laecherlich. Es wird ja nicht der Mensch als Raucher ausgegrenzt, sondern nur der Vorgang des Rauchens. Der Raucher ist ja ueberall herzlich willkommen, solange er eben gerade nicht raucht. Genauso koennte man sich darueber ereifern, dass in Bibliotheken in der Regel nicht gegessen werden darf (mancher Ess- und Lesesuechtige wird sagen, diese beiden Genuesse gehoeren fuer ihn unmittelbar zusammen, dennoch wuerden sich wohl nur die wenigsten durch eine durchgestrichene Eistuete im Eingang "diskreminiert" fuehlen).

    Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Hardcoreraucher die es stört, wenn die Kneipe rauchfrei ist. Tatsächlich stört es 90% der Raucher nicht im Sinne der Freiheit der anderen kurz vor die Tür zu gehen. Und so machen ca. 5% der radikalen Raucher Wind, wo es eigentlich keinen Wind gibt.Kaum einen Raucher stört die rauchfreie Kneipe, NR ohnehin nicht. Es spricht also nicht für eine "Wahlfreiheit" die ja lediglich Wahlfreiheit für Raucher heißt, weil ein Raucher sich mit einem Rauchverbot kaum einschränken muss, der NR ohne Rauchverbot aber keine Wahlfreiheit hat.Warum also nicht rauchfreie Kneipen in denen 100% der NR und 99,9% der Raucher friedlich zusammen sitzen? Warum "Raucher"kneipen in denen dann 80% der Bevölkerung, nämlich die NR, draussen bleiben müssen?Was kommt dann als nächstes? Frauenkneipen, Männerkneipen, Ü30, Ü50Kneipen, Kneipen in denen nur Leute mit blauen Haaren reinkommen? Warum diese Trennungen? Die Menschen wollen feiern,Spaß haben, und das geht am besten GEMEINSAM und nicht in getrennten Raucher- Nichtrauchergehttos oder Kneipen. Was spricht also dagegen das ein Raucher in eine rauchfreie Kneipe geht? Nichts? Warum sollen sich gemischte Gruppen an einem Abend trennen, die Raucher dorthin, die NR dorthin gehen? Ist doch logischer wenn die gemischte Gruppe gemeinsam in die rauchfreie Kneipe geht, und die ein, zwei die rauchen gehen alle halbe Stunde mal für 10s raus. Die ganze Aufregung ist also umsonst: oder sollen Nichtraucher 24h am Tag draussen bleiben, weil zwei, drei Raucher zu faul sind für 10s vor die Tür zu gehen?

    "Selbst seit jahren Nichtraucher kann ich diese fast an religiösen Fanatismus grenzende Hetze gegen Raucher nicht nachvollziehen."
    Lieber "toleranter" Nichtraucher, der Sie meinen, alle Nichtraucher, die Ihr Recht durchsetzen wollen, in Ihrer unmittelbaren Umgebung nicht vollgepafft zu werden, seien militant oder gar fanatistisch,
    ich bin kein militanter Nichtraucher, weil ich einfach ungestört und vor allen Dingen unberaucht mein Leben leben möchte. Ich bin ja auch kein militanter Nichtkiffer oder gar Nichtfurzer, weil ich weder vollgekifft noch vollgefurzt werden möchte. Ich möchte auch nicht gefragt werden, ob man in meiner Gegenwart am Nebentisch rauchen darf, weil ich auch niemanden frage, ob ich mal gepflegt einen Furz ablassen darf, weil mir gerade danach ist.
    Nur weil es früher erlaubt war, in Kneipen, Bars und Restaurants ungestört eine Rauchen zu dürfen, muss es noch lange nicht richtig gewesen sein. Man ist heute einfach einen Schritt weiter und Rauchen ist halt gesellschaftlich nicht mehr so anerkannt wie früher. Ich bin deswegen auch nicht ungesellig oder eine Spaßbremse, weil ich den Rauchern ihren Spaß nicht gönne. Die können so viel rauchen wie sie wollen, bloß sollen sie mich damit nicht belästigen. Denn ich fühle mich belästigt durch Rauch und meine Anzüge bringen die Raucher für mich leider auch nicht in die Reinigung, um sie vom lästigen Rauch zu befreien, noch zahlen sie mir die Rechnung dafür.
    Rauchen ist eine Sucht, nur ist sie nicht verboten. Genauso wenig wie Alkohol verboten ist, obwohl suchtgefährdend (Fachleute streiten darüber, ob Alkohl genauso gefährlich ist wie Heroin). Kiffen ist verboten, Koksen auch. Und von daher sehe ich mich einfach auf der Seite derjenigen, die das Recht haben, unbehelligt und unberaucht ihr Leben leben zu dürfen. Und dafür muss ich mich eigentlich nicht rechtfertigen, auch vor einem "toleranten" Nichtraucher nicht, der das Totschlagargument bemüht, er sei Nichtraucher und hätte nichts dagegen, wenn in seiner Gegenwart geraucht wird und von daher seien alle Nichtraucher, die anders denken fanatistisch und militant. Denn dieses Argument langweilt mich mehr und mehr.

    • My Ops
    • 23.07.2008 um 14:15 Uhr

    Ich empfinde die ganze Diskussion darum wirklich als eine Zumutung. Das Problem, welches von Vielen nicht erkannt wird, ist doch, dass es hierbei nicht wirklich um das Rauchen an sich geht. Natürlich ist Rauchen schädlich für den Raucher, sowie auch für den der passiv rauchenden Nichtraucher. Aber es beschwert sich doch auch niemand über seine passive Schädigung durch beispielsweise rücksichtslose Ausbeutung der Erde. Klingt jetzt etwas pathetisch, aber im Grunde genommen ist ein Verbot doch immer als negativ zu bewerten, gerade bei der Banalität des Rauchens. Ich stimme Zagreus völlig zu, wenn er von schlechtem Benehmen spricht. Ich bin Raucher, aber ich frage meinen Tischnachbarn im Restaurant, ob es ihn störe, wenn ich nach dem Essen rauche. Wo liegt das Problem hierbei - doch nicht am Rauchen selbst. Ein Rauchverbot wird einfach durchgesetzt und in diesem Falle wird doch nichts weiter als Handlungsaktionismus demonstriert, obwohl es viel wichtigere Dinge, wie beispielsweise Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland, gibt. Da sprechen die Moralapostel von Verschleierungsrhetorik. Das einzige, was hier verschleiert wird, ist das tiefe Unbehagen, die wirklichen Probleme nicht lösen zu können oder anzugehen, bei gleichzeitiger Demonstration von Handlungsvollmacht, durch Verbote, die ins alltäglich Leben massiv eingreifen. Und jeder schließt sich einer Meinungskampangne an, die jetzt seit ein paar Jahren massiv durch EU etc. forciert wird. Ich fühle mich z.B. belästigt, wenn ich mir im Kino zwei geschmacklose Krebs-Angst-Werbespots ansehen muss. Es sind die gleichen Mechanismen, wie in der Antiraubkopierkampangne. Von den eigentlichen Problemen wird man abgelenkt, unsere Ressourcen fließen in Seichtigkeiten von Geschmacksfragen dahin... Bravo!!!

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    Jaja, Ihre Argumentation ist die gleiche wie: "Ich bin gerade bei Rot über die Straße gefahren – warum hält mich die Polizei an, es gibt doch viel schlimmere Sachen!"Bye the way: im Restaurant sitzen und essen immer Menschen, ich bezweifle das sie dort jeden fragen können und werden. Und wenn sie nichts gegen das fragen haben, haben sie auch genauso wenig dagegen das Sie jetzt einfach nach dem Raucherbereich fragen. Ist doch logischer wenn ein Raucher den Rauchbereich sucht, anstatt 10 NR den NRbereich.

    Jaja, Ihre Argumentation ist die gleiche wie: "Ich bin gerade bei Rot über die Straße gefahren – warum hält mich die Polizei an, es gibt doch viel schlimmere Sachen!"Bye the way: im Restaurant sitzen und essen immer Menschen, ich bezweifle das sie dort jeden fragen können und werden. Und wenn sie nichts gegen das fragen haben, haben sie auch genauso wenig dagegen das Sie jetzt einfach nach dem Raucherbereich fragen. Ist doch logischer wenn ein Raucher den Rauchbereich sucht, anstatt 10 NR den NRbereich.

  4. Was Sie leider bei Ihrer Argumentation vergessen, dass das Argument gegen Rauchen in Kneipen eben nicht auf der Geruchsbelaestigung anderer Kunden aufbaut, sondern auf den gesundheitlichen Risiken, die dadurch entstehen. Und das hat eine ganz andere Qualitaet.Mir ist es egal, ob es die Leute stoert, wenn am Nebentisch geraucht wird. Mich stoert es, wenn Menschen zugemutet wird, frueher zu sterben, weil am Nebentisch geraucht wird.

    Antwort auf "Was spricht für eine"
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    Und genau das ist der Unsinn. NIEMAND STIRBT FRÜHER WEIL AM NEBENTISCH GERAUCHT WIRD!!! Nicht einmal der Raucher selbst muss zwangsweise früher sterben. Seine Chance, an bestimmten Krankheiten zu erkranken ist erhöht. Es gibt aber nicht einen einzigen Menschen auf dieser Welt, der durch Passivrauch gestorben wäre. Die Passivrauchlüge der WHO bzw. des "Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle der WHO im DKFZ" ist nichts weiter als Panikmache um das Ziel der WHO, eine tabakfreie Welt, durchzusetzen. Dr. Michael Siegel, bekennender Nichtraucher und jahrelang Mitkämpfer in Antitabakorganisationen hat in seinem Geständnis klar zugegeben, dass Antirauchergruppen bewußt lügen, insbesondere bei den angeblichen Gefahren des sogenannten Passivrauchens. Hier hat jemand dieses Geständnis übersetzt: http://raucherbewegung.eu....Ansonsten empfehle ich einmal nach "Passivrauchlüge" zu suchen und sich weiterzubilden.

    Und genau das ist der Unsinn. NIEMAND STIRBT FRÜHER WEIL AM NEBENTISCH GERAUCHT WIRD!!! Nicht einmal der Raucher selbst muss zwangsweise früher sterben. Seine Chance, an bestimmten Krankheiten zu erkranken ist erhöht. Es gibt aber nicht einen einzigen Menschen auf dieser Welt, der durch Passivrauch gestorben wäre. Die Passivrauchlüge der WHO bzw. des "Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle der WHO im DKFZ" ist nichts weiter als Panikmache um das Ziel der WHO, eine tabakfreie Welt, durchzusetzen. Dr. Michael Siegel, bekennender Nichtraucher und jahrelang Mitkämpfer in Antitabakorganisationen hat in seinem Geständnis klar zugegeben, dass Antirauchergruppen bewußt lügen, insbesondere bei den angeblichen Gefahren des sogenannten Passivrauchens. Hier hat jemand dieses Geständnis übersetzt: http://raucherbewegung.eu....Ansonsten empfehle ich einmal nach "Passivrauchlüge" zu suchen und sich weiterzubilden.

  5. der kampf rauch gegen nichtrauch wird an der falschen front geführt.mir als nichtraucher ist es schnurzpiepegal ob in kneipen,restaurants,cafes und anderer diverser lokalitäten geraucht wird oder nicht.hier würde ich die unternehmerische freiheit des lokalbesitzers(oder pächters) gelten lassen.mit einer auflage:dass an der tür angeschlagen wird,ob im lokal raucherfreiheit besteht oder nicht.dass sich die wirte entsprechend deklarieren.sollte in diesem fall nur noch raucherlokale geben,kommt sicher ein findiger kopf und öffnet eine stube für nichtraucher.meine probleme mit den rauchern ergeben sich eher in den öffentlichen parkanlagen,den grünen lungen der stadt,wo man sich aber dank der raucher sehr schnell eine schwarze lunge holt.hier schlage ich im interesse einer friedlichen koexistenz vor,grüne(für nichtraucher)und schwarze(für raucher)bänke aufzustellen.     g.w.

  6. Nun - um von meinen persoenlichen Vorlieben auszugehen: Ich gehe als Nichtraucherin durchaus lieber in Nichtraucherkneipen, Restaurants und Cafes. Seit es das Rauchverbot gibt, habe ich auch endlich wieder mal ein paar Naechte durchgetanzt und Clubcultur genossen. Frueher, konnte ich immer nur eine halbe Stunde tanzen und musste danach eine halbe Stunde draussen frische Luft schnappen. Am naechsten Morgen hat man dann einen unglaublichen Hangover, selbst wenn man gar nicht soviel getrunken hat - einfach nur vom Qualm der anderen.Es stoert mich zwar nicht sonderlich, wenn in einem grossen Raum, vereinzelt hier und da mal jemand raucht und es ganz leicht nach Zigarette riecht - aber dieser Zustand kann ja von den wenigsten Gaststaetten eingehalten werden -  wenn gequalmt wird, dann meist richtig - und ohne Ruecksicht darauf, ob am Nebentisch gerade jemand isst. Grundsaetzlich haette ich auch nichts dagegen einzuwaenden, wenn es weiterhin -neben ausreichend Nichtraucherkneipen - auch Raucherkneipen gaebe. Allerdings wird sich dann in Deutschland nie eine richtige Kneipenkultur unter der Bedingung des draussen Rauchens entwickeln - und man wird nie wissen, ob die anfaenglichen Umsatzeinbrueche sich am Ende relativieren.Die Rede von der Diskreminierung der Raucher ist m.E. laecherlich. Es wird ja nicht der Mensch als Raucher ausgegrenzt, sondern nur der Vorgang des Rauchens. Der Raucher ist ja ueberall herzlich willkommen, solange er eben gerade nicht raucht. Genauso koennte man sich darueber ereifern, dass in Bibliotheken in der Regel nicht gegessen werden darf (mancher Ess- und Lesesuechtige wird sagen, diese beiden Genuesse gehoeren fuer ihn unmittelbar zusammen, dennoch wuerden sich wohl nur die wenigsten durch eine durchgestrichene Eistuete im Eingang "diskreminiert" fuehlen).

    Antwort auf "Was spricht für eine"

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