Demokratie Abschied von der Volkspartei
Die CDU hat erstmals mehr Mitglieder als die SPD. Ein Grund zum Jubeln ist das nicht: Beiden großen Parteien laufen die Mitglieder in Scharen davon – aus klaren Gründen

© Krafft Angerer/Getty Images
Die beiden großen Volksparteien SPD und CDU verlieren Mitglieder, aber soweit, dass die Plätze beim Parteitag leer bleiben, ist es noch lange nicht.
Stolz sprach CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla am Montag von einem „historischen Tag“. War die SPD in den siebziger Jahren, auf ihrem Höhepunkt, noch fast doppelt so stark wie die Christdemokraten, so ist die CDU nun erstmals an den Sozialdemokraten vorbeigezogen: Sie meldet jetzt 530.755 Mitglieder gegenüber 529.994 der SPD und kann sich nun größte deutsche Partei nennen, auch wenn die Differenz gerade einmal 761 Mitglieder beträgt.
Ein Grund zum Feiern ist das allerdings nicht. Besagen die Zahlen doch nur, dass der SPD die Mitglieder noch schneller davonlaufen als der CDU. Rund die Hälfte ihrer Mitglieder hat die SPD seit den Rekordzeiten der siebziger Jahre verloren, als mehr als eine Millionen Menschen das rote Parteibuch besaßen. Der CDU, die nie eine solche Massenpartei war, kam seit Anfang der achtziger Jahre ein Viertel ihrer Mitglieder abhanden.
Zudem ist in beiden Parteien etwa jeder Zweite über 60 Jahre alt. Der Trend zum Mitgliederschwund und zur Überalterung hält an, Nachwuchs hingegen macht sich rar.
Für diese Entwicklung gibt es viele Gründe: die Auflösung der politischen Milieus, Politikverdrossenheit, das Desinteresse nicht nur, aber besonders der Jugend an festen Bindungen an politische und sonstige Großorganisationen, das zum Beispiel auch die Gewerkschaften und die Kirchen trifft.
Viele politsch Interessierte engagieren sich mittlerweile lieber in Bürgerinitiativen oder sonstigen punktuellen Aktionen, wo sie ihre Ziele und Vorstellungen schneller und leichter zu erreichen glauben. Parteien mit ihren hergebrachten Politik-Ritualen und mühseligen Prozessen der Meinungsbildung sind für sie schlichtweg nicht mehr attraktiv.
Bei der SPD rächt sich zudem, dass ihr Bundeskanzler Gerhard Schröder die umstrittene Agenda 2010 gegen die Überzeugung einer Mehrheit der Partei durchgesetzt und sich nicht einmal ansatzweise die Mühe gemacht hat, im Vorfeld innerparteilich dafür zu werben. Da war es kein Wunder, dass die Mitglieder massenweise ihr Parteibuch zurückgaben oder gleich zur neuen linken Konkurrenz von Oskar Lafontaine wechselten.
- Datum 28.04.2009 - 16:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wer soll denn in diese Parteien ein treten, die nur die Interessen der oberen 10 000 vertreten. Die Kasperpuppen der Lobbyisten. Mich haben die nur vertreten, wenn es auch der Lobby passt. Die Wahlversprechen halten sie nicht auser , wenn man Steuererhöhungen verspricht. Ach so, da übertrifft man sich sogar. Ich brauche diese Schmarotzer in keiner weise.
Unter meinen Freunden und Verwandten kenne ich einige, die ausgetreten sind (Kirche, Partei). Geblieben sind nur die, die mittlerweile über 80 Jahre alt sind.
Großes Engagement sehe ich hingegen bei fast allen in kleinen Gruppen, angefangen bei Hospizvereinen und aufgehört bei Bloggern. Der Spass an der Partei oder der kirche ist gleich Null: Keine Visionen, Verwaltung von Machtinteressen, kein Blick auf die Unter- und Mittelschicht, das hört man meistens als Vorwurf.
Es fehlen auch die Sympathieträger. Exkanzler Schröder hat mit HartzIV und seinem Gazprom-Vertrag da unglaublich viel zerschlagen. In der SPD war Müntefering der letzte wirkliche Sympathieträger. In der CDU ist sicher die Kanzlerin sympathisch, aber sie macht kaum Innenpolitik und überlässt zu vieles Herrn Pofalla.
Die Party findet mittlerweile woanders statt: Im Internet, in ShortMessages in kleinen Gruppen. Auch die Kirche besteht ja im wesentlichen aus karteimitgliedern, denen es auf Taufe, Kommunion/Konfirmation, Hochzeit und Beerdigung ankommt, nicht aber auf Gottesdienst und Gemeindearbeit. Zu verstaubt, zu trocken aber auch korrupt (Pöstchenschieberei). Ehrliche spirituelle Menschen findet man doch eher woanders.
Fürs "Volk" arbeiten die doch schon lange nicht mehr, sondern eher für die eigene Karriere in Politik und/oder Wirtschaft. Dazu braucht es derzeit einen kräftigen Schuß Neoliberalismus und Menschenverachtung im Blut. Wie hätte man sonst so etwas schwachsinniges wie eine Riesterrente und das nötige Umfeld dazu geschehen lassen können.Gegen Mindestlöhne und Konjunkturprogramme (das von Glos ist keines) wehrt man sich nun im Abschwung vehement, hat aber Banken, Versicherern mit Riesterrenten die Lizenz zum Geld drucken gegeben und gleichzeitig die Arbeitgeber um Milliarden entlastet. Ähnliches bei der AV und demnächst auch bei der KV. Es wird weiter von unten nach oben umverteilt.Auch das hier ist keinesfalls richtig, sondern "Schönsprech":"Inzwischen haben die Medien die Mittlerfunktionen der Parteien
weitgehend übernommen. Die Parteiführung kommuniziert über das
Fernsehen, über Zeitungen und über das Internet mit ihren Anhängern.
Das Onlineforum ersetzt den Ortsverein."Die Medien haben inzwischen eine ganz andere Funktion aufgrund der Besitzverhältnisse. Wenn nur noch 6 (ziemlich gleich gesinnte) Großverleger über die Macht bei fast allen Print- und TV-Medien verfügen und gleichzeitig auch noch Think-Tanks und diverse Arbeitgeber-Institute auf die Parteien und Regierungen loslassen, dann machen diese Medien fast mehr Stimmung und Politik als die Parteien - die eigentlich nur "zur politischen Willensbildung beitragen" sollen, aber nicht diese machen sollen. Und schon wären wir beim Thema EU und Lissabonvertrag - worauf ich aber in diesem Zusammenhang nicht eingehen werde - obwohl auch das in jedem Fall dazu gehört.Ansonsten möchte ich mich #1 und #2 anschliessen - wobei ich anmerken möchte, dass weder ein Herr Pofalla noch ein Herr Kauder etwas tut, was Frau Kanzlerin missfallen könnte oder nicht dem Grunde nach abgestimmt ist. Da sollte man sich nichts vormachen bei Merkels Sprechmäulern.Zugegebenerweise habe ich nach langen Jahren "meine" SPD vor etwa 10 Jahren verloren und aufgegeben. Schröder und seine Helfer bei Seeheimern und Netzwerkern, die neoliberalen Steinmeier (u.a. Hartz IV), Steinbrück, Clement, Zypries, Schily, Platzek, Wiefelspütz und Schmidt u.v.a. haben der SPD den letzten Rest von Glaubwürdigkeit genommen und die eher tragische Figur Beck dürfte auch bald weg sein. Die wahren SPD-Leute sammeln sich bei den Linken, da sie in der eigenen Partei kein Bein mehr auf die Erde bekommen. Wenn die SPD noch auf 20% kommt in 2009 dürfte das ein gutes Ergebnis sein und könnte zusammen mit der CDU gerade so für die nächste Schweinekoalition reichen - worauf Steinmeier und Steinbrück spekulieren zum Erhalt der Macht.
Sie könnten dann nämlich eine wichtige Rolle in der Umgestaltung unserer politischen Arena übernehmen. Nämlich dann wenn sie solche Bürgerinitiativen dauerhaft verfolgen und über deren Erfolg oder Mißerfolg berichten.Parteilose engagierte Menschen könnten dann eher in politischen Ämtern landen. Im Unterschied zum heutigen Politker nicht deshalb gewählt werden, weil sie auf einer Liste stehen, sondern weil sie es wirklich verdient haben.Was mich verwundert ist, z.B. in Großbritannien ist die örtliche Zeitung nach wie vor lebendig. Weshalb funktioniert die Sache in Deutschland nicht.
hier hat ein Medienkonzern mit Nazi-Vergangenheit (Bertelsmann), der später auch für seine Ausbeutung von Drückerkolonnen berüchtigt wurde, ganze Arbeit geleistet. Seit der Übernahme von Gruner&Jahr gehören dem Konzern etwa 70% aller Zeitschriften. Auf die Presseagenturen, von denen ja auch die Zeitungen ihre Meldungen beziehen, kann er aufgrund seiner Eigenschaft als guter und finanzstarker Kunde ebenfalls Druck ausüben. Es gehören dem Konzern auch mehrere renommierte Buchverlage und außerdem private Fernsehsender (RTL-Group). In vielen Produkten, auf denen was anderes draufsteht, ist in Wirklichkeit Bertelsmann drin.Der Bertelsmann -Konzern ist der zweitgrößte Medienkonzern der Welt.Der Konzern macht jedes Jahr Milliardengewinne. Steuern zahlt er kaum, da er nämlich drei Viertel seines Kapitals auf die Bertelsmann -Stiftung ausgelagert hat, die sich als gemeinnützig ausgibt. Durch die Stiftung übt der Konzern, der nach wie vor in fester Hand der Familie Mohn ist, politischen Einfluss aus. Ein Beispiel dafür ist die CHE, die fleißig für die Einführung von Studiengebühren eingetreten ist, und die Vermarktung der Hochschulen eingetreten ist.Die ZEIT ist übrigens durch ihre eigene Stiftung finanziell mit der Bertelsmann-Stiftung verbunden.__________________________________________________________________
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
hier hat ein Medienkonzern mit Nazi-Vergangenheit (Bertelsmann), der später auch für seine Ausbeutung von Drückerkolonnen berüchtigt wurde, ganze Arbeit geleistet. Seit der Übernahme von Gruner&Jahr gehören dem Konzern etwa 70% aller Zeitschriften. Auf die Presseagenturen, von denen ja auch die Zeitungen ihre Meldungen beziehen, kann er aufgrund seiner Eigenschaft als guter und finanzstarker Kunde ebenfalls Druck ausüben. Es gehören dem Konzern auch mehrere renommierte Buchverlage und außerdem private Fernsehsender (RTL-Group). In vielen Produkten, auf denen was anderes draufsteht, ist in Wirklichkeit Bertelsmann drin.Der Bertelsmann -Konzern ist der zweitgrößte Medienkonzern der Welt.Der Konzern macht jedes Jahr Milliardengewinne. Steuern zahlt er kaum, da er nämlich drei Viertel seines Kapitals auf die Bertelsmann -Stiftung ausgelagert hat, die sich als gemeinnützig ausgibt. Durch die Stiftung übt der Konzern, der nach wie vor in fester Hand der Familie Mohn ist, politischen Einfluss aus. Ein Beispiel dafür ist die CHE, die fleißig für die Einführung von Studiengebühren eingetreten ist, und die Vermarktung der Hochschulen eingetreten ist.Die ZEIT ist übrigens durch ihre eigene Stiftung finanziell mit der Bertelsmann-Stiftung verbunden.__________________________________________________________________
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
hier hat ein Medienkonzern mit Nazi-Vergangenheit (Bertelsmann), der später auch für seine Ausbeutung von Drückerkolonnen berüchtigt wurde, ganze Arbeit geleistet. Seit der Übernahme von Gruner&Jahr gehören dem Konzern etwa 70% aller Zeitschriften. Auf die Presseagenturen, von denen ja auch die Zeitungen ihre Meldungen beziehen, kann er aufgrund seiner Eigenschaft als guter und finanzstarker Kunde ebenfalls Druck ausüben. Es gehören dem Konzern auch mehrere renommierte Buchverlage und außerdem private Fernsehsender (RTL-Group). In vielen Produkten, auf denen was anderes draufsteht, ist in Wirklichkeit Bertelsmann drin.Der Bertelsmann -Konzern ist der zweitgrößte Medienkonzern der Welt.Der Konzern macht jedes Jahr Milliardengewinne. Steuern zahlt er kaum, da er nämlich drei Viertel seines Kapitals auf die Bertelsmann -Stiftung ausgelagert hat, die sich als gemeinnützig ausgibt. Durch die Stiftung übt der Konzern, der nach wie vor in fester Hand der Familie Mohn ist, politischen Einfluss aus. Ein Beispiel dafür ist die CHE, die fleißig für die Einführung von Studiengebühren eingetreten ist, und die Vermarktung der Hochschulen eingetreten ist.Die ZEIT ist übrigens durch ihre eigene Stiftung finanziell mit der Bertelsmann-Stiftung verbunden.__________________________________________________________________
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Das die Medien die Parteien in der Willensbildung und der Vermittlung dieser ablösen wäre nicht besonders bemerkenswert.Jedoch ist der hohe Konzentrationsgrad deutscher Medien und die dahinterstehenden wirtschaftlichen Interessen eine ernsthafte Bedrohung der Demokratie, wie übrigens alle Fälle wirtschaftlicher Konzentrationsprozesse. Schon heute vertreten mehr als 50% der Bevölkerung eine andere Meinung bzw. gewichten andere Themen als wichtig als dies in der Medienlandschaft vermittelt wird.Zwar steigt der Anteil der Menschen, die zwar die medial verbreitete politischen Schlagwörter vertreten, doch erlebe ich praktisch in fast jedem persönlichen Gespräch, dass jenseits dieser Gehirnwäsche völlig andere Vorstellungen damit verbunden werden, als die gleichgeschalteten offiziellen Schlagworte vermuten lassen. Politische Schlagworte, Programme bedienen meistens nur noch die emotionale Ebene und polarisieren nach dem Motto "teile und herrsche" die Bevölkerung. Dabei kann man häufig feststellen, das auf diese Weise manipulierte Menschen, die sich auf heftigste politisch bekämpfen tatsächlich häufig die selbe Meinung haben, es bloss nicht wissen.Die Menschen spüren diesen Betrug, sind aber durch die sprachliche Kodifizierungen und Vereinfachungen der Medien praktisch sprachlos gemacht worden, da es sehr kompliziert geworden ist, diese Schubladen zu verlassen, ohne sofort in eine diskreditierte Schublade gestossen zu werden (Inflationäre Rechtsradikalen Vorwürfe). Was bleibt ist der Ekel und das Abwenden vom System selbst, dass mit immer größerer Intolleranz sich selbst schützt und jeden Angriff mit einer medialen Hinrichtung ahndet.Berthold Grabe
Gut gebrüllt, Berthold. Da kann ich nur zustimmen. Unsere Sprache ist verseucht und infiziert. Politiker und Mörder haben sie zu ihrer Politiker und Mördersprache gemacht und erfinden böse Wörter. Wörter die benutzt werden wollen auch gebraucht werden. Wer lange genug "Terror" ruft sieht ihn bald überall, wer Konflikte zwischen Religionen und Menschen herbeischreibt kann bald über echte berichten. Und darum geht es doch den Medien: Berichten, enthüllen, erster sein, am lautesten sein, am schrillsten. Unschuld gibt es nicht, sondern nur unterschiedliche Facetten der Schuld (gut, den Satz hab ich geklaut).
Was wir brauchen ist eine neue Sprache, eine schöne, blumige, frische Sprache, mit der nichts böses angerichtet werden kann. Wie lange bitte schön hab ich schon keinen Artikel mehr über Blumen gelesen? Wir sollten einfach aufhören uns mit Politik zu beschäftigen und Politik an sich boykottieren. Akzeptieren wir einfach die Ohnmacht des Bürgers und seine Entrechtung. Der Staat will ignoriert werden. Beschäftigen wir uns lieber mit guten, schönen Sachen als mit hässlicher Politik und vor allem halten wir uns an Peter Lustigs Rat: Fernsehen: abschalten.
Wenn wir uns nur auf 30 Seiten gedruckter Lektüre am Stück konzentrieren könnten, dann wär schon vieles besser.
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