Energiepreise Dicke Pullover gegen hohe Heizkosten

Gewerkschaften, Sozialverbände und Linke fordern wegen der gestiegenen Energiepreise Sozialtarife für Arme. Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin empfiehlt einen anderen Weg

Der Sozialdemokrat rät Menschen, die unter hohen Heizkosten leiden, ihren Energieverbrauch einzuschränken und die Zimmertemperatur zu drosseln. "Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können", sagte der für seine provokanten Äußerungen bekannte Politiker der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post .

Sarrazin schaltete sich damit in die Debatte um Staatshilfen für unter den steigenden Energiepreisen leidende Bedürftige ein. Gewerkschaften, Linkspartei und einige Sozialverbände fordern für sie vergünstigte Sozialtarife.

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Das lehnt der SPD-Politiker ab. "Empfängern von Arbeitslosengeld II werden die Heizkosten erstattet. Darüber hinaus sehe ich keinen Handlungsbedarf", sagte Sarrazin. "Bei uns waren es zu Hause immer 16 Grad. Am Morgen hat mein Vater die Koksheizung befeuert und sie erst am Abend, wenn er von der Arbeit zurückkam, wieder angemacht. Das hielt dann immer gerade für 16 Grad. Ich habe es überlebt."

 
Leser-Kommentare
  1. Das kann man allen anderen, die über zu hohe Heizkostenpreise jammern, auch sagen. Es gibt allerdings wohl auch unterschiedliche Empfindlichkeiten auf Kälte, so sind Frauen ja wohl kälteempfindlicher als Männer, und interindividuell gilt dies wohl auch. Mir ist es in vielen Wohnungen zu warm, manchmal viel zu warm (auch im Winter...) - manche wollen das aber eben, vielleichtwohl spielt auch das Alter eine Rolle, wie man bei besuchen in Pflegeheimen sieht, wo es, gerade auch wenn zudem über Nacht die Fenster geschlossen sind (von einer Sturmstellung weiß man da in der Regel nichts) oft sehr warm ist - Schlafzimmertemperatur: Fehlanzeige. <?xml:namespace prefix =" o" ns =" "urn:schemas-microsoft-com:office:office"" />
    Ich denke hier an meine Oma. Wo sie, sie ist eine Kriegswitwe, selbst heizen musste, hat sie stets oder meist in relative kühlen Zimmern eines unsanierten Altbaus mit Ofenheizung (und Außen-WC in ca. 50 m Entfernung!) gelebt - gerade frühmorgens war es eben kalt, wenn der Ofen die ganze Nacht aus war. Das können sich viele heute gar nicht vorstellen, und krank war sie deshalb auch nicht. Seit sie nun aber noch älter ist und Fernheizung hat, der kommt man vor Wärme fast um. Auch Mitte Mai steht die Heizung oft auf der 3. (Zu DDR-Zeiten wurden da die Zentralheizungen ja meist schon abgeschaltet. Auch fällt mir hierzu eine Episode von einer der ersten Stationen des Karl-Wegner-Instituts ein, dich ich mal im DLF gehört habe. Dort war bei einer der ersten Arktis oder Grönland-Expeditionen das Holz für die Hütte nicht rechtzeitig vor dem Winter angekommen. Man grub sich deshalb eine Höhle in den Schnee, mit Schneeeisbetten usw. , eine Art unterirdisches Iglu also, und hat den Winter dort dann halt ohne eine eigentliche Behausung, windgeschützt und trocken aber sicher, verbracht. Es könnte m.E. schon sein, dass wir hier alle irgendwie verweichlicht sind.
     Alldazu müssten vielleicht mal Physiologen etwas sagen.  
    PS: Zuviel bzw. zulange Licht des Nachts ist, glaub ich, auch nicht gut (für die innere Uhr), auch das spüre ich bei mir persönlich, obwohl ich ganz klar ein Spättyp bin… (aber des Nachts ist der Strom ja derzeit wohl eher billiger als am Tage). 
     

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    "[...]so sind Frauen ja wohl kälteempfindlicher als Männer,[...]"
    kann man so allgemein nicht sagen. Gibt dicke Frauen denen ist ständig zuwarm,allein wegen der Speckschicht, die reissen dann selbst im tiefsten Frostwinter die Fenster auf. Gibt aber auch dürre Frauen die - wie ein Chihuahua - ständig zittern und frösteln, selbst in der Badewanne.

    "[...]so sind Frauen ja wohl kälteempfindlicher als Männer,[...]"
    kann man so allgemein nicht sagen. Gibt dicke Frauen denen ist ständig zuwarm,allein wegen der Speckschicht, die reissen dann selbst im tiefsten Frostwinter die Fenster auf. Gibt aber auch dürre Frauen die - wie ein Chihuahua - ständig zittern und frösteln, selbst in der Badewanne.

  2. "Bei uns waren es zu Hause immer 16 Grad. Am Morgen hat mein Vater die Koksheizung befeuert und sie erst am Abend, wenn er von der Arbeit zurückkam, wieder angemacht. Das hielt dann immer gerade für 16 Grad. Ich habe es überlebt."
    Klingt wie: "Wenn sie kein Brot haben, warum essen sie dann keinen Kuchen?"
    Wiedermal eine typische Aussage eines - das Wort "sozial" mißbrauchenden Politiker - der (Un)Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Evtl. hat die Kälte ja doch einen Hirnschaden hinterlassen, zumindest weis man nun woher die soziale Kälte mancher SPD-Politiker herrühren könnte.
     
    "Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen" (Franz Müntefering)
    ist ja eigentlich auch schon bissel abgedroschen. Da müssen zur Kennzeichnung der heutigen SPD auch mal wieder neue Schlagworte her. Achja...das war ja die Partei mit...vielen Dank für die dringend nötige Gedächtnissauffrischung!
     
    Mein Vater hat übrigens damals nach dem Krieg gehungert. Sollen wir denn jetzt auch mal bisschen hungern? Es gäbe sicherlich weniger Übergewichtige Leute und weniger Landwirtschaft schont zudem noch die Umwelt. Weniger Müll gäbs auch. Also runter mit Hartz4! Wenn die ersten erfroren sind und beerdigt werden müssen schafft das zudem noch arbeitsplätze für die Überlebenden. Außerdem immer mit vollem Bauch rumrennen verweichlicht ja auf Dauer.
     
    Vielen Dank auch an Herrn Sarrazin für die frische Werbung für die Partei DIE LINKE bzw. für das Treiben weiter Wählerscharen zu den Linken. Machen Sie weiter so, dann können sie sich evtl. bald bei der Linkspartei als Wahlkampfmanager bewerben.
     
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  3. 3. hm?

    "[...]so sind Frauen ja wohl kälteempfindlicher als Männer,[...]"
    kann man so allgemein nicht sagen. Gibt dicke Frauen denen ist ständig zuwarm,allein wegen der Speckschicht, die reissen dann selbst im tiefsten Frostwinter die Fenster auf. Gibt aber auch dürre Frauen die - wie ein Chihuahua - ständig zittern und frösteln, selbst in der Badewanne.

  4. verbietet es Armen und Reichen gleichermassen unter Brücken zu schlafen und Brot zu stehlen. Das scheint der Gerechtigkeitssinn eines Sarrazin zu sein. Erfrieren nich schon viel zu viele jeden Winter in Deutschland? Und dass der Vater dieses "lupenreinen Demokraten" ein herzloser Mensch war, der des Winters seine Familie frieren liess: Herr Sarrazin, erzählen Sie das einem ordentlichen Psychotherapeuten und nicht den Armen im Lande!Wir Menschen halten Unmenschlichkeit nicht für eine charakterliche Qualität - im Gegensatz zu den Präanthropoiden, von denen wir abstammen. Die wiederum sollten wir - bei aller Menschlichkeit - als unsere Feinde zu begreifen lernen. Es ist nicht der Mensch des Menschen Wolf, der Wolf ist der Vormensch .Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
    Ludwig Wittgenstein

  5. das wenn schon mal ein politiker sein hirn benutzt, eine eigene meinung hat und auch noch vertritt ihm immer gleich "provokante äußerungen" vorgeworfen werden. der herr hat doch recht. wir haben es letzten winter genauso gemacht, überlebt und die kosten gesenkt. seitdem, und da gehört mal mit eiserner faust dazwischengeschlagen das es spritzt, hat der energieversorger entega die mahngebühren auf elf euro angehoben (wir zahlen immer aber nicht immer pünktlich) und schickt auch mal mitarbeiter am haus vorbei, die weder klingeln noch sonst weiter auffallen außer durch weitere rechnungen über 75,-€ im briefkasten fürs vorbeikommen. da wünscht ich mir doch oft einen herrn sarrazin und seine äußerungen, wenn nicht gar andere geister und deren gezielte aktionen. übrigens scheinen auch der ein oder andere wirtschaftsführer und politiker dieselben geister durch ihre machtgier und dummheit, faulheit, ignoranz zu rufen.

  6. "Empfängern von Arbeitslosengeld II werden die Heizkosten erstattet. Darüber hinaus sehe ich keinen Handlungsbedarf". (Im Klartext: Jeder andere darf seine Heizkosten selber tragen.) Na super. Da bekommt der Begriff "Wärmestube" ja einen ganz neuen Klang. 

    • Crest
    • 29.07.2008 um 13:12 Uhr

    Wer sich noch an die Festlegung der Zimmertemperatur in alten
    Physikbüchern erinnern kann (mag), weiß, dass man bis in die 60-er
    Jahre hinein mit 18 Grad Celsius operierte. (Eine schnelle, nicht
    erschöpfende Recherche im Grimsehl Band 1, Klett Verlag 1966, hat z.B.
    auf Seite 63 entsprechende Hinweise erbracht).Die
    wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften haben diesen Wert in der
    Folge nach oben geschraubt mit der Folge einer entsprechenden
    "psycho-physiologischen Rekalibrierung" der als angenehm empfundenen Temperatur. Dagegen war zunächst nichts zu sagen. Interessant
    wird es aber dann, wenn - statistisch gesehen - dieselben Leute, die
    für die Gesellschaft als Ganzes persönliche Verhaltensänderungen zur
    CO2-Einsparung einfordern (etwa weil sie mit gewissen Formen der
    Energieerzeugung ihre persönlichen Probleme haben), genau solche
    Verhaltensänderungen - wie hier bei der Absenkung der Raumtemperaturen
    - tabuisieren.  Ist das nicht faszinierend?Wenn nun besagte
    16 Grad tatsächlich eine Schimmelgefahr bedeuteten (was ich nach meinen
    eigenen Erfahrungen, die sich mit Sarrazin durchaus decken, nicht für
    zwingend halte), dann lassen Sie uns doch mal über 18 Grad sprechen. Herzlichst Crest

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    Der Schimmel benötigt zu seiner Entwicklung stets eine Temperatur von unter 15°C in einer relativen Luftfeuchte von 70% und höher. Die ungeheizte Pennerbude ohne Lüftungsbemühungen schimmelt da gerne. Die Verhältnisse, die hier angeprangert werden, führen nicht zum Schimmeln der Wohnung.
    Hier wird schon wieder die Gerechtigkeit strapaziert. Gerechtigkeit wird dabei wie stets in Deutschland dahingehend interpretiert, dass Leuten, die nichts oder wenig leisten genauso viel an Allem zustehen soll wie denen, die mehr oder sehr viel leisten.
    Abgesehen davon, dass das eine Frechheit ist, gibt es aber auch noch ein Problem: Wenn die ach so Armen die Transferkosten erhöht bekommen, erhöhen sich schlagartig die Preise                         (Versuche doch einmal jemand eine intakte Wohnung auf dem Markt für unter 345 EUR monatlich zu mieten. Gibt es nicht, weil 345 EUR von jedem ALGIIer zu holen sind),                        die Energiepreise würden einfach noch mehr steigen. Wie sollen das denn die Putzfrau Müller und der Hausmeister Meier finden? Eben noch stolze Selbstversorger mit ausreichendem Einkommen, finden sie sich plötzlich auf dem Amt wieder, weil wegen der Energiekostensteigerung das eigene Einkommen nicht mehr reicht.

    Der Schimmel benötigt zu seiner Entwicklung stets eine Temperatur von unter 15°C in einer relativen Luftfeuchte von 70% und höher. Die ungeheizte Pennerbude ohne Lüftungsbemühungen schimmelt da gerne. Die Verhältnisse, die hier angeprangert werden, führen nicht zum Schimmeln der Wohnung.
    Hier wird schon wieder die Gerechtigkeit strapaziert. Gerechtigkeit wird dabei wie stets in Deutschland dahingehend interpretiert, dass Leuten, die nichts oder wenig leisten genauso viel an Allem zustehen soll wie denen, die mehr oder sehr viel leisten.
    Abgesehen davon, dass das eine Frechheit ist, gibt es aber auch noch ein Problem: Wenn die ach so Armen die Transferkosten erhöht bekommen, erhöhen sich schlagartig die Preise                         (Versuche doch einmal jemand eine intakte Wohnung auf dem Markt für unter 345 EUR monatlich zu mieten. Gibt es nicht, weil 345 EUR von jedem ALGIIer zu holen sind),                        die Energiepreise würden einfach noch mehr steigen. Wie sollen das denn die Putzfrau Müller und der Hausmeister Meier finden? Eben noch stolze Selbstversorger mit ausreichendem Einkommen, finden sie sich plötzlich auf dem Amt wieder, weil wegen der Energiekostensteigerung das eigene Einkommen nicht mehr reicht.

  7. die schon das gute, teure Koks im Ofen verfeuern weil sie die Nase voll haben.

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