DJ Danger Mouse Die Maus packt aus

DJ Danger Mouse ist einer der bedeutendsten Musikproduzenten unserer Zeit. Er mischt bei Gnarls Barkley, Beck und den Gorillaz mit. Ein Interview über Kommerz und Kunstfreiheit

Spaß am Versteckspiel: Brian Burton (rechts) ist DJ Danger Mouse. Mit seinem Kollegen Cee-Lo Green (links) ist er als Gnarls Barkley bekannt. Am 29. Juli wird er 31 Jahre alt

Spaß am Versteckspiel: Brian Burton (rechts) ist DJ Danger Mouse. Mit seinem Kollegen Cee-Lo Green (links) ist er als Gnarls Barkley bekannt. Am 29. Juli wird er 31 Jahre alt

ZEIT ONLINE: Herr Burton, wie kamen Sie zu dem Namen Danger Mouse?

Danger Mouse: Dieses Pseudonym trage ich schon seit meiner Schulzeit, als ich HipHop produzierte. Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass ich so schnell erfolgreich würde. Da hatte ich keine Chance mehr, meinen Namen zu ändern. Übrigens kommt „DangerMouse“ von einer berühmten britischen Cartoon-Serie: Die Maus war ein Geheimagent und trug eine Augenklappe. Sie parodierte Agenten wie James Bond und Danger Man, das gefiel mir gut.

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ZEIT ONLINE: Sie wollten doch selbst einmal Comic-Zeichner werden, nicht wahr?

Danger Mouse: Als ich noch jünger war, habe ich Cartoons gezeichnet und Grafiken gemacht. Aber bald konzentrierte ich mich ganz und gar auf meine Musik.

ZEIT ONLINE: Sie treten mit Cee-Lo Green als Gnarls Barkley auf, und Sie beide wirken dabei wie zwei Comic-Figuren.

Danger Mouse: Cee-Lo war Grafikdesigner wie ich. Wir hatten die gleichen Ansprüche und einen ähnlichen Stil, und wir haben uns mit fiktiven Figuren auseinandergesetzt. Uns war klar, wenn wir als Gnarls Barkley vor Publikum auftreten wollten, mussten wir an unserem Erscheinungsbild feilen. Es sollte nicht nur uns und dem Publikum Spaß machen, unsere Bühnenshow sollte auch einen künstlerischen Anspruch erfüllen.

ZEIT ONLINE: Einigen Kritikern ist die Kunstfigur Gnarls Barkley unverständlich.

Danger Mouse: Das nenne ich künstlerische Freiheit. Die Kritiker sollen nicht glauben, dass sie wissen, wer wir sind, welche Musik wir mögen oder mit welchen Leuten wir uns umgeben. Das ist unsere Privatsache. Junge Leute lassen sich von einem äußeren Erscheinungsbild leicht beeinflussen oder gar täuschen. Durch unsere Maskerade können Sie uns weder einordnen noch beurteilen, geschweige denn sich mit uns identifizieren. Wir sind neutral, und unsere Musik steht im Vordergrund.

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