Abiturienten Sichere Bank statt Hörsaal
Das Studium verliert für junge Menschen in Deutschland an Attraktivität. Wegen der strengen Zulassungsbeschränkungen und der unklaren Studienfinanzierung entscheiden sich mehr Abiturienten für eine betriebliche Ausbildung

© Peiler/ Photocase
Leere Ränge: Die Studentenzahlen in Deutschland sinken
Gegenüber dem Jahr 2003 ist die Studienanfängerzahl in Deutschland um fünf Prozent gesunken - obwohl im vergangenen Jahr 17 Prozent mehr junge Menschen die Schule mit Abitur oder Fachhochschulreife verließen. Das Statistische Bundesamt registrierte zugleich einen Anstieg der Abiturienten in einer betrieblichen Berufsausbildung um 28 Prozent gegenüber 2003.
Warum verzichtet eine steigende Zahl junger Menschen auf ein Hochschulstudium? Hochschulforscher sehen die Gründe in den erheblich ausgeweiteten örtlichen Zulassungsbeschränkungen (Numerus clausus), in Studiengebühren, in der häufig unklaren Finanzierung des Lebensunterhalts sowie im bürokratischen Wirrwarr bei der Studieneinschreibung seit Inkrafttreten des neuen Studentenauswahlrechts der Hochschulen.
Wegen der geburtenstarken Schulabgängerjahrgänge hatten die Kultusminister der Länder allein in den vergangenen drei Jahren mit einem Anstieg der Studienanfänger um mindestens 60.000 gerechnet - nach der "vorsichtigen" Prognosevariante, nach der 75 Prozent der entsprechenden Abiturientenjahrgänge tatsächlich auch ein Studium beginnen. Bei einer Quote von 85 Prozent hätten es laut der Prognose sogar über 180.000 Studienanfänger mehr sein müssen.
Aufgrund dieser Prognose vereinbarten Bund und Länder 2007 gemeinsam den Hochschulpakt, mit dem bis 2010 über 91.000 zusätzliche Studienplätze für die starken Schulabgängerjahrgänge geschaffen werden sollen. Bei dem jüngsten Treffen der Wissenschaftsminister von Bund und Ländern wurde bekannt, dass vor allem große Flächenländer im Westen das Paktziel im ersten Jahr deutlich verfehlt haben. Statt der bereits für 2007 verabredeten zusätzlichen 13.000 Plätze in der ersten Ausbaustufe wurden bundesweit nur 2500 Plätze geschaffen. Gleichwohl ist der Bund gegenüber den Ländern finanziell bereits in Vorleistung getreten. Über die Fortsetzung des Paktes wird derzeit verhandelt.
2003 wurde mit 377.504 Neueinschreibungen der bisherige Studienanfängerrekord erzielt - nach der BAföG-Reform von 2002 und einer großen Werbeaktion der Bundesregierung für das Studium. Zwischen 2004 und 2006 sanken dann die Anfängerzahlen wieder erheblich. 2007 gab es einen leichten Anstieg auf 358.673, was politisch als "Trendwende" interpretiert wurde. Gleichwohl liegt die Zahl immer noch um gut 20.000 unter der niedrigsten Prognosevariante der Kultusminister.
Der Rückgang der Studienneigung wird auch bei den jährlichen Abiturientenbefragungen durch das Hochschul-Informations-System (HIS) deutlich. Danach ist die "Intention" für ein Studium von 73 Prozent (2002) auf 68 Prozent (2006) gesunken - und nähert sich dem Tiefstand von 1999 an, als nur 66 Prozent der Abiturienten eine Studienabsicht bekundeten. Zwar entscheidet sich nach den Erfahrungen der Hochschulforscher später ein kleiner Teil derjenigen, die ein Studium ablehnten, doch noch dafür. Die Befragung gilt dennoch als wichtiger Stimmungstest für die aktuelle Studienneigung.
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil forderte angesichts der Daten den Verzicht auf Studiengebühren. Deutschland brauche mehr Studenten. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) müsse auf die Länder-Wissenschaftsminister von CDU und CSU entsprechend einwirken.
Schavan gab am Montag indes den Startschuss für die Vergabe von 1000 "Aufstiegsstipendien". Besonders Qualifizierten soll so auch ohne klassisches Abitur ein Studium oder eine akademische Weiterbildung finanziert werden. "Wir setzen ein wichtiges Zeichen für den Aufstieg durch Bildung", sagte Schavan. Für ein Vollzeitstudium werden monatlich 650 Euro plus 80 Euro Büchergeld gezahlt. Für ein berufsbegleitendes Studium gibt es jährlich 1700 Euro Kostenbeteiligung. Die Stipendien sind ein Beitrag des Bundes zur Qualifizierungsinitiative. Über weitere Reformen will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten Ende Oktober in Dresden verhandeln.
- Datum 20.08.2008 - 07:34 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle ZEIT online, dpa
- Kommentare 16
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Wenn ich mich so unter meinen ehemaligen Mitschülern umschaue: seit dem Abi 1994 haben es viele in der Tat "zu etwas gebracht": Eigenes, freistehendes Haus, Neuwagen der oberen Mittelklasse, Urlaube etc... - Schaut man aber genauer hin, verdienen die oft sehr durchschnittlich, aber der über dem Durchschnitt liegendeWohlstand wird aus dem reichlich vorhandenen Erbe finanziert. Oder andersherum: Unser ehemaliger Primus, kleiner Leute Kind, abgeschlossenes Studium Physik + Mathe, promoviert, verdient € 4500.- brutto, hat einen 14-stündigen Arbeitstag und wohnt in einem uralten Reihenhäuschen.....Fazit: Lohn- und Einkommenststeuer runter, Erbschaftssteuer rauf, Leistung muß sich wieder lohnen...!
Ich muß Ihnen vollständig recht geben. Ein Studium ist kein Garant für ein gutes Einkommen, und angesichts dessen muß man sich fragen, warum man dann während einer Promotion z.B. für ein halbes Gehalt locker 50 und mehr Stunden pro Woche arbeiten sollte - sowie während der Diplomarbeit/Masterarbeit i.A. unbezahlt bzw. noch Studiengebühren entrichtet werden sollen. Und auch danach ist der Berufseinstieg insbesondere für diejenigen äußerst schwer, die keine Beziehungen haben oder von einer der sog. Elite-Universitäten kommen (oder Ingenieure sind, aber bitte genau auf dem Feld, welches von der Firma gerade zufällig benötigt wird, sonst müssen sie im Ausland angeworben werden; ihnen firmenintern selber die notwendigen Kenntnisse zu vermitteln kommt natürlich nicht infrage). Oder gar von einem Max-Planck-Institut oder sonstigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen, dort müssen schließlich keine Praktika etc. betreut werden; wer das während seiner Promotion an der Universität macht, verliert nämlich mindestens ein halbes Jahr Zeit - mal ganz abgesehen von der sonstigen Ausstattung und hilfreichen Service-Leistungen, deren man sich dort erfreut. Vielen Unternehmen sind die Absolventen zudem nicht alt genug oder immer noch zu dumm, so daß zusätzliche Postdoc-Aufenthalte verlangt werden, so ist man 1-3 Jahre zusätzlich in der Warteschleife, immerhin in Deutschland nicht ganz so schlecht bezahlt, ein volles Gehalt BAT II i.A., im Ausland - z.B. Italien - liegen die Gehälter allerdings auf einem ganz anderen Niveau, nämlich deutlich darunter, und einen Postdoc sollte man schließlich im Ausland machen. Vergleicht man den Verdienst während der Lebensarbeitszeit von einem Facharbeiter in der Baden-Württembergischen Automobilindustrie mit dem eines durchschnittlichen Wissenschaftler mit Promotion, so kommt man vermutlich zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis.
Ich stimme mit ihrer Zustandsbeschreibung weitgehend überein, nicht jedoch mit ihrem Therapievorschlag.Das Problem bei der ErbSt. ist grundsätzlich der Umstand, dass viele Vermögensarten nicht liquide sind, d.h. der Wert eines Unternehmens, einer Immobilie lassen sich nur durch Veräußerung erzielen. Zunächst handelt es sich nur um Bonität und nicht um ausgebbares Vermögen und bei vielen Werten ist die Realisierung der Schätzwerte ziemlich fraglich, selbst wenn es zum Verkauf käme. Zudem verändern gerade kleine Firmen mit stark personengebunden Geschäft mit dem Generationenübergang ihre Werte beträchtlich, nichtselten nach unten, weil der Junior nicht alle Kunden des Senior halten kann. Die ErbSt. ignoriert das vollständig, so kann es leicht passieren, dass ErbSt. auf den doppelten realen UN-Wert gezahlt werden muss.Solche Detailrisiken sind es dannauch, die Steuertricksereien zum alltäglichen Überlebensgeschäft machen und für einige Profiteure zusätzlichen Gewinn einbringen. Wenn man die Besitzstände trotzdem in Frage stellen will, bleibt nur der Weg über das Leistungsprinzip. D.h. massiver Abbau der Schutzgesetze so dass mangelnde Leistung mit Verlust oder Teilverlust einhergeht. Denn dieser Verlust wäre gleichzeitig der Gewinn ggf. tüchtigerer Menschen und sollte sich im Wettbewerb entscheiden (zumindest unter halbwegs fairen Rahmenbedingungen).Wegen der temporären Verwerfungen, hinsichtlich Arbeitsplätze und Einkommen, hat sich aber diese Gesellschaft gegen ein solches Verfahren entschieden, mit den von Ihnen geschilderten Folgen.Man kann jedoch nicht beides haben, ohne die Marktwirtschaft gänzlich zu beerdigen!Berthold Grabe
Ich muß Ihnen vollständig recht geben. Ein Studium ist kein Garant für ein gutes Einkommen, und angesichts dessen muß man sich fragen, warum man dann während einer Promotion z.B. für ein halbes Gehalt locker 50 und mehr Stunden pro Woche arbeiten sollte - sowie während der Diplomarbeit/Masterarbeit i.A. unbezahlt bzw. noch Studiengebühren entrichtet werden sollen. Und auch danach ist der Berufseinstieg insbesondere für diejenigen äußerst schwer, die keine Beziehungen haben oder von einer der sog. Elite-Universitäten kommen (oder Ingenieure sind, aber bitte genau auf dem Feld, welches von der Firma gerade zufällig benötigt wird, sonst müssen sie im Ausland angeworben werden; ihnen firmenintern selber die notwendigen Kenntnisse zu vermitteln kommt natürlich nicht infrage). Oder gar von einem Max-Planck-Institut oder sonstigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen, dort müssen schließlich keine Praktika etc. betreut werden; wer das während seiner Promotion an der Universität macht, verliert nämlich mindestens ein halbes Jahr Zeit - mal ganz abgesehen von der sonstigen Ausstattung und hilfreichen Service-Leistungen, deren man sich dort erfreut. Vielen Unternehmen sind die Absolventen zudem nicht alt genug oder immer noch zu dumm, so daß zusätzliche Postdoc-Aufenthalte verlangt werden, so ist man 1-3 Jahre zusätzlich in der Warteschleife, immerhin in Deutschland nicht ganz so schlecht bezahlt, ein volles Gehalt BAT II i.A., im Ausland - z.B. Italien - liegen die Gehälter allerdings auf einem ganz anderen Niveau, nämlich deutlich darunter, und einen Postdoc sollte man schließlich im Ausland machen. Vergleicht man den Verdienst während der Lebensarbeitszeit von einem Facharbeiter in der Baden-Württembergischen Automobilindustrie mit dem eines durchschnittlichen Wissenschaftler mit Promotion, so kommt man vermutlich zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis.
Ich stimme mit ihrer Zustandsbeschreibung weitgehend überein, nicht jedoch mit ihrem Therapievorschlag.Das Problem bei der ErbSt. ist grundsätzlich der Umstand, dass viele Vermögensarten nicht liquide sind, d.h. der Wert eines Unternehmens, einer Immobilie lassen sich nur durch Veräußerung erzielen. Zunächst handelt es sich nur um Bonität und nicht um ausgebbares Vermögen und bei vielen Werten ist die Realisierung der Schätzwerte ziemlich fraglich, selbst wenn es zum Verkauf käme. Zudem verändern gerade kleine Firmen mit stark personengebunden Geschäft mit dem Generationenübergang ihre Werte beträchtlich, nichtselten nach unten, weil der Junior nicht alle Kunden des Senior halten kann. Die ErbSt. ignoriert das vollständig, so kann es leicht passieren, dass ErbSt. auf den doppelten realen UN-Wert gezahlt werden muss.Solche Detailrisiken sind es dannauch, die Steuertricksereien zum alltäglichen Überlebensgeschäft machen und für einige Profiteure zusätzlichen Gewinn einbringen. Wenn man die Besitzstände trotzdem in Frage stellen will, bleibt nur der Weg über das Leistungsprinzip. D.h. massiver Abbau der Schutzgesetze so dass mangelnde Leistung mit Verlust oder Teilverlust einhergeht. Denn dieser Verlust wäre gleichzeitig der Gewinn ggf. tüchtigerer Menschen und sollte sich im Wettbewerb entscheiden (zumindest unter halbwegs fairen Rahmenbedingungen).Wegen der temporären Verwerfungen, hinsichtlich Arbeitsplätze und Einkommen, hat sich aber diese Gesellschaft gegen ein solches Verfahren entschieden, mit den von Ihnen geschilderten Folgen.Man kann jedoch nicht beides haben, ohne die Marktwirtschaft gänzlich zu beerdigen!Berthold Grabe
Ich halte es für eines der Mythen der deutschen Bildungspolitik, dass eine höhere Hochschulabsolventenquote zielführend sei. Wichtig ist ja wohl auch was studiert wird und mit welcher Zielrichtung. Eine berufliche Ausbildung ("Lehre") ist nie verkehrt ! Ich selbst bin Mediziner. Wollte ich in die USA oder nach Australien auswandern, stehen mir große Hürden, was die Anerkennung meiner akademische Abschlüsse betrifft, im Weg. Wäre ich Maurer, Konditor oder Fliesenleger, könnte ich bei gutem Verdienst und sicherem Arbeitsplatz schon morgen "raus".
Sehen Sie doch mal nach auf insel.ch. Leistung lohnt sich nur in der deutschen Klassengesellschaft nicht.
Sehen Sie doch mal nach auf insel.ch. Leistung lohnt sich nur in der deutschen Klassengesellschaft nicht.
Ich muß Ihnen vollständig recht geben. Ein Studium ist kein Garant für ein gutes Einkommen, und angesichts dessen muß man sich fragen, warum man dann während einer Promotion z.B. für ein halbes Gehalt locker 50 und mehr Stunden pro Woche arbeiten sollte - sowie während der Diplomarbeit/Masterarbeit i.A. unbezahlt bzw. noch Studiengebühren entrichtet werden sollen. Und auch danach ist der Berufseinstieg insbesondere für diejenigen äußerst schwer, die keine Beziehungen haben oder von einer der sog. Elite-Universitäten kommen (oder Ingenieure sind, aber bitte genau auf dem Feld, welches von der Firma gerade zufällig benötigt wird, sonst müssen sie im Ausland angeworben werden; ihnen firmenintern selber die notwendigen Kenntnisse zu vermitteln kommt natürlich nicht infrage). Oder gar von einem Max-Planck-Institut oder sonstigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen, dort müssen schließlich keine Praktika etc. betreut werden; wer das während seiner Promotion an der Universität macht, verliert nämlich mindestens ein halbes Jahr Zeit - mal ganz abgesehen von der sonstigen Ausstattung und hilfreichen Service-Leistungen, deren man sich dort erfreut. Vielen Unternehmen sind die Absolventen zudem nicht alt genug oder immer noch zu dumm, so daß zusätzliche Postdoc-Aufenthalte verlangt werden, so ist man 1-3 Jahre zusätzlich in der Warteschleife, immerhin in Deutschland nicht ganz so schlecht bezahlt, ein volles Gehalt BAT II i.A., im Ausland - z.B. Italien - liegen die Gehälter allerdings auf einem ganz anderen Niveau, nämlich deutlich darunter, und einen Postdoc sollte man schließlich im Ausland machen. Vergleicht man den Verdienst während der Lebensarbeitszeit von einem Facharbeiter in der Baden-Württembergischen Automobilindustrie mit dem eines durchschnittlichen Wissenschaftler mit Promotion, so kommt man vermutlich zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis.
Ich weiß ja nicht, wo das so ist, aber es gibt auch Unternehmen, in denen die Promotion voll bezahlt wird. Natürlich nicht bei halber Arbeitszeit, aber eine 25%ige Freistellung, zu nehmen im Block je Jahr, bei vollem Gehalt ist durchaus eine Option und auch zunehmend akzeptiert, denn wenn noch weniger Akademiker am Markt sind, dann werden die "Bestandsakademiker" und auch der Nutzen ihrer Mehrausbildung ebenfalls mehr wert -auch für den Arbeitgeber.
Die Studentenzahlen gehen zurück und alles, was die Politik (in diesem Fall Herr Heil von der SPD) fordert ist eine Abschaffung der Studiengebühren. Getreu dem Motto "mehr Studenten = mehr besser". Ganz von der Debatte um Bildung als Grundrecht und Studiengebühren abgesehen: Vielleicht wäre es sinnvoller studieren einfach wieder attraktiv zu machen, indem man gute Studienbedingungen schafft. Dann wäre ein gutes Studium auch wieder eine Investition, die sich nicht erst mit dem Kürzel vor dem Namen lohnt, sondern die durch eine gute Betreuung und kleine Kurse schon während des Studiums einen Gewinn darstellt... Huch, jetzt bin ich aufgewacht!
Die Studentenzahlen werden wieder steigen, wenn die Attraktiviät des Studiums zunimmt. Soweit können alle noch mitreden. Doch was ist attraktiv? Der erste Reflex ist der Ruf nach den Studiengebühren, weil die zur Zeit eh diskutiert werden und man auch nicht lange zu denken braucht. Das ist aber nicht das Problem. Studiengebühren würden hier niemanden abschrecken, wenn die Aussichten auf Verdienst und Karriere NACH dem Studium besser wären. Das sind sie aber nicht. Außer für ein paar Spitzenverdiener lohnt sich die Zeit und die Mühsal (und mittlerweile auch das Geld) nicht, zu studieren.Mein eigenes Beispiel: Ich habe ein geisteswissenschaftliches Fach studiert und Jahre lang in einem Forschungsprojekt mitgearbeitet. War eine schöne Zeit. Wirtschaftlich hat sich das nicht ausgezahlt. Ich arbeite nicht in meinem Fach, sondern musste Umschulen (dem Arbeitsamt sei Dank). Ich verdiene heute soviel wie ein guter Facharbeiter. Mein Haus auf dem Lande habe ich geerbt (!); sonst müsste ich in einer kleinen Wohnung in der Stadt leben. Zu mehr würde es nicht reichen.Wenn ich mich vergleiche mit meinen ehemaligen Klassenkameraden, die teilweise kein Abitur und kein Studium gemacht haben, sondern ein Handwerk erlernt haben, muss ich feststellen, dass sich das Studium wirtschaftlich nicht gelohnt hat. Da das Studium heute nicht mal mehr der Persönlichkeitsbildung dienen kann, weil BA und MA nur noch unter großem Stress zu erwerben sind, kann ich jedem jungen Menschen nur raten: "Lern was ordentliches!" Zudem gesellschaftliche Anerkennung des Studium als Leistung an sich wird auch nicht mehr gewährt.Fazit: das Studium ist zu unattraktiv.
Sehen Sie doch mal nach auf insel.ch. Leistung lohnt sich nur in der deutschen Klassengesellschaft nicht.
Durch die starke Stellung der Berufsausbildung mit der Bindung an das Unternehmenund dem auf der anderen Seite im OECD Vergleich rigiden Arbeitsmarkt,befriedigtdie Berufsausbildung ein gewisses Sicherheitsbedürnis.In Norwegen sind die Einkommensunterschiede zwischen einem Hilfsabeiter und einem Akademiker noch geringer aber dennoch studieren dort mehr.Gerade das Stipendiumprogramm fürdie 1000 besten ist für diese eher unattraktiv,für studenten in Dänemark der Normalfall,für deutsche Studenten paradiesisch.Gerade bei einem mittleren Einkommen der Eltern ist die Förderung am geringsten und der Rückgang der Studierenden aus dieserGruppe am größten.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren