Amerikaner und Europäer, so der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, müssten gemeinsam gegen globale Probleme wie Klimawandel und Terrorismus kämpfen. Schon zuvor, bei den Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier betonte er die Bedeutung der Freundschaft zwischen Deutschland und Amerika. Überraschend bekannte sich der Senator zum Ziel der Abschaffung aller Atomwaffen in der Welt.

Obama wurde mit Jubel von den Zuhörern begrüßt, die vor und nach der Rede seinen Wahlkampfslogan "Yes, we can!" skandierten. Während der Rede wurde er mehrfach von Applaus unterbrochen. Die Zuhörer, darunter auch viele Amerikaner, standen fast auf der gesamten zwei Kilometer langen Strecke zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule.

Zum Auftakt seiner Rede dankte Obama den Bürgern der Hauptstadt und "dem deutschen Volk" für den ihm bereiteten Empfang. "Ich begrüße die Bürger Berlins, und ich danke dem deutschen Volk", sagte er. Er komme nicht als Kandidat für die US-Präsidentschaft nach Berlin, sondern als amerikanischer Bürger.

Immer wieder beschwor Obama den Geist der Solidarität zwischen Amerika und Europa, wie er sich vor 60 Jahren in der Luftbrücke für Berlin gezeigt habe. Auch die heutigen Probleme könne kein Staat alleine lösen, sagte Obama. "Deshalb können wir uns eine Spaltung nicht leisten." Er räumte ein, dass sich Amerika und Europa in der Vergangenheit auseinander gelebt hätten. "Wenn wir ehrlich zueinander sind, wissen wir, dass wir manchmal auf beiden Seiten des Atlantik auseinandergedriftet sind und unser gemeinsames Schicksal vergessen haben." Es gelte nun, diese Beziehungen zu erneuern. "Jetzt ist die Zeit, neue Brücken über den Globus zu bauen, die so stark sind wie jene, die uns über den Atlantik verbinden."

Obama griff in diesem Zusammenhang auch den Aufruf des früheren Berliner Bürgermeisters von Berlin, Ernst Reuter, auf, der 1948 während der Blockade Berlins gesagt hatte: "Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!" Obama verband damit den Aufruf, frühere und künftige Konflikte zu überwinden. "Schaut auf Berlin", wo Deutsche und Amerikaner sich versöhnt hätten, wo der Marshall-Plan die Zukunft Deutschlands gesichert habe und die Trennung Europas beendet worden sei.

Als Herausforderungen für dieses Jahrhundert nannte er den Kampf gegen den Terrorismus, die Eindämmung des Klimawandels, die Kontrolle über die Atomwaffen und die Verteidigung der Menschenrechte in aller Welt. "Die Partnerschaft und die Kooperation unter den Nationen ist keine Frage. Sie ist der einzige Weg, die gemeinsame Sicherheit zu bewahren und die gemeinsame Menschlichkeit voranzubringen."