Mexiko Welt-Aidskonferenz eröffnet

25.000 Experten beraten in Mexiko-Stadt über den weltweiten Kampf gegen die Immunschwächekrankheit. Thema ist auch die Abwanderung medizinischen Fachpersonals aus Entwicklungsländern

Demonstrieren gegen ein Schreckgespenst namens Aids

Demonstrieren gegen ein Schreckgespenst namens Aids

Die internationalen Aids-Konferenz wurde am Sonntagabend in Anwesenheit von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vom mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón eröffnet. Im Zentrum der Diskussionen auf Hunderten von Veranstaltungen steht die Frage, wie sich die noch immer unheilbare Seuche eindämmen lässt. Dabei geht es vor allem um die globale Koordinierung der Aufklärung und Behandlung sowie die Stärkung der nationalen Gesundheitssysteme.

Experten zeigten sich gespalten angesichts der trotz aller Bemühungen weiter grassierenden  Ausbreitung der Immunschwächekrankheit. Der Direktor der UN-Institution UNAIDS, Peter Piot, hob die Erfolge bei der medizinischen Behandlung hervor. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass vor allem bei der Information und sexuellen Erziehung weltweit noch große Defizite bestünden.

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Andere Fachleute kritisierten die Abwanderung von medizinischen Fachkräften aus Entwicklungsländern. Viele qualifizierte Ärzte und Krankenpfleger wechselten in Industriestaaten, wo sie erheblich mehr verdienen könnten. Dabei würden sie in ihren Heimatländern dringend benötigt im Kampf gegen Aids, sagte der "Ärzte ohne Grenzen"-Mitarbeiter Moses Massaquoi. "Wir müssen armen Ländern helfen, mehr Gesundheitspersonal auszubilden und angemessene Gehälter zur Verfügung zu stellen", forderte er.

Von besonderem Interesse ist auch die zunehmende Infizierung der indianischen Bevölkerungen. Das Thema, das vor allem in Mittel- und Südamerika zum Problem geworden ist, war bereits bei einer einwöchigen Vorkonferenz in Mexiko erörtert worden. Die Gesundheitsminister Lateinamerikas hatten bei einer Zusammenkunft am Freitag beschlossen, mehr für sexuelle Erziehung zu tun.

Der Welt-Aidskongress wird von zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen begleitet. So demonstrierten bereits am Samstag mehrere Tausend Homosexuelle und Transvestiten für ein Ende der Diskriminierung sexueller Minderheiten.

Die alle zwei Jahre stattfindende Konferenz ist die größte Veranstaltung weltweit zum Thema HIV und Aids. Weltweit sind nach offiziellen Angaben 33 Millionen Menschen mit dem Aids-Virus infiziert, jährlich sterben etwa zwei Millionen daran.

 
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