Internet-Zensur Virtuelle Tunnel graben
Wer das Internet kontrollieren will wie die chinesische Führung, braucht viel Wissen, Geld und Personal. Doch es gibt Wege, die Zensoren zu umgehen

© seraph/photocase
Der Computer jedes Nutzers ist im Netz registriert. So können Zensoren sie identifizieren
Das Internet ist schwer zu blockieren. Viel Geld, Personal und Wissen sind notwendig, um in einem ganzen Land den Zugang zu kontrollieren und manipulieren. Das bedingt die Dynamik des Netzes. Was China derzeit vormacht, kann durchaus als beeindruckende Leistung gelten. Ähnlich der Großen Mauer, die die chinesischen Kaiser einst als Schutz gegen die Horden aus dem Norden errichten ließen.
Die Internet-Zensur ist kein chinesisches Phänomen. Es gibt sie in vielen Ländern. Mit steigender Tendenz. Doch schafft es die chinesische Regierung gemeinsam mit der in Iran wohl am konsequentesten, ihren Bürgern über das Netz verbreitete Informationen vorzuenthalten.
Wie aber zensiert man das Internet? Eine Stärke des Netzes ist seine dezentrale Struktur. In jedem Land gibt es Knoten, die den Zugang gewährleisten, weltweit sind es mehr als 100. Sie bilden das Rückgrat und werden in Deutschland von verschiedenen Internet-Providern unterhalten. In China jedoch funktioniert diese Idee der Gewaltenteilung nicht. Dort wuchs das Netz nicht langsam und unkontrolliert, sondern wurde am Reißbrett entworfen und vom Staat aufgebaut. Mit der Folge, dass der Staat sämtliche Einwahlpunkte überwacht. An ihnen sind Firewalls installiert – Filter, die ganze Webseiten blockieren.
Am besten funktioniert dieses Verfahren – das sogenannte Blacklisting – unter Ausnutzung der IP-Adressen. Jede Seite und jeder Rechner besitzen im Netz eine eindeutige Kennnummer, IP genannt. Beispielsweise gehört die IP 195.234.175.0 der Menschenrechtsorganisation amnesty international. Blockiert ein Filter den Zugang zu ihr und allen Unteradressen, sind – wie es derzeit geschieht – deren Seiten von China aus nicht mehr erreichbar. Möglich sind gezielte Umleitungen etwa zu anderen, genehmeren Seiten oder eine Verlangsamung der Anfrage, sodass der eigene Rechner den Versuch abbricht, die Seite zu laden. Außerdem wurden alle chinesischen Internetcafés gesetzlich verpflichtet, ihre Kunden zu registrieren. Ein Vorteil zentralistischer Regimes. Große Anbieter haben sogar eigene Zensoren. Sie sitzen im Laden und überwachen, was die Surfer sich anschauen.
Doch genügt es der chinesischen Regierung nicht, Informationen bloß zu blockieren. Sie will sie manipulieren. Dazu braucht sie nicht nur sehr viele Helfer – es kursiert die unbestätigte Zahl von 30.000 Zensoren, die Inhalte in Foren, Blogs und Nachrichtenseiten überwachen –, sondern vor allem die Unterstützung internationaler Konzerne. Angebote wie Google oder Yahoo folgen ohne zu murren den chinesischen Zensurwünschen und werfen auf ihren Seiten manipulierte Ergebnisse aus. Wer in China nach der dort verbotenen Sekte Falun Gong sucht, erhält via google.cn Treffer, die nahelegen, die Anhänger seien kriminell, rassistisch und homophob. Suchwörter wie "porn" führen gleich zu Fehlermeldungen.
Der Chaos Computer Club hat inzwischen seine Hilfe angeboten, die Sperren zu umgehen. Die Hacker sind bei allem Entsetzen durchaus beeindruckt von dem chinesischen Schutzwall. "Dazu muss sehr viel händische Arbeit nötig sein", sagte Constanze Kurz vom CCC.
Und was lässt sich nun dagegen tun? Ein Weg nennt sich VPN – Virtuelles Privates Netzwerk, eine Art Netz im Netz. Die Übertragungsprotokolle des Internets werden genutzt, um ungesehen eigene Datenpakete anzuhängen und mitzuschicken – wie in einem Tunnel. Nötig sind dazu Software wie beispielsweise Open-VPN und ein Zielrechner außerhalb Chinas. Da dessen IP-Adresse freilich auch blockiert werden könnte, kursieren Listen mit vielen ständig wechselnden Anlaufstellen. Ein Katz-und-Maus-Spiel.
- Datum 14.10.2008 - 18:34 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 20
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Schon unzählige Versuche wurden, meistens unter dem Deckmantel des Jugenschutzes oder der Kinderporngrafie oder politisch Extremer Gruppierungen, unternommen den Fluss von Informationen zu kontrollieren...Durchgesetzt hat sich das bisher noch nicht so richtig weil die bisherigen Vorschläge die Kosten für die Infrastruktur auf die Provider abgewälzen wollten. Die meisten dieser Unternehmen haben laut Pressesprechern deswegen Protest erhoben, die wenigsten unter ihnen haben wegen der Einschränkungen für die freien Meinungsäusserung protestiert...Das auch hier die Gier nach Ueberwachung gross ist zeigen die Vorstösse von Hr. Schäuble welcher diffusen Terrorismus vorgibt um die Bürger zu überwachen......überwacht werden wir alle aber so oder so schon... Echelon, Synonym für die Ueberwachung jeglicher analoger oder digitaler Kommunikation... auch dieses Textes den ich hier bald per Mausklick durch die Netze bis zum ZEIT Server sende...So richtig schrecklich wird das mal werden wenn wir ale nur noch mit sogenannten Whitelists im Internet kommunizieren dürfen... im gegensatz zu Blacklists welche wie im vorliegenden Artikel bemerkt sehr hohe Administrativen Aufwand erfordern.---------------------------
"...wenn ich den armen zu Essen geben werde ich zum Heiligen. Wenn ich frage warum sie nicht's zu Essen haben schimpfen sie mich Kommunist...".
Das wirklich beklemmende ist aber das wenn die Daten-Mauer in china je richtig funktionieren sollte, unsere Politiker sie dann bald auch hier einführen werden um den Bürger vor den Terroristen im internett zu beschützen und weil eine System was funktioniert so ungeheuer Üraktisch ist. Noch müssen grade viele Bolg und NAchrivhten Beiträge von hand geschrieben werden da Computertexte immer noch zu schnell zu erkennen sind, aber auch hier mache de Technik deutliche Vortschritte so das man villeicht in 10-15 Jaher Computertext nicht mehr vom Mentschliche unterscheiden kann und so eine DDOS auf die Nachrichteninhalte möglich wäre.[ Enie Attacke mit möglichst vielen Verschidenen Stellen möglichst viel informatio zu verfügung zu stellen so das der Benutzer ( das System was Informationen Sucht ) damit Überfordert ist die falsch informationen zu verwerfen und so die richtigen informationen nicht finden kann ] Schon heute hört man imer wieer bei Diskusionen das jemand den totsicheren Tipp aus einen Forum gekriegt hat wo jamand 100% genau bescheid weis. Es ist komisch das all die Medienenten und MEdienlügen der Vergangenheit noch immer keine Zkepzis bei Meuntschen aufkommen lassen, und sie immer noche viele Informationen ungefragt glauben wenn nur 4-5 Leute ihnen bestätigen das es so richtig ist. Grad in vielen Foren und Chatts ist es ja nun wirklich kein auffand sich 4-5 Accounts zuzlegen und diese in verschiedene Fenstern laufen zu haben und so die Fehlinformation mit Stimmen wie "Hab ich auch schon gehört." oder "Das ist nen Experte der hat recht." abzusichern. Grade heir dürften in zukunft Computer die in der Lage sind den zusamenhang einer Diskusion zu verstehen und so die eine Seite zu unterstützen und bei der andere Seite Zweifel einzuwerfen eine grosse Gefahr für den sich im internett informirenden werden.
Es ist zu begrüßen, daß Herr Biermann über das Thema Internetzensur informiert, es muß jedoch ergänzt werden, daß die Staatsgewalt gerne mit Razzien gegen Tor-Knoten-Betreiber vorgeht:Tor-Server-Betreiber stellt nach Razzia Anonymisierungsserver ab
http://www.heise.de/newst...Die deutschen Staatsorgane sind bloß geschickter und vermelden "Terrorismus" oder "Kinderpornografie" als Ursache ihres Eingreifens -- China wird lernen.So wird die Differenzierung nach Gründen des staatlichen Eingriffes eine sehr relative. Daher sollte die Grafik "Internet Filtering (Social)" der Open Net Initiative nicht unerwähnt bleiben:http://map.opennet.net/fi...Dort finden sich dann auch Westeuropa und die USA wieder._______________________________________________________
Die Interessen der ZEIT:
http://de.wikipedia.org/w...
Was derzeit wirklich passiert:
http://www.pelastop.de/20...
Wenn es nach der CDU ginge würde das auch in Deutschland eingeführt.
Bespitzelung britischer Internetnutzer:http://www.heise.de/newst...Im April war bekannt geworden, dass Webnutzer in den USA und in Großbritannien mit Hilfe von Software von US-Firmen wie NebuAd, Front Porch oder dem britischen Unternehmen Phorm ausgespäht werden. Die Software scannt jede Webseite, die ein damit beschatteter Nutzer aufsucht. Die dortigen Inhalte werden nach Schlüsselwörtern abgesucht, um ein Interessenprofil zu bilden.Wäre in diesem Zusammenhang der Begriff "Raubkopie" und die Thematisierung als "Internetpiraterie" nicht angebrachter?_______________________________________________________
Die Interessen der ZEIT:
http://de.wikipedia.org/w...
Was derzeit wirklich passiert:
http://www.pelastop.de/20...
wann, wo und warum Spionage mit offenem Visier durch die Leute aus Langley betrieben wird?Sie haben stets das eigene Wohl im Sinn, gehen aber beständig in die Kirche und singen Halleluja. Welch eine phantastische Welt.debrasseur
wann, wo und warum Spionage mit offenem Visier durch die Leute aus Langley betrieben wird?Sie haben stets das eigene Wohl im Sinn, gehen aber beständig in die Kirche und singen Halleluja. Welch eine phantastische Welt.debrasseur
Der Autor kann sicherlich auch erklären, ob es technisch und realistisch in China durchsetzbar ist. Wer kann den ausländischen VPN Provider finanzieren? Wie kann ein normaler chinesischer User über die ausländische IP / WEB-Seite informieren? Welche Maßnahme wird beim Sperren der IP / DNS-Name von dem ausländischen Provider ergriffen? Wie funktioniert die Authentifizierung zwischen User und Server? Wer kann diese Technik supporten? Beim dem Tool "TOR" wird das gleiche Spielchen gesppielt. Der User verbergt zwar eigene Netz-ID dem Staat gegenüber, aber liefert sich freiwillig ganz NACKT an einen ausländischen Häcker.
http://www.uudo.de/wiki/i...2005 startete Google plötzlich eine konzertierte Aktion gegen das SAAR-ECHO: PageRank-Herabsetzung und abrupte Entfernung aus Google- News. Hatte Google vor Beginn der Yukos-Serie und bis Ende März 2005 täglich zwischen 25 und 47 SAAR-ECHO-Artikel über Google-News verbreitet, waren es zwei Monate nach Veröffentlichung der letzten Yukos-Folge über den amerikanisch-russischen Ölkrieg um Yukos und die Involvierung des BND in diese Affäre nur noch zwischen null und vier Artikel täglich.Die Redaktion des SAAR-ECHO registrierte, dass auf den "Hausseiten" des BND bei Google nach Eingabe relevanter Schlagwörter nur eine Folge der viel beachteten SAAR-ECHO-Serie auf den hintersten Plätzen indexiert worden ist. Damit existiert die Yukos-Serie auf der "Hausseite" des deutschen Auslandsgeheimdienstes faktisch nicht.Erstmals entstand der Gedanke, dass der BND ein besonderes Verhältnis zu Google haben könnte und vice versa. Faktisch stand der Bundesnachrichtendienst auf seiner Google-"Hausseite" mit den unterschlagenen 15 Folgen der Yukos-BND-Serie des SAAR-ECHO dank der Zensur "sauber" da...http://rainersen.de/allge...ÜBRIGENS: Nachwievor lesenswert diese Serie:Der russisch-amerikanische Ölkrieg und die Rolle Europashttp://www.artemodus.de/c..._______________________________________________________
Die Interessen der ZEIT:
http://de.wikipedia.org/w...
Was derzeit wirklich passiert:
http://www.pelastop.de/20...
http://www.saar-echo.com auffinden? Wie lautet die richtige Adresse, falls sie noch vorhanden abrufbar ist?debrasseur
http://www.saar-echo.com auffinden? Wie lautet die richtige Adresse, falls sie noch vorhanden abrufbar ist?debrasseur
Wenn ich mir den Trend bei uns ansehe frage ich mich ob wir in 10 Jahren nicht auch soweit sind. Heute hat Deuschland die Vds, Bundestrojaner und ein Verbot von echter Anonymisierung. Das waren die letzten Jahre, mal sehen wie weit uns die nächsten Jahre bringen.
Das muss wohl an mir vorbeigegangen sein. Ihrer Darstellung nach riskiere ich täglich viele Jahre Knast, und bisher hat noch niemand bei mir angeklopft. Können Sie sie belegen?
Das muss wohl an mir vorbeigegangen sein. Ihrer Darstellung nach riskiere ich täglich viele Jahre Knast, und bisher hat noch niemand bei mir angeklopft. Können Sie sie belegen?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren