Olympische Spiele „Die Propagandamaschine läuft“
Wie China die eigene Presse zensiert: Wer zu viele regimekritische Punkte sammelt, verliert den Job. Interview mit einem Redakteur eines staatlichen chinesischen Mediums

© TEH ENG KOON/AFP/Getty Images
China vor den Olympischen Spielen: "Nun schlägt die Vorfreude in eine Art Sicherheitsparanoia um"
ZEIT ONLINE: Herr Miller, Sie geben kein Interview unter Ihrem richtigen Namen.
John Miller: Das könnte arbeitsrechtliche Konsequenzen für mich haben. In China gibt es ganz klare Vorschriften, an die sich Journalisten zu halten haben. Bei uns in der Redaktion gab es vor Kurzem die Vorgabe, dass wir ausländischen Journalisten keine Interviews geben sollen. Gesprächsanfragen sollen wir an den Verlag weiterleiten.
ZEIT ONLINE: Sie arbeiten für ein großes staatliches Medium. Wie frei und unzensiert dürfen Sie berichten?
Miller: Das hängt von den Inhalten ab. Die komplette internationale Berichterstattung läuft ausschließlich über die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, auf Deutsch „Neues China“. Alle Inhalte über das Ausland dürfen wir nur von denen übernehmen. Das sind oft Stellungnahmen des Außenministeriums zu Dingen, die in der Welt geschehen und China betreffen. Da herrscht ein regelrechter Beißreflex, immer auf alles zu reagieren, manchmal mit recht absurden Statements, selbst wenn es eigentlich ein Gebot der propagandistischen Klugheit wäre, auf einen Kommentar zu verzichten. Über Xinhua wird diese offizielle Sicht der Dinge blitzartig auf alle Zeitungen verteilt. Zu innerchinesischen Themen können wir jedoch eigene Beiträge produzieren.
ZEIT ONLINE: Die können Sie unzensiert veröffentlichen?
Miller: Das hängt davon ab, in welcher Region publiziert wird oder was für ein Chefredakteur zuständig ist. Im Süden des Landes hat man etwas mehr Freiheiten, oder besser gesagt, man nimmt sich mehr Freiheiten heraus. Die Schere der Zensur existiert bei vielen Journalisten allerdings schon im Kopf. Kritisches verlässt selten die Redaktionsräume.
ZEIT ONLINE: Haben die chinesischen Kollegen Angst vor Sanktionen?
Miller: Die meisten jedenfalls. Es soll ein Punktesystem für Journalisten geben. Wer zu viele regimekritische Punkte gesammelt hat, verliert seinen Job. Einer der bekanntesten Fälle war Anfang 2006 die Absetzung des Chefredakteurs der Beilage „Gefrierpunkt“ (bing dian) der sehr populären China Daily Youth. Die wird von der Kommunistischen Jugendliga herausgegeben und machte immer wieder durch kritische Berichterstattung von sich reden. Der „Gefrierpunkt“ durfte einen Monat lang nicht erscheinen, dann gab es eine „Umstrukturierung“ der Redaktion und den „Relaunch“. Das ist ein gängiges Verfahren und immer ein Signal an die Journalisten, einen Gang runterzuschalten. Zusätzlich gibt der Propagandaapparat den Redaktionen in regelmäßigen Abständen Schulungen.
ZEIT ONLINE: Was kann man sich darunter vorstellen?
- Datum 14.10.2008 - 18:34 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 19
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Überall gibt es berufliche Vorschrift. Der Journalist Dieter Hennig hat offensichtlich auf solche Presse-Vorschrift gestoßen ist, wurde von der Arbeitgeber bereits gefeuert. Die Presse dient zum Zweck "Propaganda". Die chinesische Presse ist selbstverständlich nur für China-Propaganda. Für welche Propaganda dient die deutsche Presse?
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk) Wenn Ihnen der Unterschied zwischen dem Propagandaapparat eines diktatorischen Verbrecherregimes und einer freien Presse nicht klar ist, sollten Sie sich einfach ruhig verhalten, sie blamieren sich sonst nur. Oops - schon geschehen...Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
ist Olympia eine innere chinesische Angelegenheit und wie sie sagen ist die chinesische Presse nur China Propaganda, Da Propaganda selten die Wahrheit berichtet ist die chinesische presse also eine Theatherveranstatung sowas wie die Sandmaenchen, jedoch ohne Wert zu legen auf die Richtigkeit der sogenannten propaganda. Besser kann man sich gar nicht mehr outen sharepoint.
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk) Wenn Ihnen der Unterschied zwischen dem Propagandaapparat eines diktatorischen Verbrecherregimes und einer freien Presse nicht klar ist, sollten Sie sich einfach ruhig verhalten, sie blamieren sich sonst nur. Oops - schon geschehen...Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
ist Olympia eine innere chinesische Angelegenheit und wie sie sagen ist die chinesische Presse nur China Propaganda, Da Propaganda selten die Wahrheit berichtet ist die chinesische presse also eine Theatherveranstatung sowas wie die Sandmaenchen, jedoch ohne Wert zu legen auf die Richtigkeit der sogenannten propaganda. Besser kann man sich gar nicht mehr outen sharepoint.
Die ZEIT duldet bestimmt nicht, eine NAZI-Propaganda, oder eine Terrorist-Propaganda hier zu publizieren, oder nicht?
Man mag den Europäern vorwerfen, dass ihnen die
Besonderheiten der chinesischen Kultur und insbesondere das
besondere Streben nach Harmonie fremd sind. Nach allen geschichtlichen
Erfahrungen, haben sie aber allen guten Grund anzunehmen, dass
sie mit ihrer Form der (intellektuellen) Streitkultur gut (besser) für
die Zukunft gerüstet sind. Deswegen heißt es in unserem Grundgesetz
auch lapidar: "Eine Zensur findet nicht statt." Wie schwer Chinesen diese unsere Streitkultur fällt, möchte ich an Hand eines
kurzen Interviewauszugs (Hervorhebungen von mir) zeigen:Frage: Aber können Sie die Diskussionen in der Welt nachvollziehen?Antwort: Sie müssen verstehen, ich bin so groß geworden, ich habe
noch nie in meinem Leben jemanden direkt kritisiert. In China habe
ich gelernt, diplomatisch zu sein. Ich kann nur sagen, dass die
europäische Presse alles kritisiert, was ihr noch nicht gut genug ist.
Aber das ist falsch. China ist so ein großes Land, das kann sich
nicht so schnell verändern. Die europäischen Länder brauchen
Geduld. Ich glaube ganz sicher, dass sich China bewegen wird.(aus einem Interview mit der Sportlerin
Fr. Xu Huaiwen, die vor acht Jahren
China verließ und sich in Deutschland einbürgern ließ, da sie
in China keine Chance mehr sah, international spielen zu
können.)So nachvollziehbar das ist, was Fr. Xu hier sagt, man sollte
nicht vergessen, dass - aus der Sicht der chinesischen
Funktionäre - doch auch hätte klar sein müssen, welche
Eigengesetzlichkeiten in der westlichen Presse herrschen und man
- ob man will oder nicht - mit der Annahme der olympischen Spiele
mit diesen Eigengesetzlichkeiten unweigerlich konfrontiert werden
würde. Hat man denn wirklich ernsthaft gedacht, man könnte hier
eine Propagandashow inszenieren (was ihnen gegönnt sein mag),
ohne dass von einer nichtstaatlich gesteuerten Presse mal nach
links und rechts geschaut würde?Herzlichst Crest
Man mag den Europäern vorwerfen, dass ihnen die
Besonderheiten der chinesischen Kultur und insbesondere das
besondere Streben nach Harmonie fremd sind. Nach allen geschichtlichen
Erfahrungen, haben sie aber allen guten Grund anzunehmen, dass
sie mit ihrer Form der (intellektuellen) Streitkultur gut (besser) für
die Zukunft gerüstet sind. Deswegen heißt es in unserem Grundgesetz
auch lapidar: "Eine Zensur findet nicht statt." Wie schwer Chinesen diese unsere Streitkultur fällt, möchte ich an Hand eines
kurzen Interviewauszugs (Hervorhebungen von mir) zeigen:Frage: Aber können Sie die Diskussionen in der Welt nachvollziehen?Antwort: Sie müssen verstehen, ich bin so groß geworden, ich habe
noch nie in meinem Leben jemanden direkt kritisiert. In China habe
ich gelernt, diplomatisch zu sein. Ich kann nur sagen, dass die
europäische Presse alles kritisiert, was ihr noch nicht gut genug ist.
Aber das ist falsch. China ist so ein großes Land, das kann sich
nicht so schnell verändern. Die europäischen Länder brauchen
Geduld. Ich glaube ganz sicher, dass sich China bewegen wird.(aus einem Interview mit der Sportlerin
Fr. Xu Huaiwen, die vor acht Jahren
China verließ und sich in Deutschland einbürgern ließ, da sie
in China keine Chance mehr sah, international spielen zu
können.)So nachvollziehbar das ist, was Fr. Xu hier sagt, man sollte
nicht vergessen, dass - aus der Sicht der chinesischen
Funktionäre - doch auch hätte klar sein müssen, welche
Eigengesetzlichkeiten in der westlichen Presse herrschen und man
- ob man will oder nicht - mit der Annahme der olympischen Spiele
mit diesen Eigengesetzlichkeiten unweigerlich konfrontiert werden
würde. Hat man denn wirklich ernsthaft gedacht, man könnte hier
eine Propagandashow inszenieren (was ihnen gegönnt sein mag),
ohne dass von einer nichtstaatlich gesteuerten Presse mal nach
links und rechts geschaut würde?Herzlichst Crest
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk) Wenn Ihnen der Unterschied zwischen dem Propagandaapparat eines diktatorischen Verbrecherregimes und einer freien Presse nicht klar ist, sollten Sie sich einfach ruhig verhalten, sie blamieren sich sonst nur. Oops - schon geschehen...Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Bukowski zensiert, gestern Francoise Villon zensiert, heute auch mal Dieter Nuhr. Ohne Worte...Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Bukowski zensiert, gestern Francoise Villon zensiert, heute auch mal Dieter Nuhr. Ohne Worte...Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
ist Olympia eine innere chinesische Angelegenheit und wie sie sagen ist die chinesische Presse nur China Propaganda, Da Propaganda selten die Wahrheit berichtet ist die chinesische presse also eine Theatherveranstatung sowas wie die Sandmaenchen, jedoch ohne Wert zu legen auf die Richtigkeit der sogenannten propaganda. Besser kann man sich gar nicht mehr outen sharepoint.
Eine logische Reihenfolge - eine Voraussetzung für eine gemeinsame Diskussion in Forum. Wer, Wann, Wie wurde gesagt "Olympia eine innere chinesische Angelegenheit (Zitat von Ihnen)"? Das Thema Tibet, das Thema Taiwan, das Thema chinesische Gesetze, das Thema chinesische Demokratie und Freiheit ...usw. Wollen Sie sich in solche Themen einmischen???
Eine logische Reihenfolge - eine Voraussetzung für eine gemeinsame Diskussion in Forum. Wer, Wann, Wie wurde gesagt "Olympia eine innere chinesische Angelegenheit (Zitat von Ihnen)"? Das Thema Tibet, das Thema Taiwan, das Thema chinesische Gesetze, das Thema chinesische Demokratie und Freiheit ...usw. Wollen Sie sich in solche Themen einmischen???
Bukowski zensiert, gestern Francoise Villon zensiert, heute auch mal Dieter Nuhr. Ohne Worte...Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
es ist Ihnen bereits ungezählte Male erläutert worden, daß die Zeit die Nutzerkommentare juristisch zu verantworten hat. Zu Nazis und Terroristen gibt es verschiedene Staftatbestände wie Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung, Zeigen verfassungsfeindlicher Symbole, Volksverhetzung etc.pp. Unter diesem und nur unter diesem Aspekt werden Leserbeiträge gekürzt oder gelöscht. Das ist mitnichten Zensur. Wenn Herr Schäuble kritische Berichterstattung zu seiner Politik bei der Zeit unterbinden würde - das wäre Zensur. Wenn aber ein Nutzer Ehrenrühriges über Schäubles Person schreibt, wäre es ein Straftatbestand, wäre von der Zeit zu verantworten und würde gelöscht. Unterschied jetzt verstanden? Dann ist gut...Und zur Abberufung von Herrn Hennig - das ist dem Arbeitgeber vorbehalten, nicht der Regierung. Wie vermutlich Sie auch, würde ich mir durchaus ähnliche Konsequenzen für die Journalisten wünschen, die uns ein Nepal für ein Tibet vorgemacht haben. Vielleicht kommt es ja wenigstens hier mal zum Sharen eines Points.Unklar bleibt aber, warum Sie Ihren Standpunkt, daß in Deutschland Zensur ausgeübt wird, so konsequent durch alle threads vertreten. Da würde ich es an Ihrer Stelle, genau wie Schwarzbart schrieb, mit Herrn Bohlen halten...
-- wenn Bohlen sich aber daran hielte, wäre das Land schon wieder etwas besser...Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Es gibt natürlich eine Presse- Senzur in Deuitschland. Jeder Beitrag muss inhaltlich senziert werden, bevor er publiziert ist. Eine falsche Publikation kann die Arbeitsstelle von der Redaktor kosten. Dafür gibt es genügende Belege in der Realität. Wenn Sie nicht im Luft leben, dürfen Sie jeden Tag diese Scheinfreiheit ohne Senzur selbst erleben.
-- wenn Bohlen sich aber daran hielte, wäre das Land schon wieder etwas besser...Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Es gibt natürlich eine Presse- Senzur in Deuitschland. Jeder Beitrag muss inhaltlich senziert werden, bevor er publiziert ist. Eine falsche Publikation kann die Arbeitsstelle von der Redaktor kosten. Dafür gibt es genügende Belege in der Realität. Wenn Sie nicht im Luft leben, dürfen Sie jeden Tag diese Scheinfreiheit ohne Senzur selbst erleben.
-- wenn Bohlen sich aber daran hielte, wäre das Land schon wieder etwas besser...Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
ich hatte mich schon gewundert, wie Herr Bohlen zu einer derartig klugen+geschliffenen Aussage kommen konnte...;-))
ich hatte mich schon gewundert, wie Herr Bohlen zu einer derartig klugen+geschliffenen Aussage kommen konnte...;-))
* http://de.wikipedia.org/w...Liest man den Artikel "Einheitsstrom der Medien",http://www.nrhz.de/flyer/...dann funktioniert "unser System" nur subtiler und raffinierter. Die Chinesen werden schnell kopieren und sich verbessern..._______________________________________________________
Die Interessen der ZEIT:
http://de.wikipedia.org/w...
Was derzeit wirklich passiert:
http://www.pelastop.de/20...
Du bist ein Genie. Hut ab, mmm... wenn Winter kommt. Chinesische Studenten, die Jouralismus studieren, sollen fleißig durchlesen.
Du bist ein Genie. Hut ab, mmm... wenn Winter kommt. Chinesische Studenten, die Jouralismus studieren, sollen fleißig durchlesen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren