Südafrika Populist und Polygamist
In Südafrika steht der designierte nächste Präsident Jacob Zuma wegen Bestechung wieder einmal vor Gericht. Der umstrittene ANC-Chef hat aber schon andere Skandale überlebt
In Südafrika kämpft sich einer der populärsten und zugleich umstrittensten Politiker des Landes an die Macht. Der Weg von Jacob Zuma führt ihn dabei auch durch die Gerichtssäle. Kaum einer polarisiert so stark wie er. Trotz eines drohenden Korruptionsverfahrens gegen ihn gilt der bullig wirkende 66-Jährige am Kap vielen bereits als der nächste Staatspräsident. Die von ihm geführte Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongresses (ANC) macht keinen Hehl daraus, dass sie dem skandalumwitterten Zuma volle Rückendeckung geben will.
Seit Montag versucht Zuma, das drohende Verfahren niederzuschlagen oder zumindest bis nach der Wahl im April 2009 zu verzögern. Denn wäre er erst einmal Präsident, wäre es für die Justiz schwieriger, ihn vor ein Gericht zu bringen.
Zuma gilt weiten Teilen des Bevölkerung bereits heute als Volksheld und neuer Hoffnungsträger. Weder Skandale noch Prozesse, die seine moralische Integrität infrage stellten, konnten daran bisher etwas ändern. Ob im Maßanzug oder im Leopardenfell – bei seinen Fans steht der Linkspopulist hoch im Kurs.
Als Überlebenskünstler hat er Krisen überstanden, die andere längst die Karriere gekostet hätten. Ein wahrer Personenkult rankt sich um den Skandal-Politiker. Der bekennende Polygamist, den Insider als patriarchalisch und jovial beschreiben, stellt in vielem die Verkörperung europäischer Klischee-Vorstellungen eines afrikanischen Politikers dar.
Seit Zuma, einst auch Vorsitzender des Nationalen Aids-Ausschusses sowie der moralischen Erneuerungskampagne, in einem Vergewaltigungsprozess ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer HIV-infizierten Bekannten zugab, ist er „der Mann mit der Dusche“. Der Karikaturist Zapiro stellte ihn mit einer Dusche auf dem markanten Glatzkopf dar – in Anspielung auf seine Äußerung, er habe sich nach dem Sex durch ausgiebiges Duschen vor Ansteckung mit dem Aids-Erreger geschützt. Zuma wurde in dem Prozess freigesprochen.
„Msholozi“ – so sein Clan-Name – hat nach Medienberichten 14 Kinder und ist mit mehreren Frauen gleichzeitig verheiratet. Wie Nelson Mandela war der Anti-Apartheid-Kämpfer lange Jahre auf der Gefängnisinsel Robben Island inhaftiert, bevor der am 12. April 1942 in Nkandla geborene Zuma im Exil als Geheimdienstchef die Fäden der ANC-Untergrundarmee zog. Obwohl er nach dem frühen Tod des Vaters nur eine lückenhafte Schulausbildung bekam, bekleidete er diverse hohe Ämter und erhielt 2001 die Ehrendoktorwürde der Universität Zululand. Im März wurde er zum Prediger einer Freikirche ernannt.
Zuma stützt seinen Einfluss auf Gewerkschaften, die ANC-Gremien und die Kommunisten, aber auch auf viele einfache Menschen, die sich durch ihn einen Ausweg aus der Armut erhoffen.
Wegen eines Korruptionsskandals war er 2005 nach sechs Jahren als Vize-Präsident des Landes von Präsident Thabo Mbeki gefeuert worden. Zumas Finanzberater war damals wegen Korruption in einem Rüstungsgeschäft verurteilt worden. Dabei war bekannt geworden, dass er sich mit der jahrelangen Finanzierung von Zumas Lebensstil dessen politischen Einfluss erkauft hatte. Der Richter sprach von einem „allgemein korrupten Verhältnis“ der beiden. Ein Prozess gegen Zuma scheiterte aber an Verfahrensfehlern. Nach neuen Indizien wurden die Ermittlungen allerdings wieder aufgenommen, und jetzt haben wieder die Richter das Wort.
(von Ralf E. Krüger, dpa)
- Datum 05.08.2008 - 10:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 5
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





für mich ist dieser Mann ein Brandstifter. Und er auch eines Tages den Mob aufputschen, um zu morden und zu brandschatzen. Simbabwe und Ruanda sollten Warnung genug sein. Mal sehen, wann er eine Schiffsladung Macheten aus China bekommt.Ich kann jedem Weißen nur raten sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.
in Afrika, was vor die Hunde gehen wird, wenn dieser Mann die Regierung übernähme. Abgesehen von seiner fehlenden Intigrität und Bildung (der Mann konnte lange Zeit nicht mal lesen und schreiben), liegt das wirkliche Problem in seinen politschen Pläne.
Linkspopulist klingt ja harmlos. In Wahrheit liest sich sein Programm wie ein Fahrplan Richtung Kommunismus. Populäres Kernstück ist eine entschädigungslose Enteignung weißer Farmer. Die Erfahrungen in Simbabwe haben gezeigt, wohin das führt.
fuer den afrikanischen Kontinent dass seine politische Fuehrung und Regierungen ausschliesslich durch Korruption und schlechte Entscheidungen auffallen.Wenn Zuma auch dieses Mal davon kommt kann man die Zukunft Suedafrikas schon aus den Teeblaettern ablesen.Ingeneure und Mediziner verlassen das Land schon in Scharen,bald werden auch die Investoren abziehen.
war mit Mbeki auch nicht bestens bedient. Arbeitslosigkeit von -nach vorsichtigen Schätzungen - 30%, bestehende Diskriminierung, die meisten HIV-Infizierten der Welt, ansteigendene Ungleichheit... Also bitte, schlimmer kann ers kaum noch machen. Und Rwanda hat damit nun gar nichts zu tun. Die Ärzte wandern übrigens aus, um ein Vielfaches ihres Gehaltes vor Ort zu verdienen.
von einer voellig verfehlten AIDS Politik in Suedafrika: Der oder die Gesundheits-Minister erklaert das AIDS durch falsche Ernaehrung entsteht und raet den Suedafrikanern dazu mehr Knoblauch und Wurzelgemuese zu essen.Inzwischen sterben die Leute en Masse.Man kann es nicht fassen.
von einer voellig verfehlten AIDS Politik in Suedafrika: Der oder die Gesundheits-Minister erklaert das AIDS durch falsche Ernaehrung entsteht und raet den Suedafrikanern dazu mehr Knoblauch und Wurzelgemuese zu essen.Inzwischen sterben die Leute en Masse.Man kann es nicht fassen.
von einer voellig verfehlten AIDS Politik in Suedafrika: Der oder die Gesundheits-Minister erklaert das AIDS durch falsche Ernaehrung entsteht und raet den Suedafrikanern dazu mehr Knoblauch und Wurzelgemuese zu essen.Inzwischen sterben die Leute en Masse.Man kann es nicht fassen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren