Das eingedrungene Wasser ist nach den Worten von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel radioaktiv belastet. In den abgepumpten Mengen seien Spuren von Tritium und Uran festgestellt worden, sagte der SPD-Politiker am Dienstag auf seiner Sommerreise im bayerischen Deggendorf. Das Wasser wurde danach in die Grube "Mariaglück" in der Nähe von Celle geleitet. Die radioaktiven Mengen lägen zwar offenbar unter den Grenzwerten, es blieben jedoch Fragen offen. "Insgesamt ist das außerordentlich ärgerlich", sagte Gabriel.

So sei unklar, ob Genehmigungen für das Einleiten in die Grube bei Celle erforderlich gewesen seien. Es fehlten seinem Ministerium dazu eine Reihe von Unterlagen, sagte Gabriel. Er habe daher an das niedersächsische Umweltministerium sowie an das Bundesforschungsministerium geschrieben und Aufklärung verlangt.

Das Forschungsressort von Ministerin Annette Schavan (CDU) ist die Aufsichtsbehörde für das Helmholtz-Forschungszentrum, das "Asse II" betreibt. Dort sind etwa 130.000 Fässer schwach und mittelradioaktiver Müll gelagert. "Asse II" liegt im Wahlkreis von Gabriel.

Das Abpumpen des eindringenden Wassers war im Juni nach Krisensitzungen zwischen Bund und Niedersachsen zunächst eingestellt worden. Nach Worten Gabriels muss das Wasser aber in wenigen Tagen wieder aus dem Bergwerk gefördert werden, um ein Absaufen des Schachtes zu verhindern. Aufgrund der Wassereinbrüche gilt die Stabilität des Salzstocks inzwischen als gefährdet. (sr, mit Reuters)