Wenn er durch seine Äußerungen vor fast sechs Monaten möglicherweise die Gefühle der Parteifreunde in Hessen verletzt habe, bedauere er dies. "Es tut mir leid, wenn es zu solchen Emotionen gekommen ist", sagte Clement bei seiner mit Spannung erwarteten Erlärung am Mittag in Bonn.

Zugleich aber machte er deutlich: "Ich bin Sozialdemokrat, ich bleibe Sozialdemokrat." Und: "Ich habe nicht zur Nichtwahl der SPD aufgerufen."

Auch in puncto Atomenergie blieb der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident bei seiner Position: "Ein Ausstieg aus einer der sicheren Energiequellen - sei es Atom oder Kohle - ist nicht zu verantworten". Wer der Meinung sei, man könne auf die Atomenergie oder die Kohle verzichten, "der würde den Industriestandort Deutschland gefährden" und damit "zigtausende Arbeitsplätze" aufs Spiel setzen.

Schon im Vorfeld hieß es, Clement wolle eher versöhnliche Töne anstimmen und handele damit auf Anraten von Bundesfinanzminister und Parteivize Peer Steinbrück sowie von Otto Schily, der Clement in dem Parteiordnungsverfahren anwaltlich vertritt. Steinbrück als Freund Clements sollte auf Betreiben der Parteispitze das Gespräch mit dem Ex-Minister suchen, der den Streit um seine Person mit unversöhnlichen Äußerungen in den vergangenen Tagen weiter angeheizt hatte.

Die Landesschiedskommission der SPD in Nordrhein-Westfalen hatte Clement in der vergangenen Woche aus der Partei ausgeschlossen, weil er im Hessen-Wahlkampf indirekt dazu aufgerufen hatte, die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wegen ihrer Anti-Atom-Politik nicht zu wählen.