Kino Der Sir und die Schöne
In "Elegy oder die Kunst zu lieben" betört Penélope Cruz Ben Kingsley. Herauskommt ein rührseliger und schlechter Film
Wenn Penélope Cruz Station auf der Erde macht, fällt die Welt in Ohnmacht. Zuletzt während der Berlinale 2008, als sich selbst friedliche Zeitgenossen durch die Menge boxten, wie einst die Studenten beim Schah-Besuch, um einen Blick auf Penélope zu erhaschen. Manchmal stürzt aber auch die Leinwand ein. Meist dann, wenn die Spanierin nur schöner Körper ist. In Hollywood wurde sie so besetzt, als Maskerade des äußeren Scheins, als exotisches Accessoire. In wenigen Momenten der Disziplinlosigkeit brach auch hier die proletarische Rotzigkeit und Vitalität durch, die ihr zu eigen ist und die sie bei Pedro Almodóvar zur Gänze ausspielen konnte. Eigentlich war sie auf dem Weg dorthin zurück, weg vom Walk of Fame, hin zur Charakterdarstellerin. In Elegy ist sie wieder bloß Gemälde. Die Cruz ist eine Katastrophe, der Film ist es auch.
Regisseurin Isabel Coixet hat die literarische Vorlage von Philip Roth ihrer schlimmsten Peinlichkeiten entkleidet, dieser unappetitlichen sabbernden Altmännerfantasien, die sich durch das ganze Buch ziehen. Dafür muss man ihr dankbar sein. Sie hat ihr aber auch ihre ganze obsessive Sprengkraft genommen, die tiefe existenzielle Tragik eines alternden Casanova, der einer jungen Frau verfällt und viel zu spät mit der Liebe Bekanntschaft macht.
In Roths Das sterbende Tier ist er an der Grenze zum Wahnsinn, in Elegy nur schlecht drauf. Dabei sieht er ungebrochen glänzend aus. Ein durchtrainierter Beau ganz ohne altersbedingte Malaisen – keine Spur von den Herz- und Prostataproblemen etwa, die ihm Roth noch auf den Leib geschrieben hatte. Dafür wird schon allein Ben Kingsley gesorgt haben, der sich mit der ganzen Selbstgefälligkeit des von der Queen gesalbten Staatsschauspielers durch den Film charmiert und keine Gebrechlichkeit oder gar Gebrochenheit zulässt. Der Sir und die Schöne: ein Rührstück.
In Elegy tut nichts weh, außer der Film selbst. Auch als nach einer quälenden Ewigkeit des Belauerns, Becircens und Begrabschens das eigentliche Drama endlich einsetzt. Die junge Frau hat Brustkrebs, der alte Mann seine Katharsis. Nun beginnt die Cruz zu spielen, nachdem sie bis dahin eher das ruhende Aktmodel für seine Begierden und Selbstzweifel war.
Doch ihr Spiel ist nichts als Seifenoper. Zusammengestammelte Gefühle, die den Schmerz nur behaupten, der sie umtreibt. Hilflos pumpt sie sich die Tränen in die Augen, so bemüht und melodramatisch wie der Regen, der fortan draußen gegen die Fensterscheibe klatscht.
Woody Allen, der Penélope Cruz in seinem letzten Film besetzt hat, habe in ihrer Gegenwart angefangen zu stottern, liest man. Er habe ihr, liest man weiter, nach dem Ende der Dreharbeiten seine Brille geschenkt. Also ist er jetzt blind. Wir hätten gerne für die 108 Minuten von Elegy mit ihm getauscht.
- Datum 16.12.2008 - 09:37 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Was sich die Filmkritik dort zu diesem Film zusammen gestümpert hat, ist spätpubertierende Show pur.
Stör beschreibt vorrangig seine sprachlichen Kenntnisse, als den Film auch nur von irgendeiner Seite zu treffen.
Diese Kritik ist peinlich für diese Zeitung. Kindergärten gehören doch wohl nicht zur Klientel?
Hin und wieder gibt es Literaturverfilmungen, die das Fassungsvermögen eines vermeintlichen Filmkritikers sprengen, wie vorliegend.
Herr Stöhr, versuchen Sie sich in einem anderen Metier!
Herzlichst Sapientia
Ich kann mich dem Kommentator nur anschließen. Mir ist unbegreiflich wie man solch einen Text (Kritik kann man das nicht nennen) zu diesem Film schreiben kann! Es bleibt nur meine subjektive Empfehlung (als Cineast der gutes Kino liebt, nicht als Kritiker) den Film einfach anzuschauen, und sich BERÜHREN zu lassen...
Ich kann mich dem Kommentator nur anschließen. Mir ist unbegreiflich wie man solch einen Text (Kritik kann man das nicht nennen) zu diesem Film schreiben kann! Es bleibt nur meine subjektive Empfehlung (als Cineast der gutes Kino liebt, nicht als Kritiker) den Film einfach anzuschauen, und sich BERÜHREN zu lassen...
Ich kann mich dem Kommentator nur anschließen. Mir ist unbegreiflich wie man solch einen Text (Kritik kann man das nicht nennen) zu diesem Film schreiben kann! Es bleibt nur meine subjektive Empfehlung (als Cineast der gutes Kino liebt, nicht als Kritiker) den Film einfach anzuschauen, und sich BERÜHREN zu lassen...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren