Erde Geheimnis unter der KrusteSeite 2/2
Wegen der hohen Qualität der Aufzeichnungen bemängelt Ritter auch nicht, dass die Nature -Autoren nur ein einziges Beben präsentieren, das auf einen harten Kern schließen lässt. Eine solch dünne Datenbasis ist in der Geoforschung nicht ungewöhnlich. Ob der innere Kern nun wirklich fest ist, sei für ihn allerdings gar nicht die spannende Frage, sagt der Geophysiker. "Darüber gibt es eigentlich keine Diskussion mehr." Viel wichtiger sei, wie dieser feste Nukleus aussehe: "Da tappen wir wirklich noch im Dunkeln."
So glauben die Forscher, dass sich die Eisenkugel im Zentrum schneller dreht als der Rest der Erde. Ihnen ist aber unklar, warum. Vermutlich hat es damit zu tun, dass das Metall nicht überall gleich beschaffen ist. "Der innere Kern ist eine Welt für sich", sagt Kenneth Creager, Geowissenschaftler von der University of Washington im amerikanischen Seattle. Möglicherweise sei die mikroskopische Kristallstruktur, in der sich das harte Eisen anordne, nicht überall gleich. "Wir vermuten zum Beispiel, dass sich westliche und östliche Halbkugel unterscheiden", sagt Creager.
Interessant findet er an Wookeys Messdaten darum vor allem, dass die Bebenwellen aus Mosambik darin gleich zweimal auftauchen: Das erste Signal traf nach einer globalen Reise von 29 und einer halben Minute in Japan ein. Doch nur sieben Sekunden später folgte ein zweites, das offenbar auch durch den inneren Kern gelaufen sein musste. Die Erklärung: Weil dieser Teil der Welle durch ein anders beschaffenes Stück der Metallkugel drang, war er langsamer.
Wie sich das eiserne Zentrum unserer Welt zusammensetzt, ist für den Planeten keineswegs egal. Indem der harte Kern immer weiter wächst, erhitzt er die äußere Kernschale aus flüssigem Eisen. Diese Energie ist letztlich dafür verantwortlich, dass das Metall turbulent umherströmt und schließlich das Erdmagnetfeld hervorruft. Um diesen sogenannten "Dynamo" zu begreifen, wüssten die Forscher gerne mehr darüber, wie der harte Kern aufgebaut ist.
Joachim Ritter aus Karlsruhe hofft nun, dass die einzelne Messung von Wookey durch viele Beobachtungen von anderen Stellen des Globus ergänzt wird. Leider muss der Boden dafür an einigen Orten erst noch gefährlich wackeln. Aber erst dadurch wird aus dem Bild des Erdkerns eine runde Sache.
- Datum 13.08.2008 - 19:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 3
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Zitat: "Indem der harte Kern immer weiter wächst, erhitzt er die äußere Kernschale aus flüssigem Eisen"Gut .. wohin waechst er nun ... wodurch waechst er ... was "fuettert" ihn ueberhaupt ? Wo ist Schluss mit dem Wachstum ?Oder ist an der verphoenten Expanding Earth Theroy also doch etwas Wahres dran:http://en.wikipedia.org/wiki/Expanding_earth_theoryWill man uns sagen, der Planet verhaertet einfach unaeufhoerlich von innen nach aussen, ohne dass sich der Durchmesser dabei "anpasst" ? Was passiert wenn der unaufhoerlich wachsende Kern den Erdmantel durchdringt und schliesslich an die Erdkruste stoesst ? Und der erwaehte Dynamo. Der ist ja nicht gerade unwesentlich fuer unser Erdmagnetfeld verantwortlich. Wird durch das Wachstum des Kerns der Dymano insofern beeinflusst, dass es zu einer totalen, den gesamten Planeten umfassenden Umkehr des Erdmagnetfeldes kommt ?Diese Meldung ist wie eine Folge "Lost" .. man weis nicht wirklich viel und moechte wissen, wie es weitergeht und irgendwann einmal endet :-)
Vielleicht ist es so:Der feste Kern funktioniert wie ein "Giro", welches jeder Pilot kennt.Sobald die äußeren Kräfte an der Erdkugel zerren und die Bahn (die Lage) der Erde beeinflussen zu drohen, wird ein Signal von dem Giro ausgehen und irgendwo dann explodiert ein Vulkan, oder eine Magnetfeldanomalie entsteht. Diese Erscheinungen bringen dann wieder Alles in Lot.
(Die Redaktion /ft)http://www.zeit.de/online...ZEIT ONLINE schreibt : Auf der Richterskala erreichte das Beben im Februar 2006 die Stärke 7,5 ...
Nur in den Medien geistert die Richter-Scala unreflektiert unter Missachtung journalistischer Sorgfalt mit größeren Zahlenwerten umher, als diese überhaupt darstellen könnte. Die Richteskala reicht nur bis etwa 6,5. Richter hat eine einfache Tabelle aufgestellt und veröffentlichte 1935 seine Erkenntnisse. Richter selbst hat in seiner Tabelle als weiteste Entfernung 600 km angegeben. Zudem gilt die Richterskala streng genommen nur in Kalifornien, denn der entfernungsabhängige Korrekturfaktor bezieht sich auf die dortigen Bodenverhältnisse. eine 'nach oben offene' Scala ist ebenfalls unmöglich : Ein Erdbeben mit der Stärke 10,6 wäre nämlich so stark, dass die gesamte Erdkruste aufbricht. Und weil nicht mehr als die gesamte Erdkruste aufbrechen kann, kann es auf der Erde auch keine Erdbeben geben, deren Momentmagnitude stärker als 10,6 ist. Quelle: http://www.wdr.de/tv/quar...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren