Kaukasus-Krieg Russland rückt nach Georgien vor
Trotz des georgischen Waffenstillstandangebots gingen die Kämpfe auch in der Nacht weiter. Russische Bodentruppen sollen kurz vor der georgischen Stadt Gori stehen, auch Kampfflugzeuge flogen weitere Angriffe

© Natalia Kolesnikova/AFP/Getty Images
Weit über Südossetien hinaus: Russische Kampfverbände auf dem Weg nach Zentralgeorgien
Ungeachtet westlicher Vermittlungsversuche bleibt die Lage im Südkaukasus weiter extrem angespannt. Georgien warf Russland am Montag eine Invasion und Okkupationspolitik vor und bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Etwa 50 russische Bomber hätten in der Nacht georgische Städte und Dörfer unter Feuer genommen, teilte die Regierung in Tiflis mit. Zehntausende Georgier seien inzwischen auf der Flucht. Was nun geschehe, sei "der schlimmste Alptraum" für sein Land, so Saakaschwili in Tiflis.
Am Morgen gab es in dem von Georgien abtrünnigen Gebiet Südossetien bei Gefechten erneut Tote. In der Hauptstadt Zchinwali seien drei Soldaten der Friedenstruppen durch georgischen Artilleriebeschuss getötet worden. Das teilte eine Behördensprecherin nach Angaben der russischen Agentur Interfax mit. 18 Soldaten seien verletzt worden.
Nch Auskunft des georgischen Innenministeriums sei auch die Stadt Gori seit den Nachtstunden Angriffsziel russischer Kampfflugzeuge und Artillerie. Die 50.000 Einwohner zählende Stadt stehe unter heftigem Beschuss, sagte ein Sprecher. Gori liegt auf georgischem Hoheitsgebiet unweit der Grenze zur abtrünnigen Provinz Südossetien. Laut Behörden bereiten die russischen Bodentruppen einen Angriff auf die Stadt vor. Damit ist ein beidseitiger Waffenstillstand in weite Ferne gerückt.
Kurz zuvor hatte schon Präsident Saakaschwili mitgeteilt, dass russische Panzer auf georgisches Kernland vorgerückt seien. Die russischen Einheiten beschränkten sich nicht auf die Präsenz in der umstrittenen Region Südossetien, sondern seien direkt in das georgische Kernland vorgerückt, erklärte Saakaschwili am Abend.
Er sagte im staatlichen Fernsehen, "die Existenz Georgiens" sei durch den Konflikt mit Russland "gefährdet". Die Bombardements der russischen Luftwaffe auf Ziele in Georgien sollten "Panik" verbreiten. Georgien dagegen "will Frieden und sonst nichts."
Erstmals gab es Berichte georgischer Medien, dass nun auch die Hauptstadt Tiflis angegriffen würde. Russische Kampflugzeuge hätten dort einen Militärstützpunkt und eine Radaranlage beschossen. Diese Berichte wies Moskau allerdings zurück. Es seien nichts weiter als eine "Provokation mit dem Ziel, die internationale Gemeinschaft zu täuschen".
Die militärische Konfrontation zwischen Russland und Georgien war auch am Sonntag weiter eskaliert. Die russische Marine versenkte nach offiziellen Angaben ein georgisches Schiff. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte, handelte es sich um ein Schnellboot, von dem Raketen abgefeuert werden konnten. Die georgischen Seeleute hätten mehrmals angegriffen, "die russische Marine daraufhin das Feuer erwidert", hieß es in einer Erklärung.
- Datum 13.08.2008 - 14:08 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 23
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Es waren doch wohl georgische Truppen die (ähnlich den Serben) in Abchasien und Südossetien einmarschiert sind weil sich die dortige Bevölkerung zurück in die Sowjetunion und somit eine Abspaltung wünscht. Bei 90% russischer Bevölkerung ist dies ja irgendwie verständlich. Die Agression ging denn auch von georgischen Truppen aus die russische "Friedenssoldaten" angegriffen und auch mehrere erschossen haben. Für die Russen war dies natürlich ein gefundenes Fressen ... aber es war lediglich eine Reaktion. Es ist offensichtlich wer diesen Konflikt provoziert hat. Nicht nur zufällig war Condoleezza Rice vor 10 Tagen in Georgien. Auch der Zeitpunkt der Eskalation (Olympia) wurde bedacht gewählt. Man erhofft sich wohl, dass sich die Diskussion während der Spiele besser lenken lässt.Die westliche Propagandamaschinerie läuft offensichtlich mindestens so gut wie die chinesische oder russische.
Südossetien ist georgisches Territorium - den Georgiern steht es also frei die abtrünnige Region wieder "anzugliedern". Sie tun ja gerade so, als hätte Georgien da einen Krieg mit einem Nachbarland begonnen - dabei regelt es nur innerstaatliche Konflikte...Dass sich Russland nun einmischt, weil es befürchtet, der Westen könnte in Georgien Fuß fassen ist von den georgischen Führern wohl so nicht geplant gewesen - warten wir mal ab wann die USA eingreifen - denn ein militärische Operationen im georgischen Kernland können die USA nicht dulden - immerhin bietet Georgien über eine der letzten nicht von Russland und dem Iran kontrollierten Öl-Transportrouten! Nicht zuletzt daher überschreitet Russland derzeit die "Grenzen" von Südossetien ins georgische Kernland.
"Südossetien ist georgisches Territorium - den Georgiern steht es also frei die abtrünnige Region wieder "anzugliedern"."Sie meinen, so wie das Kosovo serbisches Territorium ist und wie es Serbien frei steht, die abtrünnige Region wieder "anzugliedern"?v.
Aber war nicht auch das Kosovo ein Teil Serbiens, und haben wir das nicht auch - völlig zurecht - ignoriert? Wenn man dann noch sieht, dass in Gori ein gewisser J. Stalin noch immer verehrt wird, der gleiche Stalin hat tausende Abchasen - ihrer Meinung ja auch Georgier - deportieren lassen um die Region zu Georgiesieren, dann kann man verstehen warum Osseten und Abchasen nicht mit den Georgiern in einem Staat zusammenleben wollen. Zumal die Georgier als eine der ersten Handlungen, nach Erklärung ihrer eigenen Unabhängigkeit, die Autonomierechte der Osseten und Abchasen abgeschafft haben.Das Gefasel von Völkerrecht sollte man hier rauslassen, den das Abchasische und Ossetische Volk will eben nicht mit dem Georgiern in einem Staat leben. Und es sollte ihnen auch freistehen die Unabhängigkeit von ihren georgischen Unterdrückern zu erreichen.
"Südossetien ist georgisches Territorium - den Georgiern steht es also frei die abtrünnige Region wieder "anzugliedern"."Sie meinen, so wie das Kosovo serbisches Territorium ist und wie es Serbien frei steht, die abtrünnige Region wieder "anzugliedern"?v.
Aber war nicht auch das Kosovo ein Teil Serbiens, und haben wir das nicht auch - völlig zurecht - ignoriert? Wenn man dann noch sieht, dass in Gori ein gewisser J. Stalin noch immer verehrt wird, der gleiche Stalin hat tausende Abchasen - ihrer Meinung ja auch Georgier - deportieren lassen um die Region zu Georgiesieren, dann kann man verstehen warum Osseten und Abchasen nicht mit den Georgiern in einem Staat zusammenleben wollen. Zumal die Georgier als eine der ersten Handlungen, nach Erklärung ihrer eigenen Unabhängigkeit, die Autonomierechte der Osseten und Abchasen abgeschafft haben.Das Gefasel von Völkerrecht sollte man hier rauslassen, den das Abchasische und Ossetische Volk will eben nicht mit dem Georgiern in einem Staat leben. Und es sollte ihnen auch freistehen die Unabhängigkeit von ihren georgischen Unterdrückern zu erreichen.
deine Ausführungen sind mehr als treffend. Die europäische Presse ist genau so frei wie die chinesische. Nur das die europäische es sich selbst zuzuschreiben hat. Da kämpfen Balkansöldner in Georgien, genau wie damals in Tschetchenien. Und die damals in Tschetchenien kämpfenden balkansöldner wurden von der CIA unterstützt. Binalshib hat damals auch in Tschetchenien gekämpft. Tschetchenien ist ein wichtiges Transitland des Öls oder sollte es aus westlicher Sicht werden. Nun muß Georgien mit der Bakuba Pipeline herhalten. Die europäische Presse kann nur noch eines, Meldungen der 4 gesteuerten Presseagenturen per copy&paste übernehmen und den verlogenen Politikern in den Arsch kriechen. Journalismus ist das schon seit Jahren nicht mehr und erinnert mich an Verhältnisse in der DDR. Der Kommunist lernte uns, das der Kapitalismus keine Frieden will. Stimmt doch, wieviel Kriege hat der "gute" Westen angefangen und wieviel der Russe ????!!!!
Südossetien ist georgisches Territorium - genauso wie Kosovo serbisches Territorium ist. Als die Serben ihre abtrünnige Region unter Kontrolle bringen wollten, hat die NATO sie angegriffen. Und die Deutschen waren auch dabei - damals sah es ganz normal aus, zivilisten zu bombardieren?
Delinquent2008 - Werf mal Google an, und lass dir mal die Geschichte von Südossetien und Abchasien anzeigen - DEIN BEITRAG IST NUR DESINFORMATIONDer GRUND FÜR ALLE KONFLIKTE AUF DER WELT IST DAS ÖLGenau wie die jetzt von der "Presse" gesteuerte Geschichte mit den muslimischen Uiguren - diese chinesische Provinz ist für China der Hauptenergielieferant. Wenn diese Region durch gesteuerten Terror destabilisiert werden kann, hat China ein Energieproblem. Wie sich das auf Wirtschaft und Bevölkerung auswirkt, können wir alle erahnen. Wer profitiert davon - der Westen. Also Detektoren an, wenn es mal wieder heißt muslimische Uiguren haben Anschlag verübt. Im übrigen, wie natürlich in der presse nicht berichtet wurde, wurde im unmittelbaren Nachbarland Kirgisien in einem von US Bürgern angemieteten Haus eine riesige Menge Schußwaffen gefunden. Das die Amerikaner schon genügend Splittergruppen angestiftet hat, wissen wir alle.
Lieber Delinquent2008, ich hoffe, es ist nicht ernst gemeint: "...dass Russland sich nun einmischt." Ist Ihr Gedächtnis so kurz? Georgien gehörte einst zur Sowjetunion - und Ossetien ebenfalls. Was glauben Sie denn, welch Geschrei sich erhoben hätte, hätten da die Russen einen Krieg angefangen, um "ihr" Territorium zu behalten? Ebenso im Baltikum. Wenn Freiheitsbestreben von den einen zu akzeptieren ist, dann auch von den anderen. Oder etwa nicht?
Jedem ist klar, dass es sich hier um ein geopolitisches Spiel handelt. Auch, dass die russische Regierung nur auf einen Fehler von Georgien wartete. Hätte man Russland während des Balkankrieges und vor Ausbruch des 2. Irakkrieges ernster genommen, wäre Russland nicht dazu gezwungen worden eigene geopolitische Strategien zu entwickeln, die zu einer Destabilisierung der globalen, westlichen Allianzen führen soll.Russland, das durch seine Vielvölkerstruktur intern einer kleinen Uno gleicht, ist die letzten 15 Jahre international wie ein Schuljunge behandelt worden und bei vielen internationale Krisen übergangen worden.Jetzt werden die Quittungen kommen - in medias es. Oh ihr schlauen westlichen Politiker - war die Globalisierung denn wirklich so schlau? Ist aufoktroyierte Demokratie wirklich die beste Regierungsform für alle Staaten der Welt??? Warum wolte man eigentlich nie die Russen mit im Boot haben? Jetzt haben die sich ihr eigenes Boot gebaut ;o)
"Südossetien ist georgisches Territorium - den Georgiern steht es also frei die abtrünnige Region wieder "anzugliedern"."Sie meinen, so wie das Kosovo serbisches Territorium ist und wie es Serbien frei steht, die abtrünnige Region wieder "anzugliedern"?v.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren