Energieversorgung Keine Angst vorm Stromausfall!
Der Bundeswirtschaftsminister wirbt für Kohle und Kernkraft und begründet das mit einer neuen Studie. Dabei rechtfertigt das Papier seine Forderungen nicht. Ein Kommentar

© Sean Gallup/Getty Images
Brennen diese Lichter nur durch Atomstrom? Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) jedenfalls hält Kernkraft für unabdingbar
Die Versorgung Deutschlands mit Strom ist sicher und wird es mindestens bis zum Jahr 2015 bleiben. Kaum etwas spricht dafür, dass sich das in den folgenden Jahren ändern könnte. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie, die das Bundeswirtschaftsministerium heute vorstellte.
Eine beruhigende Botschaft. Dennoch nimmt Wirtschaftsminister Glos das Papier zum Anlass, heftig für die Kernkraft zu werben und nebenbei auch den Kohlestrom ein wenig zu promoten: "Ich plädiere mit Nachdruck dafür, noch einmal darüber nachzudenken, ob wir uns den Luxus eines vorzeitigen Kernkraftausstiegs leisten können. Wir riskieren Versorgungssicherheitsprobleme, setzen die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie wegen hoher Strompreise aufs Spiel und erschweren unnötig unsere ehrgeizigen Bemühungen beim Klimaschutz", lässt er seine Pressesprecher mitteilen. Auch könne es die Sicherheit der deutschen Stromversorgung beeinträchtigen, wenn geplante Kohlekraftwerke nicht genehmigt würden, obwohl sie alle gesetzlich festgelegten Umweltanforderungen erfüllten.
Die von Glos beauftragten Forscher – Experten der Universität zu Köln, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen und des mit der RWTH verbundenen Beratungsunternehmens Consentec – machen sich indes keine Sorgen um die deutsche Energiesicherheit. "Kurz- und mittelfristig kann davon ausgegangen werden, dass die Versorgung mit Elektrizität stets im erforderlichen Umfang gesichert werden kann", schreibt selbst das Ministerium in seiner Zusammenfassung ihrer Ergebnisse.
Die Bestandsaufnahme der Energiewissenschaftler besagt, dass die Kraftwerke über ausreichend Kapazität verfügen und dass vor allem der Ausbau alternativer Energien ihre Leistungsfähigkeit in den vergangenen Jahren stetig erhöht hat. Ein Kapazitätsengpass ist nicht zu befürchten, schreiben sie ausdrücklich. Alles kein Grund zur Beunruhigung also.
- Datum 06.05.2009 - 15:16 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Ich plädiere mit Nachdruck dafür, noch einmal darüber nachzudenken, ob wir uns den Luxus eines vorzeitigen Kernkraftausstiegs leisten können. Wir riskieren Versorgungssicherheitsprobleme, setzen die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie wegen hoher Strompreise aufs Spiel und erschweren unnötig unsere ehrgeizigen Bemühungen beim Klimaschutz"
Ich persönlich besitze gar keine Industrie? Und was bringt unseren Herrn Minister auf die abseitige Idee, die Strompreise könnten sinken, wenn man Brokdorf und Krümmel wieder in Betrieb nähme? Weiss er denn nicht, wie die Strompreise zustande kommen? Oder will er gar - *schluck* - Wettbewerb auf dem Energiemarkt einführen? Wie? Zerschlagen?
Oder meint er mit wir nun doch eher "Wir von RWE und Vattenfall"?"Wir, deren Leistung sich - notfalls: nach dem Amt - wieder lohnen muss"?
Ja! WIR!!! Erst Papst, dann Vize-Europameister, jetzt Atomwiderkehrer!
Wir leben jetzt und heute, wir leiden unter hohen Kosten und genießen den Luxus der verschwenderischen Energie. Könnten wir auch anders?
Ja, sehr wohl, auch die Industrie könnte anders. Als Beispiel mag die teure Energie - auch für die Industrie - in Deutschland gelten. Weil Energie teuer in Deutschland war und ist, ahben sich viele gute Gedanken gemacht, wie man Energie sparen kann. Die Produkte dafür und Techniken verkaufen wir heute in alle Welt.
Atomausstieg? Warum nicht bei all den offenen Fragen, aber warum überstürzen? Aus meiner Sicht müssen alle ineffizienten oder nicht mehr aktuellen Kraftwerke (auch Kohlekraftwerke) eben umgerüstet oder abgeschaltet werden. Ein Ausstieg sollte sinnvoll erfolgen und auch nur, wenn sinnvolle Kapazitäten dazugebaut werden. Dazu gehört auch eine langfristige Energiepolitik in Deutschalnd zwischen Wirtschaft und Regierung. In Zeiten in denen man nur von einer Wahl zur nächsten denkt, ständig auch Agenden ändert noch bevor das Jahr erreicht wurde, sehe ich leider wenig Zukunft für sinnvolle Wege, es geht zentral um "mehrheitsfähige Wege". Und die sind vor dem Hintergrund steigender Energiepreise relativ wankelmütig.
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