Doping "Schuldig ist, wer überführt wird"
Sind alle Sportler mit Top-Leistungen gedopt? Ex-Gewichtheber Marc Huster stören solche Verdächtigungen. Ein Interview
ZEIT ONLINE: Die Chinesen dominieren die Wettbewerbe im Gewichtheben. Es hagelt Goldmedaillen und auch neue Weltrekorde. Herr Huster, dass China immer eine große Gewichthebernation war, ist uns bislang nicht weiter aufgefallen ...
Marc Huster: Dass die Chinesen stark sind, hat Tradition, zumindest bei den Frauen. Sie dominieren die Disziplin seit Jahren. Wenn Europäerinnen um Medaillen kämpfen, dann sind es Russinnen oder Kasachinnen. Bei den Herren ist das anders. Die haben noch in den neunziger Jahren keine große Rolle gespielt. Zum Beispiel den 17-jährigen Herrn Long, den Gewinner im Wettbewerb bis zu 56 Kilogramm, den kannte vorher kein Mensch. Er steht in keiner Datenbank, obwohl wir auch Einblick in die asiatischen und chinesischen Meisterschaften haben. Es gibt mehrere chinesische Gewichtheber, die internationale Wettkämpfe meiden, sich im stillen Kämmerlein vorbereiten – und dann Rekordleistungen zeigen.
ZEIT ONLINE: Muss man da nicht von Doping ausgehen, wenn sich eine Nation jahrelang den Kontrollen entzieht und dann auf einmal Nobodys Top-Leistungen zeigen?
Huster: Natürlich hat es einen Beigeschmack, wenn sich jemand über Jahre nicht blicken lässt – und dann solche Leistungen zeigt. Aber wenn man nichts beweisen kann, sollte man sich vor einem vorschnellen Generalverdacht hüten. Ich will nicht behaupten, dass die Chinesen die Dopingkontrollen systematisch umgehen. Nicht jeder, der Top-Leistungen zeigt, ist gedopt. In China, einem Land mit einer Million Gewichtheber, ist die Leistungsdichte einfach viel größer als in Europa. Da kann es immer Ausnahmetalente geben. Man darf nicht alle über einen Kamm scheren.
ZEIT ONLINE: Noch in diesem Jahr wurden zahlreiche bulgarische und griechische Gewichtheber wegen Dopings disqualifiziert. Imke Duplitzer, die streitbare Fechterin, sagte gestern in einem Interview, dass sie die Gewichtheber schon von Weitem erkenne: Sie alle seien „quadratisch, praktisch und gedopt“.
Huster: Natürlich fühlt man sich angegriffen, wenn man so etwas hört. Das klingt ja fast nach einer Hexenjagd. Ich finde es schade, dass ein paar Dopingfälle dazu führen, dass jede Leistung angezweifelt wird. Natürlich gibt es Schmutzfinken, das zeigen die Fälle in Griechenland und Bulgarien. Im deutschen Gewichtheben ist Doping bei den ständigen Kontrollen jedoch nicht möglich. Wir haben mit Matthias Steiner den Vize-Europameister. Tragisch, wenn einem niemand seine Unschuld glaubt, obwohl man ein riesiges Talent und extrem trainingsfleißig ist. Natürlich wissen wir um die Problematik im Gewichtheben. Wir wollen die schwarzen Schafe finden, deshalb gibt es ja auch immer mehr Kontrollen, im Jahr 2007 waren es allein auf internationaler Ebene 15.000.
- Datum 22.10.2008 - 12:13 Uhr
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"Der Dealer Olympias
Angel Heredia, einstiger Drogenbeschaffer und nun Kronzeuge der US-Justiz, über die Machtlosigkeit der Fahnder, die Motive betrügender Sportler und die Mittel der Zukunft."
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,571031,00.html
Hier nach sind nicht nur die Erwischten gedopt, sondern so gut wie alle.
oder denkt hier irgendjmd., dass die DDR Sportler die damaligen Weltrekorde absichtlich unter dem Niveau geschwommen sind zu denen ein nicht gedopter Körper imstande ist? Das staatlich wissenschaftliches Dopen zu schlechteren Ergebnissen führt als Dopingfrei mit Zauberschwimmanzug...???
Entweder wird das Dopen legalisiert oder wir besinnen uns, dass es im Sport nicht ums gewinnen geht-Second Place ist eben nicht first looser!!!
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