Moskaus Kriegsbilanz "Sieg auf ganzer Linie"
Dass die Führung in Moskau das Militär vorerst stoppt, ist nur folgerichtig, sagt Russland-Experte Alexander Rahr. Das Land will seinen militärischen Sieg nicht gefährden.

© VLADIMIR RODIONOV/AFP/Getty Images
Der alte und neue russische Präsident bei einer Lagebesprechung in Moskau am Montag: Präsident Dimitrij Medwedjew und Premierminister Wladimir Putin.
ZEIT ONLINE: Herr Rahr, Russlands Präsident Medwedjew hat an diesem Dienstag eine Feuerpause im Kaukasus-Konflikt angekündigt . Wie ernst ist das zu nehmen?
Rahr: Man muss Medwedjew beim Wort nehmen. Das war eine Botschaft, die er nicht leicht zurückziehen kann. Zudem hat er sie zu einem taktisch klugen Zeitpunkt formuliert, nämlich kurz bevor der französische Präsident Sarkozy in Moskau eintraf. Auf diese Weise sieht es nicht so aus, als habe der Druck der Europäer zum Stopp des Waffengangs geführt. Russland weiß ohnehin, dass man den militärischen Sieg nicht dadurch gefährden sollte, dass man sich in Georgien in die Rolle einer Okkupationsmacht begibt. Nun die Muskeln weiter spielen zu lassen, wäre fatal gewesen. Es konnte nie das Ziel Moskaus sein, in Georgien als Befreier aufzutreten.
ZEIT ONLINE: Sondern?
Rahr: Die russische Führung wollte Georgien militärisch schwächen, sodass es keine Möglichkeit mehr zu einem Schlag gegen die Provinzen Südossetien und Abchasien hat. Dem Westen wollte man eine Lektion erteilen. 1999 waren die Russen auf dem Balkan Zaungast und mussten mit ansehen, wie der Westen aus Sicht Moskaus mit dem Völkerrecht brach. Jetzt ist man im Westen machtlos. Dass man in der russischen Politik so denkt, ist nichts Neues: Man empfindet dem Westen gegenüber eine Hassliebe und will ihm dennoch nacheifern.
ZEIT ONLINE: Hat Russland seine Ziele in diesem Konflikt erreicht?
Rahr: Absolut. Moskau hat auf ganzer Linie gewonnen. Vieles spricht dafür, dass Georgien nun die Aufnahme in die Nato verwehrt bleibt. Auch wird sich das Land nur noch schwerlich mit Südossetien und Abchasien vereinen können. Saakaschwili ist jetzt innenpolitisch enorm geschwächt. In den kommenden Wochen und Monaten wird er daher erhebliche Machtkämpfe ausfechten müssen. Es dürfte nicht lange dauern, bis man ihm seine strategischen und politischen Fehler vorwirft. Auch die USA werden langfristig nicht an ihm festhalten können. Sollte es einen neuen Präsidenten Obama geben, wird er sich vermutlich schnell von Saakaschwili lösen. Auch energiepolitisch hat Russland einen Sieg errungen.
ZEIT ONLINE: Inwiefern?
- Datum 21.04.2009 - 20:59 Uhr
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Bis auf das "Weltgemeinschaft" im letzten Absatz ein außergewöhnlich sachlicher Beitrag! Der Neusprech "Internationale- oder Weltgemeinschaft" sollte ehrlicherweise "Gefolgsländer der USA" heißen, da leicht verwechselbar und nicht identisch mit den 192 Mitgliedern der UNO und auch kein Begriff der Politikwissenschaft.Ein anderes Unwort ist "abtrünnig", das gestern in der Tagesschau gefühlte 6-8 Male fallen mußte. Allerdings spricht man nicht von der "abtrünnigen Republik" Taiwan (die kein UNO-Mitglied sind) oder Kosovo, Mazedonien..._______________________________________________________
Die Interessen der ZEIT:
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http://www.pelastop.de/20...
hierbei kann es sich nach internationalem Recht eindeutig nur um die Vereinten Nationen UN oder VN und nicht um die VSA oder USA, als die Vereinigten Staaten von Amerika oder im anderen Sprachgebrauch der United States of America handeln.Die UN sollte sich nach einem wirklich neutralen Land umsehen, um dort ihr Hauptquartier aufzuschlagen. Mal sehen, ob dies die internationale- oder Weltengemeinschaft im Stile der VS-A oder US-A zulassen???debrasseur
S willi ueberfaellt mitten in der nacht mit massiver artillerie die schlafende bevoelkerung von s_ossicia und toetet dabei sicherlich nicht wenige das ganze geht dann die naechten stunden so weiter was macht RU nun die rufen so schnell wie moeglich den un sicherheitsrat an und moechten erreichen das ein sofortiger waffenstillstand erreicht wird um dem toeten ein ende zu machen usa und gb lehnen ab...nun um nicht zusehen zu muessen wie weiter unschuldige russische staatsangehoerige ermordet werden und das ganze dann mit der ueblichen betroffenheit in cameras zu kommentieren beschliesst RU das machen wir nicht mit und hauen recht robust rein und beenden das ganze drama nach ein paar tagen und moechten nun das sich den haag das ganze schlamassel mal anschautso weit alles in ordnung wie ich findeaber wie die westlichen medien......das spottet jeder beschreibung von Swilli erst gar nicht zu reden
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf Mehrfachpostings über verschiedene Threads hinweg. Die Redaktion/jk)
... muss angesichts auch dieser Massaker beider Seiten festgestellt werden.Wer hier noch von Diplomatie schreibt oder spricht, verkennt, dass die oft beschworene Kultur oder Zivilisation offensichtlich nur eine äußerst dünne Schicht zu sein scheint. Dementsprechend wäre Diplomatie die Ermöglichung von Geschäften auf Kosten bildungsarmer und anderer Schichten.Sprächen wir eine einfache und klar verständliche Sprache, so lautete die Frage, wer hat die größten Gewinne aus diesen Massakern erzielt. Offenbarend wie der Präsident Georgiens es ausdrückte (sinngemäß): Es gibt praktisch keine zivilen Opfer. Heißt praktisch (wie bei den Griechen: Durch die Beobachtung erzielte Erkenntis?) oder im Jargon Mächtiger: Praktisch hat sich bei mir nix verändert, war'n ja nur ein paar; spür ich nicht in meinem Portemonnaie, nicht am Machtverlust, nicht an meiner Reputation?Ganz praktisch gesehen ist das aber doch ziemlich interessant, nicht wahr?! Ebensolche Unfugsäußerungen hört man freilich auch von anderer, putinscher Seite.Das Grauenvolle an diesem und an allen vorhergegangenen gewalttätig ausgetragenen Konflikten stellt allerdings die Bereitschaft der Menschen dar, einen Panzer zu steuern, eine Rakete abzufeuern, mit Maschinengewehrsalven auf Menschen zu schießen, ...Haben die keine andere Arbeit? Muss Mensch-Sein so verblödet, brutal und (um neoliberale Begriffe aufzuführen) unselbstständig sein?"Sein Gewissen war rein. Er benutzte es nie."Arme Menschheit, die noch Kriegsmachern hinterherläuft ...... meintsagbar
Hier wird ausnahmsweise mal ganz klipp und klar festgestellt was eigentlich Sache ist. Glückwunsch! Man wünscht sich öfters mal Artikel, in denen die Fakten unabhängig und von mehreren Seiten beleuchtet werden. Leider kommt das nicht allzu oft vor.HansMeier555, man muss der Bushregierung zugute halten, dass sie (wahrscheinlich ungewollt) die Mechanismen der Politik der Imperien offenbar gemacht hat. Hätte es den Irakkrieg nicht gegeben, würde jetzt wahrscheinlich die ganze Welt auf die Propaganda reinfallen.
Gott sei dank gibt es in den deutschen Medien auch Menschen, wie Sie, so verkommt die hiesige Pressefreiheit nicht zu reiner farce :)
Danke für die nüchterne Sicht der Dinge.(Wie schlimm muss es eigentlich stehen, wenn trotz freier Presse objektive, unideolgische Beiträge etwas Besonderes geworden sind ?)
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