Olympia 20 Minuten unzensiert

Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen hat es geschafft, in Peking einen Piratensender aufzustellen. Über die Welle forderte sie die Freilassung aller politischen Gefangenen

"Willkommen bei Radio ohne Grenzen", begrüßte eine Aktivistin die Hörer, "der einzigen freien Radiostation in Peking." Um 8.08 Uhr Ortszeit, zwölf Stunden vor der Eröffnung der Olympischen Spiele im Nationalstadion, begann die Ausstrahlung auf der UKW-Frequenz 104,4. Die Übertragung, in der die internationale Menschenrechtsgruppe Chinas Regierung zu Meinungs- und Pressefreiheit aufforderte, dauerte 20 Minuten. In Interviews kamen chinesische Dissidenten zu Wort, die im Ausland Zuflucht gefunden haben.

Die Piratensendung sei in mehreren Stadtbezirken Pekings zu hören gewesen. Die Sendung, die auf Chinesisch, Englisch und Französisch ausgestrahlt worden sei, hat die Organisation auch ins Internet gestellt.

"China ist das Land der Zensur", erklärt darin Robert Ménard, Generalsekretär der Organisation. "Und diese Sendung ist unsere Art, uns über die chinesischen Behörden lustig zu machen, die immer noch Hunderte Journalisten und Internetnutzer in Haft halten. Es ist unsere Art, ihnen zu sagen: Trotz allem, was ihr tut, sind hier die Stimmen, die ihr zum Schweigen bringen wollt, und sie sprechen im Herzen Pekings, am ersten Tag der Olympischen Spiele. Es ist unsere Art zu sagen: Welche Maßnahmen ihr auch immer ergreift, ihr werdet nie das Recht auf Redefreiheit abschaffen können."

Es sei die erste nicht-staatliche Radiosendung in China seit Gründung der Volksrepublik 1949 gewesen, gab Reporter ohne Grenzen an. Dass die chinesischen Behörden zehn Mitgliedern die Visa verweigert haben, "hat uns nicht daran gehindert, unserer Stimme in China Gehör zu verschaffen", so die Aktivisten nach der Aktion.

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Leser-Kommentare
  1. Ein Scheinmenschenrecht, Scheindemokratie und Scheinfreiheit können leider die Welt und einen wirschaftlichen und politischen Untergang nicht retten. Dabei sind "Free Tibet" und Dalai auch hilfslose.

    • Xelp
    • 08.08.2008 um 10:12 Uhr

    ...und ein wichtiges Lebenszeichen der "Reporter ohne Grenzen" in China. Meinen Glückwunsch zu der Aktion, auch wenn sie nur ein Ansatz ist und als Signal (oder Vorbild) fungieren kann - als "08.08.2008, 8ung Aktivisten"?

    • Anonym
    • 08.08.2008 um 10:17 Uhr

    mir ist zwar Tur-Tur, der Scheinriese bekannt -  das ist ein Riese aus einem Kinderbuch, Jim Knopf und die wilde 13 von Michael Ende, der immer größer wird, je weiter er weg ist, je näher er kommt, desto kleiner wird er - hier scheint mir aber, daß die chinesischen Sicherheitsmaßnahmen sich als Tur-Tur erwiesen haben. Sie waren für 20 Minuten hilflos. Damit ist aller Welt nochmal gezeigt - es gibt keine lückenlose Repression und Kontrolle, auch nicht in totalitären Systemen.Im Gegensatz zu Ihnen glaube ich, daß genau die Menschenrechte der einzige Weg sind, um die Welt vor wirtschaftlichem und politischem Untergang zu retten. 

  2. 4. Bravo

    an die mutigen Reporter. mehr davon und schon oeffnet sich eine kleine Tuer in dem streng bewachten System.

    • cumi
    • 08.08.2008 um 11:22 Uhr

    bravo an die mutigen Reporter. Sie können wieder eine dicke Prämien von ihre Herren bekommen.

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    • Anonym
    • 08.08.2008 um 12:06 Uhr

    Die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen nimmt gelegentlich Spenden in Anspruch, in Form von Stipendien und Unterkünften für verfolgte Journalisten, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, finanziert über die Böll-, die Naumann oder die Luxemburg-Stiftung. Desweiteren werden die Jahrbücher 'Fotos für die Pressefreiheit' über Sponsoring finanziert. Die weitere Finanzierung erfolgt über die Mitgliedsbeiträge und den Erlös aus den Fotobüchern.Über die internationale Sektion und deren Finanzierung können Sie hier etwas nachlesen. Sie stören sich vermutlich an der Finanzierung über die aus dem US-amerikanischen Haushalt finanzierten 'National Endowment for Democracy'. Das sehe ich auch kritisch. Ich denke aber, daß diese Finanzierung nichts an der Wichtigkeit der Arbeit der ROG ändert. Ich kann Ihnen auch versichern, daß keinerlei Prämien fließen - ich bin mit der ehemaligen Geschäftsleitung der ROG Deutschland befreundet und die ist wirklich nicht reich.

    • Anonym
    • 08.08.2008 um 12:06 Uhr

    Die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen nimmt gelegentlich Spenden in Anspruch, in Form von Stipendien und Unterkünften für verfolgte Journalisten, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, finanziert über die Böll-, die Naumann oder die Luxemburg-Stiftung. Desweiteren werden die Jahrbücher 'Fotos für die Pressefreiheit' über Sponsoring finanziert. Die weitere Finanzierung erfolgt über die Mitgliedsbeiträge und den Erlös aus den Fotobüchern.Über die internationale Sektion und deren Finanzierung können Sie hier etwas nachlesen. Sie stören sich vermutlich an der Finanzierung über die aus dem US-amerikanischen Haushalt finanzierten 'National Endowment for Democracy'. Das sehe ich auch kritisch. Ich denke aber, daß diese Finanzierung nichts an der Wichtigkeit der Arbeit der ROG ändert. Ich kann Ihnen auch versichern, daß keinerlei Prämien fließen - ich bin mit der ehemaligen Geschäftsleitung der ROG Deutschland befreundet und die ist wirklich nicht reich.

  3. Ich war noch nie ein Freund von Aktionen, die durch Illegales Recht gewinnen wollen. Sei es das unerlaubte Aufhängen von Bannern auf Fabrikskaminen durch Greenpeace oder jetzt das Aufstellen eines Piratensenders der RoG. Andererseits verstehe ich natürlich gut, dass es manchmal keinen anderen Weg gibt, wenn das Recht Unrecht verteidigt. Ich wünschte mir der Sender hätte in kleinerem Stile länger überlebt, dass die RoG mehr bewirkt hätten als einen 20-minütigen Spott. Auch wenn es vielleicht irgendwo irgendwie als Heldentat angesehen wird, sehe ich darin eher einen gelungenen Streich.

    • Anonym
    • 08.08.2008 um 12:06 Uhr

    Die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen nimmt gelegentlich Spenden in Anspruch, in Form von Stipendien und Unterkünften für verfolgte Journalisten, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, finanziert über die Böll-, die Naumann oder die Luxemburg-Stiftung. Desweiteren werden die Jahrbücher 'Fotos für die Pressefreiheit' über Sponsoring finanziert. Die weitere Finanzierung erfolgt über die Mitgliedsbeiträge und den Erlös aus den Fotobüchern.Über die internationale Sektion und deren Finanzierung können Sie hier etwas nachlesen. Sie stören sich vermutlich an der Finanzierung über die aus dem US-amerikanischen Haushalt finanzierten 'National Endowment for Democracy'. Das sehe ich auch kritisch. Ich denke aber, daß diese Finanzierung nichts an der Wichtigkeit der Arbeit der ROG ändert. Ich kann Ihnen auch versichern, daß keinerlei Prämien fließen - ich bin mit der ehemaligen Geschäftsleitung der ROG Deutschland befreundet und die ist wirklich nicht reich.

    Antwort auf "Reporter ohne Grenze"
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    Anscheinend ist es für einige Chinesen unfassbar dass es Menschen gibt, die bereit sind ohne Belohnung das eigene Leben in Gefahr zu bringen, nur um die Einheit Chinas zu spalten. Auf der anderen Seite glauben einige Europäer fest daran dass diejenigen, die in öffentlichen Foren das chinesische Regime verteidigen von der Kommunistischen Partei finanziert werden.

    Anscheinend ist es für einige Chinesen unfassbar dass es Menschen gibt, die bereit sind ohne Belohnung das eigene Leben in Gefahr zu bringen, nur um die Einheit Chinas zu spalten. Auf der anderen Seite glauben einige Europäer fest daran dass diejenigen, die in öffentlichen Foren das chinesische Regime verteidigen von der Kommunistischen Partei finanziert werden.

  4. Anscheinend ist es für einige Chinesen unfassbar dass es Menschen gibt, die bereit sind ohne Belohnung das eigene Leben in Gefahr zu bringen, nur um die Einheit Chinas zu spalten. Auf der anderen Seite glauben einige Europäer fest daran dass diejenigen, die in öffentlichen Foren das chinesische Regime verteidigen von der Kommunistischen Partei finanziert werden.

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