Pkw-Maut Wer viel fährt, soll viel zahlen

Die Pkw-Maut brächte dem Straßenbau dringend benötigtes Geld. Sie könnte zudem helfen, den Verkehr zu lenken und so Infrastruktur und Umwelt zu entlasten, sagt Verkehrsforscher Gerd-Axel Ahrens. Ein Interview

ZEIT ONLINE: Die Bauindustrie fordert eine Pkw-Maut gegen den „milliardenschweren Investitionsstau und täglichen Verkehrsinfarkt“. Reine Lobbypolitik – oder steht es wirklich so schlecht um die deutschen Straßen?

Gerd-Axel Ahrens: Der Investitionsbedarf ist gewaltig. Je weiter man in den Planungsebenen nach unten kommt, von Autobahnen zu Bundes- und Landes- und Gemeindestraßen, umso offensichtlicher wird es, wie viel Geld nötig ist, um die Fahrbahnen nur instand zu halten. Dabei geht es zunächst weniger um den Bau neuer Straßen.

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ZEIT ONLINE: Wie viel fehlt?

Ahrens: Um die wichtigsten Straßen zu sanieren, ist nach meiner Einschätzung auf kommunaler Ebene etwa zehnmal so viel Geld nötig, wie in der Regel zur Verfügung steht. Die Autobahnen sehen noch vergleichsweise gut aus. Dort werden zum Beispiel Spurrillen relativ zeitnah repariert. In den Städten gibt es dafür keine ausreichenden Budgets.

ZEIT ONLINE: Warum sollte eine Maut dafür mehr Geld einbringen als die bisher genutzten Steuern, etwa die Mineralölsteuer?

Ahrens: Das steuerbasierte Finanzierungssystem stößt schnell an politische Grenzen. Eine Finanzierung, die fällige Gebühren nach dem Umfang der Nutzung der Infrastruktur berechnet, kann eine gute Alternative sein. Die Österreicher haben vorgemacht, wie das funktionieren kann. Die Autobahnfinanzierungs- gesellschaft, die dort die Maut einzieht, gehört dem Staat; die Erlöse aus der Lkw-Maut und der Vignette stehen komplett für den Straßenbau zur Verfügung. Weil Nutzungsgebühren im Gegensatz zu Steuern zweckgebunden erhoben werden, können die Erlöse aus ihnen nicht anderweitig verplant werden – anders als bei Steuergeldern, um die regelmäßig Verteilungskämpfe entbrennen. Eine Autobahnvignette wäre ein erster Schritt in diese Richtung.

Leser-Kommentare
  1. jene asoziale abkassieridee.  da wo ich wohne, gibts genug straßen - und auch kaum staus. die straßen sind eher leer, weil die leute eh kein geld zum auto fahren haben. es sollte doch langsam klar sein, daß alles rund ums auto schon heute  viel teurer, als alles andere ist. außerdem ist verkehrs"lenkung" immer ungerechter, als das natürliche chaos. alle sogenannten "experten" die sich mit road-pricing und solchem schwachsinn beschäftigen, sind machtgeile  kontrollfreaks und sollten sich mit dingen beschäftigen, die von den bürgern nachgefragt werden. sind die buerger im straßenverkehr nicht schon genug nach ihrem finanzstatus stigmatisiert ?
     
     
     

    • KFlash
    • 12.08.2008 um 19:35 Uhr

    Dann haben wir die Maut und die Ökosteuer. Die Ökosteuer wird dann komplett für was anderes genutzt und der einzige der nix davon hat ist der Bürger. Denn wenn wir mal ehrlich sind, die Straßen sind das letzte Problem hier in Deutschland.Ein ganz anderes tut sich in dem Vorschlag auf: Automatische erfassung der PKW ströme. Ich glaube ein gewisser Innenminister hat da auch Interesse dran. Das sind die eigentlichen Probleme. Durch solche Scheinargumente wie die den Zustand der deutschen Strassen sollten wir uns nicht nochmehr Freiheit abschwatzen lassen.Liebe Mitleser, falls sie den premierten Film "Zeitgeist" noch nicht gesehen haben (ist online als Stream verfügbar), dann werfen sie einmal einen Blick darauf. Der letzte Teil zeigt ihnen die feuchten Träume diverser Homeland-Security-Freaks. Ihnen fallen passende Namen bestimmt ein...

  2. 3. ja

    dieser mann ist kein wisenschaftler , sondern ein ideologe. hätte weder an einer universität, noch im wissenschaftlichen beirat etwas zu suchen.
    fahrzeuge heißen nicht umsonst FAHRzeuge. die  durchschnittliche jahreskilometerleistung sinkt seit jahren. viele pkw´s sind schon heute eher STEHzeuge. wer viel fährt, tankt viel - und zahlt massenweise zusatzsteuern.
    der deutsche buerger will mit masse keine MASSENtransportmittel. das haben diese komplett unproduktiven leute, die aus öffentlichen steuermitteln üppigst bezahlt werden, endlich mal zu kapieren.  reduzierung des pkw-verkehrs ist NICHT das ziel.

    • Crest
    • 12.08.2008 um 21:08 Uhr

    Als wichtigstes Argument nennt Ahrens die Substanzsicherung
    der vorhandenen Straßen. Sein zweites Argument besteht in der
    Lenkungsfunktion des Verkehrs mit dem erklärten Ziel das Privatauto
    als privates Auto letztlich obsolet zu machen und die Fixkosten
    gegenüber den variablen Kosten zu reduzieren. Beginnen wir mit der Substanzsicherung. Das hat sicher was. Wenn
    man es aber vernünftig und gerecht (und da würde ich selbstverständlich
    vom Verursacherprinzip ausgehen) machen wollte, musste der
    durchschnittliche Verschleiß verursacht durch die unterschiedlichen Autotypen
    für die jeweilige Höhe einer Maut herangezogen werden. Das ist in erster
    Näherung eine Funktion des Gewichts (besser der Achslast).
    Diese Funktion ist aber nicht linear, sondern stark progressiv. Ich denke
    dass ich da nicht sehr danebenliege, wenn ich vermute, dass ein 40Tonner
    so um das 100-fache der laufenden Straßenschäden verursacht als
    ein 1-Tonner (das mögen einige im Forum genauer wissen). Ich würde es also als gerecht empfinden, wenn ich so um ein
    100stel der Maut des 40-Tonners bezahle. (Hierzu noch Fragen?)Nächster Punkt: Eine Lenkungsfunktion könnte man sicher erreichen. Nun
    gibt es aber auch schon ohne die Maut genügend Motivatoren,
    zu verkehrsarmen Zeiten zu fahren. Und technisch ist das
    ohne Maut zu machen: die modernen elektronischen
    Navigationshilfen leisten da schon immer bessere Hilfe.
    (Als mögliche Ausnahme könnte ich mir den Cityverkehr
    vorstellen, aber das ist eine Sondersituation und liegt
    nicht im Mainstream unserer Diskussion.)Dritter Punkt: Einführung des "öffentlichen" PKWs. Hier
    habe ich in der Tat Probleme, das mit der Maut kausal in
    Beziehung zu sehen. Hier outet sich Ahrens in der Tat vollends als
    Ideologe, denn auch, wie die Gewichtung von fixen zu
    variablen Kosten aussehe sollte, das möchte ich selbst
    entscheiden dürfen.Was bleibt? Das Ziel einer Substanzsicherung ohne für den
    PKW Fahrer angemessene Gebühren zu nennen.Nach meinem Geschmack ist das ein bischen wenig.Herzlichst Crest

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wissen Sie , was so ein 40 Tonner im Jahr (Im Schichtbetieb ) fährt? Ihnen könnte das Hunderstel vielleicht teuer werden.

    • Hugo_P
    • 13.08.2008 um 0:32 Uhr

    liegt eher im 4bis5-stelligen Bereich also ist die Hundert (konservativ geschätzt) eher zu quadrieren!!!!! (Hab noch die Zahl 14000 im Kopf; also 1xLKW=14000 drüberfahrende PKW)Ich bin zwar im Gegensatz zum z.B. dem ADAC und im Einklang mit dem Befragten nicht der Ansicht, daß mehr Beton und Teer die Lösung aller Probleme ist; ansonsten sind deren Rechnungen bzgl. der Gegenfinanzierung und der "Fremdverwendung" der ganzen Abgaben kein "Dahergerede" und die durchaus um den Faktor 10 zu multiplizierende an die Kommunen abzugebende Kohle ne sinnvolle Forderung; aber das aus den Abgaben, die jetzt schon da sind! Die "Straßenbenutzungsgebühr" wird mit jedem Liter Sprit an der Tanke mitbezahlt; so einfach isses manchmal!!!

    Nun der oeffentliche PKW waere insofern auch ein Analogon zur Maut als man bei solchen PKWs proportional zur Nutzungsdauer, zu den gefahrenen Kilometern und zur Gewichtsklasse des Fahrzeugs zahlt. In dicht besiedelten Staedten ist das viel praktischer als ein eigenes Auto - allerdings kann man da ohnehin schon auf einen guten oeffentlichen NAhverkehr zurueckgreifen. Auf dem Land hingegen funktioniert Carsharing nicht - zumindest nicht als oeffentlich organisiertes Modell.

    Wissen Sie , was so ein 40 Tonner im Jahr (Im Schichtbetieb ) fährt? Ihnen könnte das Hunderstel vielleicht teuer werden.

    • Hugo_P
    • 13.08.2008 um 0:32 Uhr

    liegt eher im 4bis5-stelligen Bereich also ist die Hundert (konservativ geschätzt) eher zu quadrieren!!!!! (Hab noch die Zahl 14000 im Kopf; also 1xLKW=14000 drüberfahrende PKW)Ich bin zwar im Gegensatz zum z.B. dem ADAC und im Einklang mit dem Befragten nicht der Ansicht, daß mehr Beton und Teer die Lösung aller Probleme ist; ansonsten sind deren Rechnungen bzgl. der Gegenfinanzierung und der "Fremdverwendung" der ganzen Abgaben kein "Dahergerede" und die durchaus um den Faktor 10 zu multiplizierende an die Kommunen abzugebende Kohle ne sinnvolle Forderung; aber das aus den Abgaben, die jetzt schon da sind! Die "Straßenbenutzungsgebühr" wird mit jedem Liter Sprit an der Tanke mitbezahlt; so einfach isses manchmal!!!

    Nun der oeffentliche PKW waere insofern auch ein Analogon zur Maut als man bei solchen PKWs proportional zur Nutzungsdauer, zu den gefahrenen Kilometern und zur Gewichtsklasse des Fahrzeugs zahlt. In dicht besiedelten Staedten ist das viel praktischer als ein eigenes Auto - allerdings kann man da ohnehin schon auf einen guten oeffentlichen NAhverkehr zurueckgreifen. Auf dem Land hingegen funktioniert Carsharing nicht - zumindest nicht als oeffentlich organisiertes Modell.

  3. Es wäre doch gelacht, wenn wir nicht diese letzte (?) Errungenschaften des Sozialstaats -- Mobilität für alle -- auch noch kaputtkriegen würden!Im Moment steht noch jeder Dödel mit seiner Rostlaube den "Leistungsträgern" im Weg und macht Stau. Purer Kommunismus!Also: noch mehr neue Gebühren & Abgaben, und es werden wieder paradiesische Zustände wie vor dem Krieg herrschen, als nur Reiche die von Lohnsklaven erbauten Autobahnen benutzen konnten. Das nutzlose Gesindel hat Zeit ohne Ende und kann getrost Bus fahren!Wem indes Gerechtigkeit noch irgend etwas bedeutet, der kommt an den Linken nicht mehr vorbei.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Schreiben sie es in Anführungszeichen! Könnte sonst missverstanden werden. Diesen Reichen können auch die Spritpreise nicht hoch genug sein und pfeifen dann " freie Fahrt für freie Bürger", ja die sind es, die sich die Straßen von Ottonormalverbraucher finanzieren lassen und dann ? Wenn wir (otto) nicht mehr fahren können, wieso sollen es die anderen? Dann machen wir doch wieder Natur aus den Pisten, das schaft Jobs. Die entschprechenden Anführungszeichen bitte ich hier, muß sich jeder selber setzen. Wie bekommen wir den Track von LKW weg. Einfach nur die Produkte aus der Region kaufen! Schafft auch Arbeit in der Region. Schont die Umwelt.

    Schreiben sie es in Anführungszeichen! Könnte sonst missverstanden werden. Diesen Reichen können auch die Spritpreise nicht hoch genug sein und pfeifen dann " freie Fahrt für freie Bürger", ja die sind es, die sich die Straßen von Ottonormalverbraucher finanzieren lassen und dann ? Wenn wir (otto) nicht mehr fahren können, wieso sollen es die anderen? Dann machen wir doch wieder Natur aus den Pisten, das schaft Jobs. Die entschprechenden Anführungszeichen bitte ich hier, muß sich jeder selber setzen. Wie bekommen wir den Track von LKW weg. Einfach nur die Produkte aus der Region kaufen! Schafft auch Arbeit in der Region. Schont die Umwelt.

  4. Wer viel fährt zahlt eh schon viel , und weitere Schritte zur " Lenkung " sind reines Vortasten bis zur endgültigen Schmerzgrenze der Autofahrer .Was in Ballungsgebieten eventuell den einen oder anderen in öffentliche Verkehrsmittel bringen würde kann sich in strukturschwachen Regionen ( ja , es gibt Gebiete in Deutschland wo man für Einkauf und Kinderarzt usw. zwingend ein Auto braucht , auch wenn das realitätsignorierende Ballungsraumverkehrstheoretiker gerne vernachlässigen ) verheerend auswirken . Wenn die Autobahnmaut kommt werde ich zu meinem Arbeitsplatz über die Landstrasse pendeln , 30 km hin und 30 km zurück , mit 5 Ortsdurchfahrten hin und 5 Ortsdurchfahrten zurück , obwohl die Autobahnauffahrten lediglich 200 m von meinem Zuhause und 300 m von meiner Arbeitsstätte weg sind . Wieso das ? Ganz einfach , ich fahre zum Spriteinsparen eh nurnoch 110 auf der Autobahn , dann kann ich auch gleich über Land fahren , macht 6 Minuten mehr . .Deutschlandweit denken garantiert eine Menge Leute genauso , dann sind die Autobahnen wenigstens wieder frei für die Leute denen die Kosten eh egal sind , tolle Idee Herr Gerd-Axel Ahrens .

  5. ein Thema mit viel Sprengstoff. Grundsätzlich finde ich die Idee die Fixkosten zu minimieren garnicht so übel, wenn eben im Gegenzug zu einer Maut die KfZ-Steuer wegviele. Natürlich müsste man im Einzelnen sehen, wie man sich die Gebührenhöhe vorstellt. Wenigstens könnte man somit aber auch ausländische Ströme abgreifen. Ein wichtiges Argument ist aber natürlich dann die zunehmende Belastung der Nebenstraßen. Grundsätzlich finde ich aber, dass dieses Thema auch in der Politik disskutiert werden muss, gerade vor der Bundestagswahl, sonst gibt es danach das böse Erwachen.  

  6. auch noch auf kosten des kleinen Mannes sanieren! Wer viel fährt zahlt viel? Die bekommen dann Rabatt wie es bei Energie und Wasser ist und setzen es von der Steuer ab. Autofahrer bezahlen wohl genug nur das Geld wird zweckentfremdet. Alles was über Firmen läuft holt es sich zum teil über Steuern wieder nur Otto schaut in die Röhre! Das sind die Vorschläge die wir brauchen vorallem zeigt es die Inteligenz die diese hervorbringt. Den seinen Gehaltsschein möchte ich mal sehen. Auch eine Heuschrecke?

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