Energiesicherheit Glos wirbt für Kohle und Atom

Um die deutsche Versorgung mit Elektrizität zu sichern, braucht es neue konventionelle Kraftwerke - oder alten Atomstrom, sagt der Minister

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wirbt für die Kohle. Um auch künftig eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, müssten angesichts des Atomausstiegs in Deutschland künftig zahlreiche konventionelle Kraftwerke gebaut werden, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht seines Ministeriums. Es gebe aber keinen Grund, sich Sorgen um mögliche Strom-Engpässe zu machen.

Das Bundeswirtschaftsministerium ist verpflichtet, alle zwei Jahre einen Monitoring-Bericht zur Strom-Versorgungssicherheit zu veröffentlichen. Grundsätzlich gebe es erhebliche Investitionsprojekte, sodass keine Engpässe zu erwarten seien, schreiben die Autoren der aktuellen Studie. Allerdings müssten diese Pläne auch rechtzeitig realisiert und nicht durch «Akzeptanzprobleme» an den Standorten blockiert werden. 

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Im Falle einer Blockade schließen die Gutachter laut Ministerium Versorgungsengpässe nicht aus. Auf jeden Fall führten Verzögerungen zu höheren Strompreisen. Glos sagte dazu: «Es wäre unverantwortlich, Kohlekraftwerksprojekten, die alle Umweltanforderungen erfüllen, mit Blick auf die CO2-Emissionen die Genehmigung zu verweigern.»

Vor diesem Hintergrund werde deutlich, dass eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken die Gefahr von Versorgungsengpässen «bis 2020 praktisch ausschließt», argumentierte das Ministerium erneut. Erst in der vergangenen Woche hatte eine von Glos eingesetzte Arbeitsgruppe für eine Verlängerung der Restlaufzeiten geworben. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte den Vorstoß empört zurückgewiesen.

 
Leser-Kommentare
    • MANFRD
    • 12.08.2008 um 9:58 Uhr

    Es erscheint mehr als vernuenftig, das Minister Glos die Forderung stellt, entweder Planung und Bau von neuen Kohlekraftwerken oder Verlaengerung der Laufzeit der Kernkraftwerke. Die (rot-)gruene Politik, (erstens, die Kernkraftwerke abzuschalten, zweitens, mit den alten Kohlekraftwerken weiterzufahren) ist ein  Roulette-Spiel: es wird 100%darauf gesetzt, dass auch alle Grundlast durch erneuerbare Energien erzeugt werden kann bis auf einen Rest-Gasanteil, der uns einer kontinuierlichen Erpressung aussetzt. Gelingt das nicht, sitzen wir auf den alten Kohlekraftwerken, die sehr viel mehr CO2 als die auf neuester Technologie beruhenden modernen Kraftwerke erzeugen, und setzten uns zusaetzlich der Gefahr von Stromausfaellen aus, da die alten Kohlekraftwerke irgendwann ihren Dienst versagen werden. Es ist dringend notwendig, dass zumindest die SPD ihre Energiepolitik einer Pruefung unterzieht, von den Gruenen wird man kaum erwarten koennen, dass sie sich aus ihrer ideologischen Starrheit loesen koennen.
    Von einem Mitbűrger

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