Altenpflege Schlaflos im PflegeheimSeite 3/3
„Wo ist mein Bäbeli?“
„Er liegt auf Ihrem Bauch.“
Der weiße Teddybär ist Frau Schäfers „Bäbeli“, ohne ihn geht sie nirgends hin.
Ihre Zimmergenossin schläft tief und fest. Sie ist so dünn und zierlich, dass sie fast in der rosa Bettdecke verschwindet. Der Piepser. Schon wieder Herr Huber. Heike Bauer und Anna Fischer müssen erst noch Frau Koch umlagern. Frau Koch liegt im Sterben. Sie hat einen offenen Rücken. Vorsichtig nehmen die beiden Altenpflegerinnen das Kissen zwischen den Beinen heraus. Sie liegt mit geschlossenen Augen auf dem Rücken. Heike Bauer horcht, ob sie noch atmet. Auf dem Schrank liegt ein alter Lederkoffer. Frau Koch wird nirgends mehr hinfahren. 6 Uhr 30, schon wieder der Piepser. „Herr Huber, wer sonst.“
- Datum 20.08.2008 - 09:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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... so kenne ich das auch noch, aus meinem Zivildienst. Allerdings nicht in der Nachtschicht, aber am Tag ist es nicht wesentlich besser. Im Ggs. da ist es noch viel stressiger, da alle gewaschen werden müssen, um rechtzeitig zum Frühstück fertig zu sein usw. Allerdings ist tagsüber auch das Betreuungsverhältnis besser (war es zumindest bei uns damals). Trotzdem oft kaum zu schaffen.Ungefähr eine viertel-halbe Stunde pro Schicht und Pfleger ging für die Pflegedoku drauf, damit man einen Eindruck gewinnt. Kann aber mittlerweile auch aufwendiger geworden sein, mein Zivildienst war noch in den Neunzigern. Nochmal ne halbe Stunde geht für die "Übergabe" drauf, mit der man Probleme der Patienten mündlich an die nächste Pflegerschicht weitergibt.
Der Kostendruck macht vieles menschenunwürdig und darunter leiden Betroffene, wie Pflegepersonal.Viele Heimbewohner sind mangels Personal nur noch eine Nummer. Persönliche Zuwendung geht gen null, jemanden 1 Stunde füttern ist zeitlich nicht drin, da gibts dann die Magensonde.Und viele Heimbewohner, vielleicht schon sprachlich eingeschränkt, treffen auf willige, aber weil Ausländer, ebenfalls sprachlich eingeschränktes Pflegepersonal.Das Pflegepersonal ist unterbesetzt und viel zu schlecht bezahlt.Irgend jemand hat mal gesagt, dass sich die Kultur eines Volkes darin widerspiegelt, wie es mit seinen Toten umgeht.Wenn ich sehe, wie wir mit unseren Lebenden umgehen, kommt mir das Grausen.
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