Datenmissbrauch Auch Telekom-Kunden betroffen
Der Skandal um illegal gehandelte sensible Kundendaten zieht immer weitere Kreise. Verbraucherschützern wurden sechs Millionen Datensätze angeboten, davon vier Millionen mit Kontonummern
Die Verbraucherschützer hatten dieses Scheingeschäft bewusst fingiert, um zu zeigen, wie der illegale Handel funktioniert. "Es ist kein großer Akt, an illegale Daten heranzukommen", sagte der Verbandsvorsitzende Gerd Billen, als er die auf einer DVD und zwei CDs gesammelten Datensätze präsentierte. Viele der zum Schein erworbenen Daten stammten laut Billen wiederum von der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL).
Nach Recherchen der NDR/WDR-Sendung Kriminalreport sind auch Kunden der Deutschen Telekom vom illegalen Datenhandel betroffen. Ein Call-Center in Bremerhaven habe sich illegal Zugriff auf Datenbanken der Telekom verschafft und Daten davon offenbar an Dritte weiterverkauft. Die Datenbanken enthalten laut Bericht persönliche Angaben von 30 Millionen Kunden.
"Die Deutsche Telekom ist offenbar Opfer hoch krimineller Machenschaften", sagte Unternehmenssprecher Philipp Blank auf Anfrage. Der Umfang sei allerdings vollkommen unklar. Auf jeden Fall würden die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und die betroffenen Kunden informiert. "Bisher haben wir keine Erkenntnisse, dass Kundendaten der Deutschen Telekom für Trickbetrügereien missbraucht worden sind", erklärte der Sprecher.
Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen liegen inzwischen Hunderte von Beschwerden von Menschen vor, bei denen 50 bis 100 Euro illegal abgebucht worden seien. Der in Schleswig-Holstein publik gewordene Fall von 17.000 illegal gehandelten Daten sei nur die Spitze eines Eisberges, sagte Verbandsvorsitzender Billen. "In Deutschland findet ein illegaler Datenhandel in ungeheuerem Ausmaß statt."
Nach einem Bericht des ARD-Magazins Report Mainz soll die Krankenkasse DAK vertrauliche Kundendaten an einen privaten Dienstleister weitergegeben haben. Die Firma Healthways International berate im Auftrag der DAK Patienten mit chronischen Herz-Kreislauferkrankungen. Zu diesem Zweck habe die Kasse ihr 200.000 Datensätze zur Verfügung gestellt.
- Datum 02.04.2009 - 09:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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