US-Wahl

Gespaltene Demokraten

Die Vorbereitung für den Nominierungsparteitag der Demokraten zeigt, dass die Wunde des Vorwahlkampfs zwischen Obama und Clinton noch nicht verheilt ist

Nicht weit weg vom Skyline: Das Pepsi Center (r.) in Denver, Colorado, wo der Nominierungsparteitag der Demokraten vom 25. bis 28. August stattfinden soll

Nicht weit weg vom Skyline: Das Pepsi Center (r.) in Denver, Colorado, wo der Nominierungsparteitag der Demokraten vom 25. bis 28. August stattfinden soll

Nicht politisch, sondern ganz persönlich wird Barack Obama zu Beginn des Nominierungsparteitags präsentiert werden – nämlich von seiner Ehefrau. Die ersten Bilder, die am kommenden Montag gut 20 Millionen Fernsehzuschauer erreichen werden, versprechen intime Einblicke in das Leben des Ehemanns und Vaters Obama. Michelle Obamas exponierte Rolle ist ein Novum in der Geschichte der Parteitage. Das hat seinen Grund: "Ich weiß, ich verlange viel von den Amerikanern", bekannte der Senator vor Kurzem in einem Interview. "Meine Lebensgeschichte ist nicht typisch für einen US-Präsidenten."

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4400 Delegierte und 15.000 Medienvertreter aus insgesamt 130 Ländern werden nach Angaben der Demokraten beim Polit-Spektakel in Denver dabei sein. Die ersten drei Tage im sogenannten Pepsi-Center, in dem sonst die "Nuggets" ihre Basketball-Heimspiele geben, stehen unter den Leitthemen Einheit, Sicherheit und neue Ansätze für die Zukunft.

Doch bevor Barack Obama am vierten und letzten Tag seine Antrittsrede in dem 75.000 Menschen fassenden Stadion halten wird, stiehlt ihm die alte Führungselite der Partei noch ein letztes Mal die Schau: Sowohl Hillary als auch Bill Clinton dürfen eine Rede halten.

"Die Clintons haben den Parteitag gekidnappt", stichelt der rechtslastige Nachrichtensender FoxNews. "Bis zum letzten Augenblick wird es so aussehen, als ob sie die Kandidatur gewonnen hat." Hillary Clintons Name wird sogar zur Abstimmung stehen. Dies soll eine rein symbolische Geste sein, gefolgt von der offiziellen Freigabe ihrer Superdelegierten, die dann für Obama stimmen.

Die Geste gilt als großes Zugeständnis Obamas, der laut Umfragen bei Clinton-Anhängern nach wie vor nicht so richtig punkten konnte. Immerhin ist es 28 Jahre her, seit ein Kandidat der Demokraten auf dem Nominierungsparteitag mit einem starken innerparteilichen Rivalen zu kämpfen hatte. Damals verlor Ted Kennedy gegen Jimmy Carter, der die Präsidentschaft dann prompt an Ronald Reagan abgeben musste.

"Ich glaube, dass die Partei gestärkt wird, wenn alle das Gefühl haben, erhört worden zu sein", erläutert Hillary Clinton ihren Wunsch. Obama hielt davon anfangs wenig. Er denke nicht, dass die Partei diese "Katharsis" brauche, um die Gräben zu überbrücken, die die lange, bittere Vorwahl hinterlassen hat. Dass Clintons Anhänger nun doch die Genugtuung bekommen, ihre Stimme zunächst für die Kandidatin ihrer Wahl abzugeben, sieht die Partei als "Ölzweig", sagte ein nicht genannter Kongressabgeordneter dem Wall Street Journal.

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Leser-Kommentare

  1. Soviel Worte und Saetze ueber nichts.

    Hillary wird Obama helfen. Ueberall und viel und Obama wird der naechste Praesident der USA.

  2. ... haben eine lange Tradition von Tumult und Krawall, im Gegensatz zu den meist uninteressanten Republikanern. Noch in bester Erinnerung sind die Krawalle in Chicago, doch die Geschichtsbücher berichten sogar von gespaltenen Versammlungen in zwei verschiedenen Häusern, ja selbst von Schießereien. Der alte Witz gilt noch immer: "Sind Sie Mitglied einer organisierten Partei, mein Herr?" - "Nein, ich bin Demokrat."

    • 19.08.2008 um 18:05 Uhr
    • kjpweb

    Obwohl der Artikel im grossen und ganzen in Ordnung ist - er stimmt nur wenig überein mit der Schlagzeile.Unterschiedliche Auffassungen sind doch wohl eine ganz normale Sache in Parteien - und so vermittelt die Headline ein Drama das so ganz einfach nicht da ist. Was mich aber wirklich ärgert ist die Tatsache, das wieder einmal mehr Fox News zitiert werden.Mal abgesehen davon, das es mittlerweile als erwiesen gilt, das dieser Sender nur mehr ein Sprachrohr für die Bush Administration ist, ist dieser Sender so weit von sachlicher Berichterstattung entfernt, wie es nur möglich ist. Gegen Fox News ist die Bild Zeitung ein Ausbund an Seriösität! Obwohl alle grossen US Medien irgendwo parteisch sind, Fox News bewegt sich ausserhalb jeglicher Glaubwürdigkeit, und das schon lange bevor bekannt wurde, das sie ihre interpretation des Tagesgeschehens direkt aus dem Weissen Haus erhalten.

    • 19.08.2008 um 19:20 Uhr
    • gerddim

    Ich bin mindestens einmal die Woche in Denver. Colorado Springs, CO, wo ich wohne ist etwa 50 Meilen entfernt von Denver. Irgendwie kann ich die Photographie vom Pepsi Center nicht nachvollziehen. Es kann sich ja um einen Blickwinkel handeln, den ich nicht kenne, aber weder das Wasser im Vordergrung, noch die huegelige Skyline, die noch die Form des Pepsi Centers selbst kann ich einordnen. Ich habe in Google-EARTH alle moeglichen Blickwinkel versucht, bin aber auch nicht annaeherend auf diese Photographie gekommen. Sind Sie sicher, dass es sich um eine Photographie des Pepsi Centers in Denver,CO handelt. Wenn ja, waere ich interssiert, von welcher Richtung das aufgenommen ist. Was ist das fuer ein Wasser im Vordergrund? Interessiert, Gerd

  3. --- Die Geste gilt als großes Zugeständnis Obamas, der laut Umfragen bei
    Clinton-Anhängern nach wie vor nicht so richtig punkten konnte..
    Zitat aus: "Obama mania, rock'n'roll around the world" vom 29.07.08:"Es ist durchaus denkbar, dass sich ein Teil des Clinton Lagers auf die
    Seite McCain's schlägt, in der Erwartung, dass dieser agesichts der
    Umstände nur ein Übergangspräsident sein wird. Nach diesem "Desaster"
    würde ihnen die Präsidentschaft wie eine reife Frucht in die Hände
    fallen. Getreu nach dem Grundsatz: "provoke the worst and benefit". So
    kämpft Obama nicht nur gegen die geschlossenen Reihen der McCain
    Truppen, sondern auch gegen die Diversion innerhalb der Demokraten.".--- Damals verlor Ted Kennedy gegen Jimmy Carter, der die Präsidentschaft dann prompt an Ronald Reagan abgeben musste..Deja vu, Clinton kann sich mit der Niederlage einfach nicht abfinden. Das Prinzip Ölzweig ist eine Nacht der langen Messer..--- "Da er sich gegen die Clintons nicht durchsetzen konnte, ist es
    zweifelhaft, ob er gegen bin Laden, Iran, Chavez oder Putin effektiv
    sein würde."
    .Die Gleichstellung der Clintons mit Bin Laden ist ja schon mal ein Anfang, doch die Kreationisten vergessen dabei, dass sie die Schöpfer dieses Golems sind. Dies hat weder was mit Iran, noch Chavez oder Putin zu tun. Dei Suggestion ist natürlich einmalig, ein Auszug freier us-amerikanischer Berichterstattung an seine aufgeklärten Bürger.In Colorado Springs, 50 Meilen von Denver entfernt, spielt am heissen Nachmittag ein Radiosender "... you can drain my brain", ... während sich die Welt eine (R)ice gekühlte Pepsi gönnt: 0 % Wahrheit, 100% cold (war). The spirit of a "new" generation.

    • 20.08.2008 um 0:04 Uhr
    • gerddim

    ZITAT ENFANGIn Colorado Springs, 50 Meilen von Denver entfernt, spielt am heissen
    Nachmittag ein Radiosender "... you can drain my brain", ... während
    sich die Welt eine (R)ice gekühlte Pepsi gönnt: 0 % Wahrheit, 100% cold
    (war). The spirit of a "new" generation.ZITAT ENDE(entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)

  4. 7. gerdi

    Wieso, sprechen Sie aus Erfahrung? Nicht doch, seien Sie nicht gerade beleidigt.Ein kleiner Hinweis: die Redaktion besitzt eine Mail, yep. (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)

    • 20.08.2008 um 1:17 Uhr
    • gerddim

    Ich muss Sie enttaeuschen mit der Erfahrung. Nein, ich habe keine Diesbezueglichen. Nun, falls es Sie nicht interessiert, was die Zeit so veroeffentlicht, warum sieht man Sie ueberhaupt kommentieren? Und von welchem Bordstein reden Sie? Von dem vor Ihrem Zuhause? Ich bezweifle dass man von dort klar nach Denver, Co sieht. Aber man weiss nie. Habe auch mit ihrem Bordstein keine Erfahrung. Ich wuerde es bevorzugen, wenn Sie meinen Namen nicht verunstalten wuerden. "Gerdi" klingt idiotisch, wenn man damit eine 75 jaehrige Person, die ich bin, anspricht.Finden sie nicht, vertigo? Gerd

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