ZEIT ONLINE: Herr Steiner, wie viele Liter Bier passen eigentlich in einen 145,9 Kilogramm schweren Körper?

Matthias Steiner: Ich bin noch gar nicht zum Biertrinken gekommen, mir schmeckt’s auch nicht so. Die Fototermine waren einfach zu viel. Das richtige Feiern kommt noch.

ZEIT ONLINE: Vielleicht mit dem Olympia-Wein aus Ihrem österreichischen Heimatort Obersulz?

Steiner: Das ist ein Blauburgunder-Verschnitt mit dem Namen Linan, das heißt starker Mann auf Chinesisch. Bundestrainer Frank Mantek wollte 200 Flaschen abnehmen, aber ich glaube, wir werden das nun stark erhöhen.

ZEIT ONLINE: Sie haben Diabetes.

Steiner: Wenn man sonst nicht so viel Alkohol trinkt, kann man auch mit Diabetes mal über die Stränge schlagen. Aber im Gewichtheben ist es nicht einfach mit so einer Krankheit. Es ist eine Schnellkraftsportart, da braucht man eine unheimliche schnelle Reaktion. Sollte der Zucker zu hoch sein, wird das Blut dicker und die Reaktion zu langsam. Wenn er zu niedrig ist, habe ich gar keine Kontrolle über den Körper. Ich muss den Zucker optimal eingestellt haben, sonst ist der Wettkampf gelaufen.

ZEIT ONLINE: Wie halten Sie ihr Gewicht?

Steiner: Ich habe die Veranlagung, relativ gut zuzunehmen, andere müssen sich zwingen, viel zu essen. Ich esse so viel wie möglich, aber keinen Schweinsbraten. Nur Fett zu essen, wäre schlecht. Ich esse alles quer durch den Gemüsegarten. Keine große Mahlzeiten, eher kleine, so sechs oder sieben am Tag. 

ZEIT ONLINE: Was ist für Sie eine kleine Mahlzeit?

Steiner: Drei Steaks, ein paar Kartoffeln, Salat und Obst. Ich esse ständig, es ist immer etwas im Kühlschrank. In einer trainingsintensiven Vorbereitung esse ich 8000 Kalorien und trinke sechs bis acht Liter pro Tag.

ZEIT ONLINE: Wie steht es um die Zukunft der Dopingsportart Gewichtheben?

Steiner: Es ist besser geworden, man sieht es an den Leistungen, die runter gegangen sind. Das ist ein Zeichen, dass die Dopingkontrollen greifen. Es wird in kaum einer anderen Sportart so viel kontrolliert. Ich glaube nicht, dass Gewichtheben hundertprozentig sauber wird, aber das ist in keiner Sportart so.