US-Wahl Der LerchenspiegelSeite 2/2

Ähnlich unklar in seiner Bedeutung für die Präsidentschaftswahlen ist der Kampf um die Hegemonie bei Digg . Digg ist ein Internetdienst, dessen Nutzer einander Netz-Fundstücke empfehlen. Wer Interessantes im Netz gefunden hat, markiert es bei Digg – Videos, Artikel und Grafiken, die gehäuft empfohlen werden, werden auf der Internetseite des Anbieters prominent verlinkt. Unter anderem um „Gaming“, „Lifestyle“, „Entertainment“ und „Offbeat“ (also Kurioses) geht es bei Digg, also nicht primär um politische Themen. Die häufen sich jedoch in der Rubrik „World & Business“, in der es in den vergangenen Wochen wenig um Internationales ging und kaum um Wirtschaft – und stattdessen immer wieder um Barack Obama und John McCain.

Wie viele Menschen Digg nutzen, ist ungewiss. Im März 2007 meldete das Unternehmen den Millionensten registrierten Nutzer, seitdem vermuten einige , dass die Zahlen auf über zweieinhalb Millionen gestiegen sind. Diese Nummer verrät jedoch noch nichts darüber, wie viele Nutzer auf der Seite tatsächlich aktiv sind und wie viele nichtregistrierte Nutzer mitlesen.

Nach Angaben des unabhängigen Blogs TechPresident hat Barack Obama im Vergleich zu John McCain das rund Fünffache an YouTube-Abrufen und Facebook-Freunden und siebenmal so viele MySpace-Kontakte. In die Umfragen der Medien überträgt sich allerdings Obamas Online-Hegemonie nicht: In der realen Welt hält Obama aktuell nur einen hauchdünnen Vorsprung.

 
Leser-Kommentare
  1. Schon in Berlin zeigte es sich, dass die Anhänger Obamas hauptsächlich unter der jüngeren Generation zu finden sind.  Für die Blogs gilt dies sogar noch in größerem Maße.  Tatsächlich ist Obama bei Amtsantritt älter als John Kennedy und Bill Clinton, doch gegenüber McCain, dem ältesten Kandidaten der amerikanischen Geschichte, wirkt er auf jeden Fall jung.  Erfahrungen früherer Wahlen deuten jedoch an, dass die jugendliche Wahlkampfbegeisterung wesentlich abflaut, wenn es im November tatsächlich an die Wahlurne geht.  Die Hauptaufgabe der Obamakampagne wird es also bleiben, die jugendlichen Wähler bis zum November bei der Stange zu halten.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service