Konjunktur Rezessionsangst drückt Verbraucherstimmung

Schlechte Laune bei den Konsumenten: Weil die Bürger den Abschwung fürchten, sinkt der Konsumklimaindex auf einen neuen Tiefstand.

Für September prognostizierten die Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) das kühlste Konsumklima seit fünf Jahren. Der Index des Instituts sank nach Angaben von Dienstag von 1,9 auf 1,5 Punkte und damit stärker als erwartet. "Die schwachen Konjunkturaussichten drosseln den Konsum", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen ließ nach. Ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monate beurteilten die Verbraucher dagegen ein wenig positiver.

Die wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands schätzten die Konsumenten so schlecht ein wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Den Grund für den Pessimismus sieht die GfK in dem Wachstumseinbruch im zweiten Quartal. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um 0,5 Prozent und damit zum ersten Mal seit fast vier Jahren. Die Eintrübung des Ifo-Geschäftsklimas und anderer wichtiger Indikatoren, die anhaltende Finanzkrise und die schlechtere Auftragslage der Industrie ließen keine schnelle Erholung erwarten. Der Teilindikator für die Konjunkturerwartungen brach deshalb von minus 8,0 auf minus 21,8 Punkte ein.

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Für Autos, Möbel und andere große Anschaffungen sind die Verbraucher immer weniger bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Als wichtiger Grund dafür gilt die hohe Inflation, die die Kaufkraft drückt. "Die Inflation steht derzeit auf breiter Basis", sagte Bürkl. "Somit verspüren die Konsumenten wenig Lust auf größere Anschaffungen."

Nicht mehr ganz so schlecht schätzen die Konsumenten ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten ein. Trotz des leichten Anstiegs des Teilindikators um 3,2 auf minus 16,8 Punkte verharrte er aber klar unter seinem langjährigen Durchschnitt. "Trotz der deutlichen Rückgänge bei den Rohölpreisen sehen die Konsumenten kaum Entwarnung bei der Kaufkraft", hieß es. Den Verbrauchern stehe im Herbst eine drastische Preisrunde bei Gas bevor. Davon werde auch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt überschattet.

 
Leser-Kommentare
  1. Wenn ich schon höre wie gut die Lage auf dem Arbeitsmarkt sein soll, das behaupten sogenannte Experten. Ich bin Arbeitsvermittler bei der Bundesagenur für Arbeit in einer mittelgroßen Stadt im Rheinland, ca. 65.000 Einwohner , seit Anfang des Jahres steigt die Arbeitslosigkeit ganz langsam wieder an.Kein Wunder also, dass die Konsumenten keine Kauflaune entwickeln.Es hilft nur eins, mehr Brutto, damit wieder mehr Netto übrigbleibt. Die Mähr von mehr Netto vom Brutto können ja nur dummdreiste Neoliberale fordern, die dann auf der Privatisierungsschiene der Sozialversicherungen uns das mehr Netto wieder aus der Tasche ziehen wollen, dümmer und dreister geht es ja wohl nicht mehr, und die Medien (auch die Zeit) stimmen in diesen Chor der (Un)-Sinnigen mit ein.

  2. Wir hatten im letzten Jahr eine kurze Wachstumsphase, die ausschließlich der Nachfrage aus dem Ausland (also dem Export) geschuldet war. Mit den Reformen hat das übrigens gar nichts zu tun. Die Reformen waren für die Konjunktur nur schädlich, weil sie die Binnennachfrage stranguliert haben. Wenn die Nachfrage aus dem Ausland jetzt nachlässt, wird das voll zum Tragen kommen, die ersten Vorboten dessen, was bald auf uns zukommen wird, haben wir schon - Abschwung und damit auch eine Zunahme der Arbeitslosigkeit.Trotzdem ist die deutsche Wirtschaft immer noch die leistungsfähigste auf der ganzen Welt. Welch blühende Landschaften könnten wir ohne den Schröder-Fischer-Clement -Merkel-Schwachsinn haben!  Was hier gemacht wurde, ist vollkommen unverständlich und ökonomisch unsinnig. Experten warnen schon seit Jahren vor den Folgen.__________________________________________________________________

    Bürger, sei wachsam!

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