Filme von Hinrichtungen, frei zugängliche Pornos oder rechtsradikale Beiträge: Die Kontrollstelle jugendschutz.net hat eindringlich einen besseren Schutz für Kinder und Jugendliche im weltweiten Netz angemahnt. jugendschutz.net stellte in Mainz seinen Jahresberichts vor.


Insgesamt seien 2883 Verstöße erfasst worden. Das entspreche einem Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2006. Dabei handelte es sich vor allem um pornografische Seiten und rechtsextreme Propaganda.

700 Exekutions- und Nazi-Filme wurden auf Videoplattformen wie YouTube gelöscht, weil jugendschutz.net die Betreiber der Seiten dazu aufforderte. Auch in sozialen Netzwerken wie SchülerVZ, StudieVZ oder Facebook mischte sich die Kontrollstelle ein. Hier ging es vor allem um pornografische Beiträge und sexuelle Belästigungen. Insgesamt funktioniere die Zusammenarbeit mit den Anbietern und mit Partnern in internationalen Netzwerken gegen Kinderpornografie oder Hass im Netz gut. Drei von vier Verstößen würden nach einem Hinweis schnell beseitigt, ohne dass Aufsichtsbehörden eingreifen mussten.


jugendschutz.net war 1997 von den Jugendministerien der Länder gegründet worden und ist an die Kommission für Jugendmedienschutz als Internetaufsicht angebunden. 2007 bearbeitete das Team 9200 Beschwerden und Anfragen (plus 22 Prozent) und überprüfte 7164 Websites (plus 32 Prozent). Regelmäßig werden die 65 wichtigsten Chats und Communitys beobachtet.

Da Kinder und Jugendliche sehr fasziniert sind von den Möglichkeiten des Web 2.0, geht es dem Jugendschutz-Netz nicht nur darum, Gefährliches zu löschen. Kinder und Jugendliche sollen lernen, kompetent mit den Möglichkeiten und Gefahren umzugehen. Dazu werden unter anderem in den Schulen Medienscouts ausgebildet, die gleichaltrigen und jüngeren Schülern vermitteln, wie riskant es zum Beispiel sein kann, seine Daten in den Netzwerken zu veröffentlichen. Eltern können problematische Angebote melden. ( hotline@jugendschutz.net )