Erst vor knapp zwei Wochen hatten Bürgerrechtler die Bevölkerung dazu aufgerufen , sich eine Vorlage im Netz herunterzuladen, um  rechtlich gegen die Zuteilung einer Steueridentifikationsnummer vorzugehen. Wie der Spiegel nun berichtet, richtet sich die erste dieser Sammelklagen gegen das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung könne der Rechtsstreit bis vor das Bundesverfassungsgericht gehen, bestätigte ein Sprecher des Finanzgerichts dem Magazin (Az: 2K 2822/08).

Die Musterklage wurde von der "Humanistischen Union" vorbereitet. Deren Sprecher Sven Lüders sagte dem "Spiegel": "Wir fürchten, dass mit der einheitlichen Steuernummer ein Personenkennzeichen geschaffen wird, das nach und nach die Erkenntnisse verschiedener Behörden über jeden Einzelnen abrufbar macht - von den Punkten in Flensburg bis hin zu ansteckenden Krankheiten." Mit der Klage solle zumindest erreicht werden, dass die neuen Nummern nur für Aufgaben des Finanzamts verwendet werden dürfen.

Die Nummern mit elf Ziffern werden seit Anfang August an alle Bundesbürger - auch Babys und Kleinkinder - verschickt. Die Steueridentifikationsnummer gilt ein Leben lang.