Kaukasus Russlands falsches Kalkül

Präsident Medwedjew hat zu schnell über die Anerkennung neuer Staaten im Kaukasus entschieden - nur um Russlands Fähigkeit zum harten Handeln zu demonstrieren. Die Folgen könnten fatal sein

Ein Mann montiert die südossetische Flagge auf dem Dach seines Hauses, Zchinwali, 27. August 2008

Ein Mann montiert die südossetische Flagge auf dem Dach seines Hauses, Zchinwali, 27. August 2008

"Es dauert lange, bis wir die Pferde angespannt haben", erzählen Russen gerne ausländischen Gästen, "aber wenn wir dann fahren, geht die Post ab." Da klingen meist viel Stolz und ein bisschen Bedauern über die eigene Unbeherrschtheit mit.

Russlands Führung hat seit zwei Wochen richtig Fahrt aufgenommen und scheint nicht mehr anhalten zu können. Die Anerkennung der Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens durch Präsident Dimitrij Medwedjew wirkte auf den Westen wie ein weiterer Peitschenschlag im Vollgalopp. Russland setzt im Geschwindigkeitsrausch seiner Schussfahrt endgültig auf Konfrontation und könnte dabei die politische Rendite des militärischen Sieges verspielen.

Anzeige

Bisher hatte sich Russland grundsätzlich als Verteidiger des Völkerrechts und der UN und als Garant der territorialen Unantastbarkeit gegenüber einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung gegeben. Das war nicht immer aufrichtig und oft wie im Falle der jahrelangen Bemühungen der USA und Europas um eine Lösung des Kosovo-Problems ohne realistisches, konstruktives Angebot. Aber Russlands Bedenken waren ernst und respektabel.

Die damalige Kritik Moskaus an der Unabhängigkeit des Kosovo, die ein "fürchterlicher Präzedenzfall" sei und das "ganze System der internationalen Beziehungen" zerbreche, fällt nun auf Russland zurück. Medwedjew reiht sich ein bei jenen, die das viel beschriene Völkerrecht zu eigenen Gunsten biegen, bis es bricht. Die Wiederholung der Ignoranz und Verwerflichkeit anderer Staaten führt allerdings nicht zur eigenen moralischen Erhöhung, auch wenn die Propagandisten des Kremls es so darzustellen versuchen.

Bei der Diskussion über Medwedjews gestrige Entscheidung ist der Verweis auf den verbrecherischen Angriff des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili auf Südossetien so zulässig wie unerheblich. Hier geht es um Russlands strategische Ziele weit über den vorgeblichen Schutz der Südosseten hinaus.

Das nötige Verständnis für ein Russland, das nach der demütigenden Hilflosigkeit der Neunzigerjahre es nun dem Westen vermeintlich gleichtun will, macht Moskaus Politik auch nicht besser. Zumal der häufige Hinweis auf einen verständlichen Revanchewunsch in Russland den Verdacht nahelegt, hier wolle sich einer um die Verantwortung für seine Entscheidungen herumdrücken. Indem die russischen Politiker die Argumentation und das Handeln der westlichen Länder bis hin zu den Termini des "Völkermords", der "humanitären Katastrophe" und "Abwendung menschlicher Opfer" parodieren und sich über ihre Erfolge schulterklopfend freuen, wirken sie wie rachsüchtige Halbstarke.

Leser-Kommentare
    • zetti
    • 27.08.2008 um 18:02 Uhr

    Mit diesen Ausführungen und den damit verbundenen Rückschlüssen kann ich mich nicht anfreunden. Bei den Ausführungen der Wessis spielt immer Strategie, Vergangenheit (bis 1000 Jahre zurück! gell Herr Joffe) und politisches Kalkül die Rolle. Das Georgien nicht nur ein Fleck auf der Landkarte ist und dort auch Menschen wohnen und überleben wollen, vermisse ich bei jedem Erklärungsversuch, warum Georgiens Grenzen unverschiebbar sein sollen. Sorry, dem Westen gehen doch die Einwohner am Arsch vorbei!Rußland hat sicher nicht gerne reagiert, da der bisherige Status Quo eher Rußland nutzte , als der Nato/USA/europa. Sie mußten allerdings als Schutzmacht auf die Angriffe reagieren - EUROPA/nato/usa krümmten ja keinen Finger. Ich frage mich was passiert wäre wenn Rußland nicht eingegriffen hätte? Wär dann die Merkel nach der "Säuberungsaktion" auch zum Saakaschwili um Ihm die NATO-Mitgliedschaft anzubieten?Die einzige Partei, die über Menschenlenben nachdachte,  darüber spricht und als Motiv angiebt ist Rußland. Nicht die USA. Nicht die NATO. Nicht Europa.Und ich gebe Rußland recht: wenn die Regionen zurück müßten, ist ein dauerhafter Bürgerkrieg mit Mord und Todschlag aufgrund der Vorfälle unausweichlich.Mit dieser schmutzigen Politik, die nur auf politischen und strategischen Erfolg schielt  hat jeder verantwortliche Politiker der NATO, europas und - wen wunderts- Amerikas mehr Blut an den Händen als Medwedjw, der schlimmeres verhinderte.Schlafen Sie noch immer gut, Frau Merkel? Aber Scheinheiligkeit soll ja auch ein gutes Schlafmittel sein.Zetti

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nach den jahrzehnte langen Querelen (Kriegen) im Kaukasus wird sich dieser Schritt der Unabhängigkeit der beiden neuen Staaten als die bessere Lösung durchsetzen. Langsam könnte der Westen die Tatsache zur Kenntnis nehmen und aufhören, die Russen als Gesetzesbrecher zu bezeichnen. Diese beiden Länder sind jetzt eigenständig und damit gut.

    Nach den jahrzehnte langen Querelen (Kriegen) im Kaukasus wird sich dieser Schritt der Unabhängigkeit der beiden neuen Staaten als die bessere Lösung durchsetzen. Langsam könnte der Westen die Tatsache zur Kenntnis nehmen und aufhören, die Russen als Gesetzesbrecher zu bezeichnen. Diese beiden Länder sind jetzt eigenständig und damit gut.

  1. Dass der designierte US-Präsident McCain bereits angekündigt hat, auch Tschetschenien und alle anderen nordkaukasischen Teilrepublikan anerkennen zu wollen, war keine Erwähnung wert?
    http://www.geotimes.ge/index.php?m=home&newsid=12169
    NB: Auch ich finde, daß Medwedjew diesen Unsinn lieber gelassen hätte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Schön wenn der [...] (Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion / ft) McCain (72) Tschetschenien für unabhängig erklärt, nur schert das die Mehrheit in Tschetschenien einen Dreck. Das ist so wie wenn Medvedev morgen Korsika als unabhängig erklärt. Das will die Mehrheit dort auch nicht. Wenn er (72) aber anfängt die Radikalislamisten in Tschetschenien zu unterstützen, kann Russland wohl adäquat reagieren.

    # Silberschnur. Mc Cain ist noch nicht designierter US-Präsident, HM555. Dieser wird erst nach seiner Wahl Anfang November designiert sein. Noch ist auch noch nicht offiziell, wer sein Vize wird.Natürlich bleibt unabhängig davon dessen Aussage erwähnungsberechtigt. Ob es ihm im derzeitigen Wahlkampf hilft oder schadet, bleibt dahingestellt.Dass aber der Konflikt unmittelbar nach dem Besuch des noch amtierenden Präsidenten in Russland ausbrach, zeigt mir, dass dieser daran nicht ganz unbeteiligt gewesen sein kann. Dass Russland dem einstigen Feind im kalten Krieg der Blöcke, der sich derart kriegerisch in der Welt betätigt, eine friedliche Einladung ausgesprochen hat, muss die Georgier ungemein provoziert haben! Kam es den US denn nicht ungemein gelegen, dass sie damit den republican candidate McCain als neuen wünschbaren Oberbefehlshaber der " american world obsessing troups" daheim in Szene setzen konnten?Dass die Russen diesen Übergriff korrigieren mussten, scheint aus ihrer Sicht richtig gewesen. Aber McCain signalisiert mit seiner Voraussage auch nur, dass ihm ein starkes und kriegsbereites $Russland in das Konzept passt, weil er sich anders wohl nicht zu verständigen wüsste. Auf der Höhe der ZEIT bleibt, wer mittelwertige Spannung erträgt.

    • wll
    • 28.08.2008 um 12:21 Uhr

    Ach, wenn Russland zwei international nicht anerkannte Provinzen Georgiens als eigenständig anerkennt, ist das also in Ordnung?
    Und wenn ein Präsidentschaftskandidat in den USA für den Fall seiner Wahl ankündigt, die noch-russische Teilrepublik Tschetschenien ebenfalls als unabhängig anzuerkennen, soll's Ihrer Meinung nach deshalb zum Weltkrieg kommen. Selten so gelacht. McCain folgt doch nur der russischen Logik, dass das Selbstbestimmungrecht der Völker über die territoriale Integrität von Nationalstaaten geht.
    Ein Standpunkt, den ich übrigens sogar teile, da die Grenzziehung der Nationalstaaten häufig an Willkür und Ignoranz nicht mehr zu überbieten ist. Da ein Nationalstaat an sich letzten Endes nur ein abstraktes Gebilde ist, müssen meiner Meinung nach die Interessen und der Wille der dort lebenden Menschen Vorrang haben.
    Nur muss dieser Grundsatz eben für alle Staaten und Völker gelten und nicht nur dort, wo die jeweils dominierende Grossmacht vor Ort es für richtig hält. Da dürfen sich übrigens dann auch nicht nur Russland, sondern auch die USA, China etc. angesprochen fühlen...

    Schön wenn der [...] (Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion / ft) McCain (72) Tschetschenien für unabhängig erklärt, nur schert das die Mehrheit in Tschetschenien einen Dreck. Das ist so wie wenn Medvedev morgen Korsika als unabhängig erklärt. Das will die Mehrheit dort auch nicht. Wenn er (72) aber anfängt die Radikalislamisten in Tschetschenien zu unterstützen, kann Russland wohl adäquat reagieren.

    # Silberschnur. Mc Cain ist noch nicht designierter US-Präsident, HM555. Dieser wird erst nach seiner Wahl Anfang November designiert sein. Noch ist auch noch nicht offiziell, wer sein Vize wird.Natürlich bleibt unabhängig davon dessen Aussage erwähnungsberechtigt. Ob es ihm im derzeitigen Wahlkampf hilft oder schadet, bleibt dahingestellt.Dass aber der Konflikt unmittelbar nach dem Besuch des noch amtierenden Präsidenten in Russland ausbrach, zeigt mir, dass dieser daran nicht ganz unbeteiligt gewesen sein kann. Dass Russland dem einstigen Feind im kalten Krieg der Blöcke, der sich derart kriegerisch in der Welt betätigt, eine friedliche Einladung ausgesprochen hat, muss die Georgier ungemein provoziert haben! Kam es den US denn nicht ungemein gelegen, dass sie damit den republican candidate McCain als neuen wünschbaren Oberbefehlshaber der " american world obsessing troups" daheim in Szene setzen konnten?Dass die Russen diesen Übergriff korrigieren mussten, scheint aus ihrer Sicht richtig gewesen. Aber McCain signalisiert mit seiner Voraussage auch nur, dass ihm ein starkes und kriegsbereites $Russland in das Konzept passt, weil er sich anders wohl nicht zu verständigen wüsste. Auf der Höhe der ZEIT bleibt, wer mittelwertige Spannung erträgt.

    • wll
    • 28.08.2008 um 12:21 Uhr

    Ach, wenn Russland zwei international nicht anerkannte Provinzen Georgiens als eigenständig anerkennt, ist das also in Ordnung?
    Und wenn ein Präsidentschaftskandidat in den USA für den Fall seiner Wahl ankündigt, die noch-russische Teilrepublik Tschetschenien ebenfalls als unabhängig anzuerkennen, soll's Ihrer Meinung nach deshalb zum Weltkrieg kommen. Selten so gelacht. McCain folgt doch nur der russischen Logik, dass das Selbstbestimmungrecht der Völker über die territoriale Integrität von Nationalstaaten geht.
    Ein Standpunkt, den ich übrigens sogar teile, da die Grenzziehung der Nationalstaaten häufig an Willkür und Ignoranz nicht mehr zu überbieten ist. Da ein Nationalstaat an sich letzten Endes nur ein abstraktes Gebilde ist, müssen meiner Meinung nach die Interessen und der Wille der dort lebenden Menschen Vorrang haben.
    Nur muss dieser Grundsatz eben für alle Staaten und Völker gelten und nicht nur dort, wo die jeweils dominierende Grossmacht vor Ort es für richtig hält. Da dürfen sich übrigens dann auch nicht nur Russland, sondern auch die USA, China etc. angesprochen fühlen...

  2. Der Artikel ist an Armseligkeit nicht mehr zu überbieten.Hetze vom allerprimitivsten Niveau. Sowas gehört in die BILD-Zeitung , evt noch die Welt, aber nicht in die ZEIT.[Anmerkung: Bitte bemühen Sie sich darum, Ihre Kritik sachlich zu formulieren./ Die Redaktion; ew]  

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der Autor soll sich mal mit den tatsächlichen Abläufen (z.Bsp. in der "Wikipedia") vertraut machen bevor er einen Artikel schreibt.[Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich./ Die Redaktion; ew]

    Der Autor soll sich mal mit den tatsächlichen Abläufen (z.Bsp. in der "Wikipedia") vertraut machen bevor er einen Artikel schreibt.[Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich./ Die Redaktion; ew]

  3. Der Artikel von Herrn Voswinkel ist eine eindeutige Steigerung in der Darlegung der aktuellen Situation als z.B. ein Herr Joffe. Dennoch kommt man nicht umhin, noch einige kritische Anmerkungen zu machen. Ich bin ja durchaus schon dankbar, dass der Autor auf die "Ignoranz und Verwerflichkeit anderer Staaten" hinweist. Es waere doch viel ehrlicher und direkter diese auch beim Namen zu nennen: Die USA und die Europaeische Staatengemeinschaft. Dann waere auch klar, dass diese sich dessen zuerst schuldig gemacht haben, s. Kosovo und Jugoslawien,  und dass deshalb diesbezueglich nun so etwas wie "Gleichstand" herrscht.Daneben haelt der Autor es nicht fuer noetig zu erwaehnen, dass die USA und Israel Georgien tatkraeftig bei der Aufruestung und Ausbildung seiner Armee unterstuetzt haben. Hier koennte man doch berechtigterweise davon ausgehen, dass weder Russland noch die USA ein wirkliches Interesse an einer Stabilisierung des Kaukasus gehabt haben. Dies nur einseitig den Russen zuzuschieben verdreht die Tatsachen doch ein wenig. Die USA koennen sich noch nicht mal auf so hehre Ziele, wie die Verbreitung der Demokratie berufen, denn Saakashvili hat ja bekanntlich gerne Schlagstoecke einsetzen lassen um unangenehme Georgier zum Schweigen zu bringen.Ein weiterer Punkt ist auch die Frage, wer sich hier die groessere Laus ins Fell gesetzt hat, denn eine fuer "dunkle Geschaefte" beruechtigte Fuehrungsclique kann durchaus besser sein als eine von eindeutig mafioesen Strukturen gezeichnete "Elite" im Kosovo, die sich durch Menschenhandel, Prostitution und Drogenhandel finanziert. Es ist ganz klar, dass Europa fuer den Kosovo sehr lange wird zahlen muessen. Ist das ein grosser NATO-Stuetzpunkt dort wert? Uebrigens, der Kosovo wird vor allem durch die USA und verbuendete NATO-Staaten anerkannt. Das gleiche macht Russland. Ich sehe da nicht viel Unterschied.Die Verhalten der Russen ist vielleicht nicht besser, aber auch eindeutig nicht schlechter als das der NATO. Hinzu kommt, dass das Aufheulen der Politiker und der Medien eben nur das ist: Aufheulen ohne irgendwelche Konsequenzen fuer Russland. Russland hat jedoch durchaus gewonnen, denn nun wird es wieder gefuerchtet und als Machtfaktor gesehen. Den Respekt des Westens hatte es doch ohnehin nie wirklich. Deswegen kann Russland darauf nun wirklich verzichten. Der Westen muss ohnehin weiter kooperieren. Man denke nur an die Ueberflugsrechte um nach Afganistan zu kommen oder die Gasversorgung Europa's. Daran fuehrt kein Weg vorbei.Alles in allem ist der Artikel nicht mehr als ein Wehklagen ohne Konsequenzen. Wie sagt man doch so schoen? Getroffene Hunde bellen aber beissen nicht.

  4. Der Autor soll sich mal mit den tatsächlichen Abläufen (z.Bsp. in der "Wikipedia") vertraut machen bevor er einen Artikel schreibt.[Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich./ Die Redaktion; ew]

    Antwort auf "Der Artikel ist an"
    • Colon
    • 27.08.2008 um 18:51 Uhr

    Dekret eines Halbstarken"Bei der Diskussion über Medwedjews gestrige Entscheidung ist der Verweis auf den verbrecherischen Angriff des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili auf Südossetien so zulässig wie unerheblich." (Decretum est)"Indem die russischen Politiker die Argumentation und das Handeln der westlichen Länder bis hin zu den Termini des "Völkermords", der "humanitären Katastrophe" und "Abwendung menschlicher Opfer" parodieren..."Ersetzen Sie einfach an der Stelle "russischen", durch:  "georgischen", "amerikanischen" oder "polnischen". Es stimmt dann noch besser.An jedem Tag der dämmert, ein ZEIT-Artikel unter Krokodilstränen, garniert mit gespielter Entrüstung:"Es ist ebenso heuchlerisch, wenn Russland sich bei der Rettung der südossetischen Menschen, die Moskau in 15 Jahren keinen ernsthaften Friedensvorstoß wert waren, vor allem auf die Verhinderung einer Nato-Mitgliedschaft und die Absetzung Saakaschwilis konzentriert." Die Russen waren mit den Georgiern "Peacekeeper" in Südossetien, sie haben Südossetien und Abchasien jahrelang nicht anerkannt, -der Westen warnte ja beständig-, trotz mehrfacher Wünsche aus diesen Ländern. Sie forderten, der georgische Präsident solle sein Wahlversprechen, die abtrünnigen Provinzen zurück zu erobern, aufgeben. Die Russen waren in der georgischen Hauptstadt die letzten Wochen, Monate und Jahre diplomatisch wie militärisch sicher weniger präsent und einflussreich als Bushs Neffe, die US-Dienste und das US-Militär. Ohne Russen exisitierten heute, zur Stunde, keine Südosseten in und um Tchinwali. Ohne Russen, keine Abchasen in und um Suchumi."...der Kaukasus gerät erneut zur politisch-militärischen Einflusszone,..." - Stimmt halb. Seit 2004 waren dort die Amerikaner die Schutzmacht schlechthin. Ihr Einfluss dürfte sich nun noch verstärken, denn neue Waffen, sowie neue und noch mehr Berater werden gebraucht, ganz abgesehen von den 1,4 Milliarden €, die sich Herr Saakashwili schon ausgerechnet hat, um Georgien NATO-tauglich zu machen." Vor allem im armen Südossetien muss Russland auf Kosten seiner Staatsbürger eine für dunkle Geschäfte berüchtigte Führungsclique finanzieren." - Na, wer die wenigen noch nicht regierungsamtlichen Medien in Georgien, jene Zeitungen oder kleinen TV-Produktionen durchforstet , der liest, das meiste in Georgien gehört "Geschäftsleuten", die entweder in der georgischen Regierung waren, oder es noch sind, oder aber verheiratet, verschwägert oder irgendwie sonstig familiär mit Regierungsmitgliedern verbunden sind. Sogar die bisher nach Russland orientierte Versicherungswirtschaft wird nun von Leuten übernommen, die dem Präsidenten nahe stehen.Die Dichte der dubiosen Geschäftsleuten und wirklich dubiosen Politiker (Saakashwili ist ein Musterfall) dürfte in Georgien in etwa das durchschnittliche Kaukasus- Quantum erreichen, wie es sich auch in den abtrünnigen Provinzen darstellt."Militärischer Erfolgstaumel", ich bitte Sie, Herr Voswinkel, der sieht nun wahrlich anders aus. - Statt mit Durchmarsch nach Tiblissi/Tiflis, beantworteten die Russen alle bösen Anwürfe mit relativ schnellem Rückzug und sehr ernster Mine. Jubel und Erfogstaumel, den spüre ich aus Ihren Worten. Wer so weit gekommen ist, dass ersolche Artikel in der ZEIT veröffentlichen darf, der muss im Recht sein.Schade, dass aus solchen Artikeln immer der Wunsch hervorlugt, es möge sich der "neue kalte Krieg", bitt´ schön am nächsten Tage einstellen. -Der alte Muff von tausend Jahren, strebt gerade wieder zu Talaren.Ich mache bis zur Wahl in Amerika drei Kreuze, und hoffe, mit dem ganzen Bush-Clan und der sehr ähnlichen Soße McCain, bleiben uns, nach Obamas Wahlsieg auch diese ganzen Mischpoke der Neocons und Neolibs mit ihren politischen Beratungsnetzen endlich mehr vom Leib und der Einfluß der wenigen "Rupert Murdochs" und ihrer deutschen Pendants lässt langsam wieder nach.Der ZEIT kann ich nur wünschen, ihre politischen Beobachter mäßigten ihre "Litaneien" oder bewegten sich damit, wenigstens argumentativ, nicht auf dem Niveau der "dicta Catonis". Grüße Christoph Leusch   dicta Catonis= einfache, sehr populäre Redewendungen, die nicht von Cato dem Älteren stammten, ihm aber zugeschrieben wurden.

  5. Ich kann mir wohl vorstellen, dass der Artikel meistens Deutsche gefaellt. Damit schafft ein Zeitung Umsatz, insofern voll berechtig.
    Nur man soll nicht Wueschen und Realitaet verwechseln. Russland rechnet fest damt dass Nato sich nicht leisten kann ein millitaer Operation in Kaukasu zu unternehmen.
    Wenn man sich erinnert, dass in Irakkrieg Tuerkei die amerikanische Truppe nicht zugelassen von ihren Boden einen Angriff zu straten und schaut mal den Landkart, wird man zum Schluss kommen dass Russe nicht unbedingt verrechnete.
    Bislang schickte Amerikaner nur Kuestewache boot in Schwarzmeer, eher um Geogie zu trosten als einen ernsthaft Aktion durch zu setzen. 
    sieht fern, schreibe

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn Du die Foren hier und anderswo liest, wirst Du feststellen, dass die Mehrheit der Deutschen trotz medialem Trommelfeuer die Georgische Aggression verurteilt und geneigt ist, der russischen Seite eher zu glauben, als der gesteuerten westlichen Hetzpresse. Viele Deutsche kritisieren Merkels unbotmäßigen Ton gegenüber Russland und sind an einer vernünftigen politischen Lösung interessiert. Dies bedingt allerdings Gesprächsbereitschaft und diese ließ der Westen bisher vermissen. Es war nicht Russland, welches die diplomatischen Verbindungen gekappt hat. Lass Dich also von den deutschen Medien nicht verwirren, was die Presse schreibt und was das Volk denkt sind 2 verschiedene Dinge.Der Kommissar

    Wenn Du die Foren hier und anderswo liest, wirst Du feststellen, dass die Mehrheit der Deutschen trotz medialem Trommelfeuer die Georgische Aggression verurteilt und geneigt ist, der russischen Seite eher zu glauben, als der gesteuerten westlichen Hetzpresse. Viele Deutsche kritisieren Merkels unbotmäßigen Ton gegenüber Russland und sind an einer vernünftigen politischen Lösung interessiert. Dies bedingt allerdings Gesprächsbereitschaft und diese ließ der Westen bisher vermissen. Es war nicht Russland, welches die diplomatischen Verbindungen gekappt hat. Lass Dich also von den deutschen Medien nicht verwirren, was die Presse schreibt und was das Volk denkt sind 2 verschiedene Dinge.Der Kommissar

  6. 8. McCain

    Schön wenn der [...] (Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion / ft) McCain (72) Tschetschenien für unabhängig erklärt, nur schert das die Mehrheit in Tschetschenien einen Dreck. Das ist so wie wenn Medvedev morgen Korsika als unabhängig erklärt. Das will die Mehrheit dort auch nicht. Wenn er (72) aber anfängt die Radikalislamisten in Tschetschenien zu unterstützen, kann Russland wohl adäquat reagieren.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • wll
    • 28.08.2008 um 12:08 Uhr

    "Das ist so wie wenn Medvedev morgen Korsika als unabhängig erklärt. Das will die Mehrheit dort auch nicht."
    Da liegen Sie völlig falsch. Die Mehrheit der Tschetschenen hat die Unabhängigkeitserklärung unterstützt und tut dies noch.
    "Wenn er (72) aber anfängt die Radikalislamisten in Tschetschenien zu unterstützen..."
    Wieder daneben. Die wahhabitischen Radikalislamisten sind erst ab 1997, also nach dem ersten Tschetschenienkrieg ins Land eingesickert. Dudajew wollte zwar einen unabhängigen islamischen Staat errichten, aber beleibe kein pankaukasisches Kalifat, wie die Wahhabiten.
    Wo ist denn übrigens im Falle Tschetscheniens das von Russland ständig beschworene Selbstbestimmungrecht der Völker gewesen? Hier hat man statt dessen vehement auf die Georgien abgesprochene territoriale Integrität gepocht. Man ist in Moskau wohl diesbezüglich nur bei anderen Ländern so grosszügig wie im Falle Abchasiens und Südossetiens.
    "..., kann Russland wohl adäquat reagieren."
    Wie bisher auch, also mit Flächenbombardement auf die Zivilisten in den Städten, Erschiessungskommandos und all den übrigen Gräuel? Wobei ich die tschetschenischen Terroranschläge auf unschuldige russische Zivilisten übrigens genau so wenig akzeptiere, wie die russischen Gemetzel.

    • wll
    • 28.08.2008 um 12:08 Uhr

    "Das ist so wie wenn Medvedev morgen Korsika als unabhängig erklärt. Das will die Mehrheit dort auch nicht."
    Da liegen Sie völlig falsch. Die Mehrheit der Tschetschenen hat die Unabhängigkeitserklärung unterstützt und tut dies noch.
    "Wenn er (72) aber anfängt die Radikalislamisten in Tschetschenien zu unterstützen..."
    Wieder daneben. Die wahhabitischen Radikalislamisten sind erst ab 1997, also nach dem ersten Tschetschenienkrieg ins Land eingesickert. Dudajew wollte zwar einen unabhängigen islamischen Staat errichten, aber beleibe kein pankaukasisches Kalifat, wie die Wahhabiten.
    Wo ist denn übrigens im Falle Tschetscheniens das von Russland ständig beschworene Selbstbestimmungrecht der Völker gewesen? Hier hat man statt dessen vehement auf die Georgien abgesprochene territoriale Integrität gepocht. Man ist in Moskau wohl diesbezüglich nur bei anderen Ländern so grosszügig wie im Falle Abchasiens und Südossetiens.
    "..., kann Russland wohl adäquat reagieren."
    Wie bisher auch, also mit Flächenbombardement auf die Zivilisten in den Städten, Erschiessungskommandos und all den übrigen Gräuel? Wobei ich die tschetschenischen Terroranschläge auf unschuldige russische Zivilisten übrigens genau so wenig akzeptiere, wie die russischen Gemetzel.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service