Weltbank-Studie1,4 Milliarden Menschen sind arm

Noch immer lebt ein Viertel der Menschheit in Armut, schätzt die Weltbank. Während in Asien der Wohlstand wächst, hungern die Menschen in weiten Teilen Afrikas weiter

Kinder in Indien spielen in einem Slum vor den Toren Mumbais. Trotz Fortschritten im Kampf gegen die Armut schätzt die Weltbank die Zahl der Armen auf 1,4 Milliarden weltweit

Kinder in Indien spielen in einem Slum vor den Toren Mumbais. Trotz Fortschritten im Kampf gegen die Armut schätzt die Weltbank die Zahl der Armen auf 1,4 Milliarden weltweit

Trotz Fortschritten im Kampf gegen die globale Armut schätzt die Weltbank die Zahl der Armen rund um den Erdball auf 1,4 Milliarden und damit ein Viertel der Weltbevölkerung. Allerdings sei durch neue Daten über die Preisentwicklung die Armutsgrenze angehoben worden, heißt es in einer am Dienstagabend veröffentlichten Studie der Entwicklungshilfeorganisation. Danach gilt als arm, wer im Durchschnitt von weniger als 1,25 Dollar am Tag (rund 85 Cent) leben muss. Bisher war es ein Dollar. "Die Entwicklungsländer sind ärmer, als wir bislang angenommen haben", heißt es in der Untersuchung.

Dennoch komme der Kampf gegen die weltweite Armut voran. Die Zahl der Menschen, die von weniger als 1,25 Dollar am Tag leben müssen, habe sich zwischen 1981 und 2005 um 500 Millionen verringert. Setze sich diese Entwicklung fort, kann eines der wichtigsten Millenniumsziele erreicht werden. Danach soll die Armutsrate des Jahres 1990 bis 2015 halbiert werden.

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Die Fortschritte seien weltweit jedoch sehr ungleich verteilt. Die größten Erfolge habe es in Asien gegeben. Dort hätten 1981 noch 80 Prozent der Bevölkerung mit weniger als 1,25 Dollar am Tag auskommen müssen. 2005 seien es nur noch 18 Prozent gewesen. Alleine in China hätten 600 Millionen Menschen den Sprung über die Armutsschwelle geschafft. Dagegen lebe in Afrika südlich der Sahara weiterhin etwa die Hälfte der Bevölkerung in extremer Armut.

Für die Untersuchungen werteten Experten der Weltbank 657 Studien aus 116 armen Staaten aus, in denen rund 96 Prozent der Bevölkerung aus Entwicklungsländern leben.

Gleichzeitig macht der Kampf gegen den Hunger in der Welt nach Einschätzung europäischer Entwicklungshilfe- Organisationen keine spürbaren Fortschritte. "850 Millionen Menschen wissen nicht, was sie am nächsten Tag essen sollen", sagte der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuß, in Brüssel. Europa müsse den Bauern in armen Ländern mehr helfen: "Die Lebensmittelkrise ist das Ergebnis einer langen Vernachlässigung der Landwirtschaft und der ländlichen Entwicklung", so Preuß.

Die sogenannte Alliance2015 von sechs unabhängigen Organisationen aus Deutschland, Dänemark, Irland, Italien, Tschechien und den Niederlanden legte am Mittwoch einen Bericht zum europäischen Beitrag zu den sogenannten Millenniumszielen der Entwicklungspolitik vor. Beim ersten Ziel, der Bekämpfung des Hungers, sei die Welt am wenigsten vorangekommen, sagte Preuß.

"Der Mangel an Verantwortlichkeit ist ein zentrales Problem", ergänzte Preuß. Sowohl in der EU als auch in den Empfängerländern sollten die Parlamente mehr Aufsichtsrechte bekommen. Außerdem müssten Organisationen der Zivilgesellschaft stärker in die Kontrolle der Mittelverwendung eingebunden werden, fordert der Bericht.
 

 
Leserkommentare
    • RalphS
    • 28.08.2008 um 0:30 Uhr

    Wer kämpft hier welchen Kampf gegen die globale Armut ?.
    .2 Beispiele.1.So weit ich weiß, hat sich das bevölkerungsreichste Land der Welt selber am eigenen Schopf aus dem Sumpf der Armut gezogen, ohne westliche Hilfe.Nein nicht die Entwicklungshilfe der westlichen Welt hat China geholfen, das war nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Der Vortschritt beruht hauptsächlich auf Mao mit einem starken durch Chinesen regierten Staat und dann Deng Xiaoping mit der Einführung der Marktwirtschaft durch die "Vier Modernisierungen"..2.Genau so wenig hat das Märchen vom Marshallplan, also das Wiederaufbauprogramm der USA nach WW2 zum wirtschaftlichen Wiedererstarken ("Wirtschaftswunder") der deutschen Wirtschaft geführt, sondern eher die vorhandene nicht zerstörte industrielle Kapazität (1945 vermutlich noch leicht zu reaktivierender Stand von 1941), die Steinkohle-Zechen, die vorhandene Infrastruktur, die bestens ausgebildeten human resources, höchst effiziente Produktionstechniken, technischer Fortschritt und beste Qualitätsarbeit. Ausserdem, ein nicht für möglich gehaltenes deutsches "Wirtschaftswunder" mit einem Verschwinden einer vormals riesigen Arbeitslosigkeit gab es schon einmal in den 30er Jahren, aber damals ganz ohne Hilfe von Aussen. . Von außen zugeführtes Hilfs-Kapital wird für die Zündung einer am Boden liegenden Volkswirtschaft überbewertet.  

  1. ist üblicherweise das umverteilen vom Geld Armer Leute in Reichen Staaten an die Reichen in Armen Staaten. Das dürfte doch bekannt sein !

    • GBHPG
    • 28.08.2008 um 23:39 Uhr

    @RalphS"Vortschritt" wird nicht mit Vogel-F geschrieben sondern mit Fisch-F Fortschritt.Gerd, Chicago

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