Jugend Eine Generation, die keine sein will

Jens Jessen provoziert eine Jugend, die angeblich kein Profil hat: Sie sei angepasst, pessimistisch und ichzentriert. Stößt er auf Widerstand? Eine Protestsuche mit der Kamera

Klicken Sie auf das Bild, um das Video zu sehen.

Klicken Sie auf das Bild, um das Video zu sehen.

Jens Jessen will provozieren. Mit  "Jugend ohne Charakter", der aktuellen Titelgeschichte der ZEIT, hält der Leiter des Feuilletons der Generation unter 30 den Spiegel vor. Und hofft gleichzeitig auf Widerspruch. Sind die jungen Menschen von heute wirklich so angepasst, so desillusioniert, so entmutigt, dass sie nicht einmal bei einer direkten Ansprache den Mund aufmachen? Lassen die Studenten von heute Begriffe wie "Duckmäusertum" einfach über sich ergehen? 

ZEIT ONLINE war mit Jessens Thesen auf dem Hamburger Uni-Campus unterwegs, auf der Suche nach Protest. Nach Studenten, die sagen: "Schauen Sie, Herr Jessen, ich bin Teil dieser jungen Generation und ich will etwas bewegen." Das allerdings fand sich kaum.

Anzeige

Die meisten Antworten begannen mit dem Satz "Irgendwie hat er schon Recht." Lautstarkes Eintreten für die eigene Generation? Fehlanzeige. Gründe für ihre Skepsis kannten die Studenten viele: Sie haben Angst, alleine nichts bewegen zu können, sind gefangen im Gefühl, die Welt sei zu komplex. Und sie vertrauen Gleichaltrigen nicht. Keiner beschrieb sich selbst als angepasst oder karrieregeil, aber viele andere, die seien das schon. Für diese anderen sprechen, das wollte niemand.

Zu dieser individualisierten Generation scheint ein verallgemeinernder Begriff wie "die Jugend" noch schlechter zu passen als schon zu älteren Jahrgängen. Nur wenige wurden wütend über den Versuch, solch ein Bild von ihnen und Gleichaltrigen zu zeichnen. Aber diejenigen, die widersprachen, hatten gute Argumente, wie im Video zu sehen ist.

Diskutieren Sie die Thesen mit der Community von ZEIT ONLINE.

 
Leser-Kommentare
    • Rellem
    • 29.08.2008 um 8:54 Uhr

    Hi @ll
    Nachdem Herr Jessen schon einmal (Überfall in der U-Bahn, wo er aus dem Opfer einen Täter machte) mit seiner intellektuellen Leistung komplett daneben lag, warum sollte es diesmal anders sein?
    Provozieren kann man nur wenn man vom Thema Ahnung hat, Herr Jessen hat von der heutigen Jugend garantiert keine.
    Btw.
    Die heutige Jugend hat wesentlich mehr Profil als sich das ein Herr Jessen auch nur ansatzweise vorstellen kann, er versteht sie einfach nicht.
    Gruss
    Rene

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Kommentare 1
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte Hochschule | Recht | Generation | Student
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service