Albert Mangelsdorff Der größte Frankfurter nach Goethe
Vom Swing-Kid zum Blech-Pionier: Der Posaunist Albert Mangelsdorff zerrte den deutschen Jazz aus dem Nachkriegsmief in die frische Luft der 68er. Jetzt wäre er 80 geworden. Eine Erinnerung
Die jazzkundigen Frankfurter hätten sie fast gelyncht, ihre Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), als sie vor zehn Jahren Albert Mangelsdorff zum 70. Geburtstag gratulierte und sein schönes Saxofonspiel lobte. Saxofon? Frau Roth muss an Alberts drei Jahre älteren Bruder Emil gedacht haben. Der berühmtere Albert spielte Posaune! Er würde jetzt 80 Jahre alt, wäre er nicht 2005 an Leukämie gestorben.
Albert Mangelsdorff wurde am 5. September 1928 in Frankfurt am Main geboren; der Vater war ein sozialdemokratischer Buchbinder aus dem Stadtteil Praunheim, die Erziehung wenig respektvoll gegenüber denen, die 1933 die Macht übernahmen. Ein zackiges "drei Liter", erzählt Emil, hätten die Buben dem parteitreuen Milchhändler zugerufen, um das "Heil Hitler" zu vermeiden. Vor Tanzlokalen wie der Rokoko-Diele stellten die Swing-Kids vom Frankfurter Hot Club Posten auf. Wenn Gestapo oder HJ nahten, schaltete die Band vom Tiger Rag auf Löwenjagd im Taunus, vom St. Louis Blues auf die Sankt-Ludwigs-Serenade um. Emil spielte schon in den Bands, saß in Gestapo-Haft, wurde geprügelt und in die Wehrmacht eingezogen. Seinen kleinen Bruder nahm er zu Konzerten mit, aber Albert hatte Glück: Für Schikane und Kriegsdienst war er zu jung.
Albert Mangelsdorff betrat die Musikwelt mit einer Kombination aus handwerklicher Strebsamkeit und Jazzleidenschaft: Er büffelte bei einem Onkel Violine, Harmonielehre, Musiktheorie und brachte sich das Gitarrespielen bei. Seine Karriere begann er als Rhythmusgitarrist in den Clubs der schwarzen Einheiten der US-Army, den Brutstätten des bundesdeutschen Jazz. Der Kontakt mit wenig privilegierten Soldaten dämpfte die Amerika-Begeisterung der Swing-Jugend.
Albert nahm von 1947 an Unterricht beim Soloposaunisten der Frankfurter Oper, Fritz Stähr, und stieg Anfang der fünfziger Jahre ganz auf die Posaune um. Von 1955 an durchlitt er zwei Jahre lang ein Engagement im Orchester des Hessischen Rundfunks, weil der Schwiegervater in spe eine feste Anstellung zur Bedingung für die Hochzeit machte. Mangelsdorff ertrug den Dienst nach Vorschrift nicht; die Ehe brach. Der Musiker spielte sich frei, konzertierte in Polen und beim Newport Jazz Festival, nahm Inspiration mit nach Hause in sein enges Nachkriegsdeutschland, in den Jazzkeller in der Frankfurter Innenstadt, seinen Proberaum. Diszipliniert übte er täglich mehrere Stunden im kalten Rauch der dunklen Höhle unter der Kleinen Bockenheimer Straße.
Und dann kamen die sechziger Jahre: "Wir haben auf totales Risiko gespielt", fasste Mangelsdorff jene Zeit später zusammen, in der „sowieso alles im Umbruch war“. Das 1961 formierte Albert Mangelsdorff Quintett, mit Heinz Sauer am Tenorsax, wurde zum Wegbereiter der Emanzipation des europäischen Jazz. Auf Asientournee sammelten die Musiker außereuropäische Einflüsse, sie experimentierten mit modalen Improvisationen und begaben sich auf den Weg vom Bop und Cool zum Free. Mit Rundfunkorchestern swingte Mangelsdorff noch im Mainstream, als sein Spiel schon immer freier wurde und er mit Rebellen wie dem Globe Unity Orchestra und Peter Brötzmann arbeitete. 1963 erschien das Album Tension, das Mangelsdorff später als Zäsur bezeichnete: "Für mich war es der Beginn dessen, von dem ich sagen könnte: Ab hier gilt’s."
- Datum 05.09.2008 - 09:26 Uhr
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schöner artikel, und hut ab vor Albert Mangelsdorff
aber wenn ich schon die Überschrift dieses Artikels lese, wird mir schlecht. .........aus dem Nachkriegsmief in die frische Luft der 68er.Was bezweckt Ihr linken Journalisten eigentlich mit der ständigen Verherrlichung der 68er? Erkennt Ihr nicht mal allmählich dass uns diese Chaoten nichts als Mist gebracht haben und immer noch bringen?Mann mann, wacht ENDLICH mal auf !!! Man kann es allmählich nicht mehr ertragen!
oder auch ... "wenn ich schon soviel Kai Dieckmann-Gefolgschaft im ZEIT-ONLINE-FORUM entdecke ..."
Hi Rakete7 ... Du wärst sicher sehr, sehr glücklich die Zeit vor 1968 erlebt zu haben - da herrschten noch Zucht und Ordnung unter deutschen Dächern, zack, zack! Und dann ... "Verlotterung der Sitten, Abdrängung der Alt-Nazis aus ihren bequemen Posten, unerträgliches Aufbegehren der Frauen, Schwulen, Linken, Hippies, Gammler, Hasch-Raucher - furchtbar!" Wie sagten die damals Älteren doch ... "unter Adolf hätte es das nicht gegeben, da wären die alle zack, zack im KZ gelandet"
Woher hast Du Deine Informationen über die 1960er Jahre? Gelebt hast Du damals doch offenbar noch nicht.
Gruss
Knüppel (der Schwule hier im Forum)
oder auch ... "wenn ich schon soviel Kai Dieckmann-Gefolgschaft im ZEIT-ONLINE-FORUM entdecke ..."
Hi Rakete7 ... Du wärst sicher sehr, sehr glücklich die Zeit vor 1968 erlebt zu haben - da herrschten noch Zucht und Ordnung unter deutschen Dächern, zack, zack! Und dann ... "Verlotterung der Sitten, Abdrängung der Alt-Nazis aus ihren bequemen Posten, unerträgliches Aufbegehren der Frauen, Schwulen, Linken, Hippies, Gammler, Hasch-Raucher - furchtbar!" Wie sagten die damals Älteren doch ... "unter Adolf hätte es das nicht gegeben, da wären die alle zack, zack im KZ gelandet"
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Gruss
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Hi Rakete7 ... Du wärst sicher sehr, sehr glücklich die Zeit vor 1968 erlebt zu haben - da herrschten noch Zucht und Ordnung unter deutschen Dächern, zack, zack! Und dann ... "Verlotterung der Sitten, Abdrängung der Alt-Nazis aus ihren bequemen Posten, unerträgliches Aufbegehren der Frauen, Schwulen, Linken, Hippies, Gammler, Hasch-Raucher - furchtbar!" Wie sagten die damals Älteren doch ... "unter Adolf hätte es das nicht gegeben, da wären die alle zack, zack im KZ gelandet"
Woher hast Du Deine Informationen über die 1960er Jahre? Gelebt hast Du damals doch offenbar noch nicht.
Gruss
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hieß es: geh doch nach drüben!
ach, waren das herr-lich däm-liche zeiten!
Zu Deiner Info: Ich bin Bj.1962.Ausserdem: Ja, ich wäre in den 50er und 60er jahren gerne älter gewesen. - da herrschten noch Zucht und Ordnung unter deutschen Dächern, zack, zack.Gut so, davon fehlt uns heute ne Menge. Aber keine Angst, die (nötigen) Wachdienste vor Schulen und in Diskos erledigen das schon!Abdrängung der Alt-Nazis aus ihren bequemen Posten-na ja, dafür übernehmen langsam die Altkader aus der Zone (oder soll ich sagen, die roten Diktatoren?) das Ruder. Gut so, Wohlstand für alle ohne Arbeit. Ich bin dafür!..unerträgliches Aufbegehren der Frauen, Schwulen, Linken, Hippies, Gammler, Hasch-Raucher - furchtbar!"…Gleiches Recht für Frauen? Natürlich, aber erklär das mal unseren Kültürbereicherern.Die sehen das gaaaaaanz anders.Schwule sind mir egal, solange sie mich nicht belästigen.Hippies, Gammler, Kiffer? Von mir aus, aber nicht von meinem Geld.Nen bisschen Ordnung sollte schon sein, sonst landen wir zwangsläufig im Überwachungsstaat, auf dem besten Wege dahin sind wir schon.Deshalb fand ich die 50er und 60er Jahre besser. Punkt.
hieß es: geh doch nach drüben!
ach, waren das herr-lich däm-liche zeiten!
Zu Deiner Info: Ich bin Bj.1962.Ausserdem: Ja, ich wäre in den 50er und 60er jahren gerne älter gewesen. - da herrschten noch Zucht und Ordnung unter deutschen Dächern, zack, zack.Gut so, davon fehlt uns heute ne Menge. Aber keine Angst, die (nötigen) Wachdienste vor Schulen und in Diskos erledigen das schon!Abdrängung der Alt-Nazis aus ihren bequemen Posten-na ja, dafür übernehmen langsam die Altkader aus der Zone (oder soll ich sagen, die roten Diktatoren?) das Ruder. Gut so, Wohlstand für alle ohne Arbeit. Ich bin dafür!..unerträgliches Aufbegehren der Frauen, Schwulen, Linken, Hippies, Gammler, Hasch-Raucher - furchtbar!"…Gleiches Recht für Frauen? Natürlich, aber erklär das mal unseren Kültürbereicherern.Die sehen das gaaaaaanz anders.Schwule sind mir egal, solange sie mich nicht belästigen.Hippies, Gammler, Kiffer? Von mir aus, aber nicht von meinem Geld.Nen bisschen Ordnung sollte schon sein, sonst landen wir zwangsläufig im Überwachungsstaat, auf dem besten Wege dahin sind wir schon.Deshalb fand ich die 50er und 60er Jahre besser. Punkt.
hieß es: geh doch nach drüben!
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Zu Deiner Info: Ich bin Bj.1962.Ausserdem: Ja, ich wäre in den 50er und 60er jahren gerne älter gewesen. - da herrschten noch Zucht und Ordnung unter deutschen Dächern, zack, zack.Gut so, davon fehlt uns heute ne Menge. Aber keine Angst, die (nötigen) Wachdienste vor Schulen und in Diskos erledigen das schon!Abdrängung der Alt-Nazis aus ihren bequemen Posten-na ja, dafür übernehmen langsam die Altkader aus der Zone (oder soll ich sagen, die roten Diktatoren?) das Ruder. Gut so, Wohlstand für alle ohne Arbeit. Ich bin dafür!..unerträgliches Aufbegehren der Frauen, Schwulen, Linken, Hippies, Gammler, Hasch-Raucher - furchtbar!"…Gleiches Recht für Frauen? Natürlich, aber erklär das mal unseren Kültürbereicherern.Die sehen das gaaaaaanz anders.Schwule sind mir egal, solange sie mich nicht belästigen.Hippies, Gammler, Kiffer? Von mir aus, aber nicht von meinem Geld.Nen bisschen Ordnung sollte schon sein, sonst landen wir zwangsläufig im Überwachungsstaat, auf dem besten Wege dahin sind wir schon.Deshalb fand ich die 50er und 60er Jahre besser. Punkt.
und bleibt, von mir unkommentiert, als abschreckendes Beispiel stehen ...
und bleibt, von mir unkommentiert, als abschreckendes Beispiel stehen ...
http://www.youtube.com/wa...
Es lohnt einfach nicht...
und bleibt, von mir unkommentiert, als abschreckendes Beispiel stehen ...
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