Anlässlich der Hauptversammlung der krisengeschüttelten Bank in Düsseldorf äußerten Aktionäre scharfe Kritik: "Für die Hauptaktionärin KfW ist im Trauerspiel IKB jetzt der letzte Vorhang gefallen. Ob sie sich mit dem Käufer Lone Star aber einen Gefallen getan hat, bleibt dahingestellt", sagte Hans-Richard Schmitz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Entscheidend sei, ob Lone Star es schaffe, das angeschlagene Renommee der IKB wiederherzustellen, sagte Norbert Vowinckel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. "Wer jetzt noch Aktionär der IKB ist, der hat nicht nur Treue bewiesen, er erwartet vor allem eine Besserung der Lage."

Die IKB hatte sich in großem Stil mit US-Ramschhypotheken verzockt und musste mit gut zehn Milliarden Euro gestützt werden. Der weitaus größte Teil davon fällt auf den Steuerzahler zurück: Die IKB-Hauptaktionärin KfW gehört dem Bund und hat sich mit gut acht Milliarden Euro an der Rettung beteiligt. Vergangene Woche verkaufte die KfW die IKB für gut 100 Millionen Euro an Lone Star. Der geringe Preis stieß bei Politikern auf Kritik.

Bislang haben mehr als 100 Aktionäre Schadenersatzklagen gegen die IKB eingereicht, sagte Vorstandschef Günther Bräunig in Düsseldorf. Die Kläger argumentieren, dass sie vom alten Vorstand im vergangenen Jahr vorsätzlich falsch informiert worden seien. Das Unternehmen lässt derzeit in einer Sonderprüfung feststellen, ob Vorstand oder Aufsichtsrat ihre Sorgfaltspflichten erfüllt haben.

"Ich bin mal gespannt, wie sich die IKB und auch die Bundesregierung da rauslavieren, dass nicht der kleine Mann nachher die ganzen Dinge bezahlen muss mit seinen Steuern", sagte Kleinaktionär Fritz Meinecke. Ein Anteilseigner verlangte vom Vorstand und Aufsichtsrat eine Entschuldigung. "Sie haben uns Aktionäre in ganz großem Stil bemogelt. Es geht um ein paar Millionen Gelder von Aktionären, deren Altersvorsorge jetzt weg ist." Die IKB-Aktie verlor binnen zwölf Monaten rund 90 Prozent an Wert und notiert noch bei rund 2,50 Euro.

IKB-Chef Bräunig sieht die Bank derweil beim neuen Eigentümer Lone Star in guten Händen. "Der erfolgreiche Abschluss des Verkaufs gibt der IKB als Mittelstandsbank in Deutschland eine zweite Chance", sagte er. Lone Star werde die Bank mit zusätzlichem Eigenkapital stärken und das Mittelstandsgeschäft ausbauen.