Oliver Kahn "Golf wird irgendwann öde"
Der ehemalige Welttorhüter spricht vor seinem Abschiedsspiel über seine Zukunft: Ein durchgeplantes Leben will er nicht mehr führen, aber den besten Torwart Chinas finden. Ein Interview
Oliver Kahn, 39, beendete im Mai seine Karriere als Torwart. Heute wird er bei einem Spiel zwischen der Nationalelf und dem FC Bayern offiziell verabschiedet (20 Uhr, live im ZDF).
Frage:
Herr Kahn, Sie haben in Ihrer Karriere Ehrgeiz und Siegeswillen neu definiert. Gilt das auch für Ihr Abschiedsspiel?
Oliver Kahn:Soll ich jetzt sagen: Ich will das Spiel gewinnen? Ehrgeiz gibt es da keinen. Ich stelle mir eher eine andere Frage.
Frage: Welche?
Kahn: Was kannst du eigentlich noch bringen nach drei Monaten ohne torwartspezifisches Training? Ich gehe nicht in dieses Spiel, um sechs Unhaltbare zu halten. Für mich geht es darum, die 75 Minuten zu überleben.
Frage: Sind Sie fit?
Kahn: Da bin ich mir nicht so ganz sicher. Ich habe noch eine leichte Einheit mit Sepp Maier absolviert, davor habe ich seit Mai nicht mehr trainiert. Natürlich habe ich Sport getrieben, viele Waldläufe, ein bisschen im Kraftraum, sehr viel Golf – aber das ist vielleicht nicht die optimale Vorbereitung.
Frage: Haben Sie Angst vor dem Moment, an dem es endgültig vorbei ist?
Kahn: Für mich ist ja längst alles vorbei. Der Moment, in dem meine Karriere zu Ende gegangen ist, war vor drei Monaten, im letzten Saisonspiel gegen Hertha. Ich neige nicht zu Wehmut. Trotzdem kann es sein, dass es für mich noch einmal sehr emotional wird, wenn ich nach 75 Minuten vom Feld gehe. Aber woher soll ich jetzt wissen, was dann in mir vorgehen wird?
Frage: Hatten Sie Schwierigkeiten, sich in Ihrem neuen Leben zurechtzufinden?
- Datum 21.10.2008 - 12:35 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren