Literatur Mit Krieg lässt sich Geld machenSeite 3/3

ZEIT ONLINE: Tun Sie’s!

Popović: Er würde sagen, Ivan Kalda ist ein Suchender in einer Welt, in der es nichts zu finden gibt.

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ZEIT ONLINE: Das klingt sehr pessimistisch. Fast nach Beckett und Camus. Er lebt ohne Sinn und akzeptiert es. Oder?

Popović: Hier würde ich teilweise zustimmen. Ivan möchte leben, er liebt das Leben. Dieser Franzose würde sagen, er liebe das Leben so sehr, eher würde er sterben, statt es zu verschwenden. Er ist wie ein antiker Weiser und fühlt, dass Dinge nicht gut oder schlecht sind, sondern Zeichen von demjenigen, der in verschiedenen Kulturen verschiedene Namen trägt.

ZEIT ONLINE: Gott?

Popović: Ja, manche nennen ihn so. Aber ich mag diejenigen lieber, die ihn Tao nennen. Oder ihm überhaupt keinen Namen geben.

ZEIT ONLINE: Sie schreiben: "Wenn unsere Helden schon so kaputt sind, wie steht es dann erst mit uns, die wir sie bewunderten?" Hat man in Kroatien keine Vorbilder mehr?

Popović: Doch natürlich. Besonders, wenn korrupte Politiker, Diebe, Kriegsgewinnler und Kriminelle dazu taugen.

Die Fragen stellte David Hugendick.

 
Leser-Kommentare
    • helgam
    • 30.08.2008 um 20:46 Uhr

    Natürlich-in Amerika ist alles gut, was ein Geschäft macht- Geld in Bewegung bringt. Das habe ich bei der Heinrich -Boell-Gesellschaft von einer Amerikanerin gehört. Da ist Krebs -als Krankheit -gut, ein Geschäft-(das war mMtte der 90er Jahre in Weimar)
     Krieg ist gut für viele Geschäfte,  natürlich für Fabrikation  von verschiedensten Meldungen und Auslegungen in unsern Medien, für die Produktion von Prothesen, Waffen, sogenannten humanitären Leistungen und andere neuere Subsitute in die sogenannten (meist vom Westen provozierten Krisengebiete), im Inland für die Umwandlung der öffentlichen Güter in Privateigentum, für einen immensen  und subtilen Aufwand an Zerstörungsmechanismen (letztendlich in  justiziabler Form) in der Gesellschaft,
    für Überwachung und Unterwürfigkeit in Vollendung, für unreflektierte Anpassung der einzelnen, sich autonom gebenden........................Eine freie Gesellschaft sind wir noch nicht,dafür haben die Medien ihren Kriegsbeitrag geliefert und sind staatlich honoriert worden weil es eine Form des geldmachens geworden ist.
    Danke an die Zeit für diesen Beitrag
     

  1. Hallo Herr Popovic,
    jeder weiß es, das Krieg=Geld ist. Das Krieg unheimliches Leid bedeutet. Die Mächtigen der Welt führen ja genau deshalb Kriege, weil sie dadurch noch reicher werden.
    Schön wäre es, wenn Sie die Einnahmen, die Sie durch Ihr Buch erzielen in Hilfsorganisationen einbrächten. Ansonsten machen Sie auch Geld mit dem Krieg.
    Ich wünsche alles Gute und viel Erfolg.
    talkletts 

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