Am Freitag wurde an dieser Stelle gemutmaßt ( "John McFox und Sarah Barracuda") , dass die überraschende Entscheidung des Republikaners John McCain für Sarah Palin als Vizepräsidentin den "convention bounce" - den Umfrage-Bonus nach dem Parteitag - des Barack Obama begrenzen würde. Die ersten Meinungsumfragen scheinen diese Voraussage zu bestätigen.

Die allerjüngste Untersuchung, am Sonntag von Rasmussen Reports ("Daily Presidential Tracking Poll") veröffentlicht, gibt Obama nur einen Vorsprung von drei Punkten vor McCain. Es steht 47 zu 44 Prozent für Obama; das ist der gleiche Vorsprung wie vor dem Demokraten-Parteitag in Denver. In der historischen Perspektive wäre diese erste Momentaufnahme allerdings ein dramatisches Schwächezeichen für Obama. Seit 1964 gilt (im Durchschnitt): Demokraten bekommen einen Auftrieb von elf Prozent, Republikaner einen von neun Prozent.

Obama hätte nach dieser Zählung einen Null-Prozent Bounce. Unterboten wurde das nur von dem Demokraten John Kerry, der nach dem Konvent von 2004 im Rennen gegen George W. Bush ein Minus von vier Punkten verzeichnete. Eine kurzfristige Erklärung für den Nicht-Auftrieb könnte die Person der Sarah Palin, McCains Vizekanidatin liefern.

In den zwei Tagen seit der Ernennung haben 64 Prozent der Wähler, die sich mit keiner Partei identifizieren, eine "positive Meinung" von McCain zu Protokoll gegeben. Das sind zehn Punkte mehr als vor der Palin-Entscheidung. Die Frau aus dem höchsten Norden, Gouverneurin und frühere "Miss Alaska" hat in der kurzen Zeit ebenfalls einen guten Eindruck gemacht. 54 Prozent der Wähler finden sie gut; ihren Demokratischen Konkurrenten Joe Biden betrachten die Amerikaner nicht ganz so wohlwollend (48 Prozent).