Für dieses Verfahren hatte sich seine ehemalige Konkurrentin Hillary Clinton während der Abstimmung ausgesprochen, um damit die langwierige Wahlprozedur abzukürzen. Der Parteitag solle "mit einer Stimme sprechen", forderte Clinton unter dem Jubel der über 5000 Delegierten. US-Medien sprachen angesichts Obamas Kandidatur von einem "historischen Augenblick" für die Vereinigten Staaten.

Kurz darauf stellte sich auch Ex-Präsident Bill Clinton, der laut US-Medien ein gespanntes Verhältnis zu Obama hat, voll hinter den frisch gekürten Kandidaten. "Barack Obama ist bereit, Präsident der Vereinigten Staaten zu sein", rief Clinton den Delegierten zu. "Barack Obama ist in der Lage, Amerika zu führen und die Führung der USA in der Welt wiederherzustellen." Er sei auch zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte befähigt.

Wie bereits seine Ehefrau Hillary, die bei den Vorwahlen gegen Obama knapp verloren hatte, sagte auch Bill Clinton Obama volle Unterstützung im Rennen um das Weiße Haus zu. Dagegen hatten US-Medien in den vergangenen Wochen berichtet, das Ehepaar Clinton habe Zweifel, ob Obama die Wahlen im November gegen den Republikaner John McCain gewinnen kann. Zugleich machte der Ex-Präsident vor dem Parteitag keinen Hehl daraus, dass er lieber seine Frau als Präsidentschaftskandidatin gesehen hätte. "Am Ende hat meine Kandidatin nicht gewonnen."

Obama, der erst kurz vor der Abstimmung in Denver eingetroffen war, äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu seiner Wahl. Er erschien am Abend lediglich kurz vor den Delegierten. Der 47-Jährige wird zum Abschluss des viertägigen Parteitages am Donnerstag in einer mit Spannung erwarteten Rede unter freiem Himmel seine Nominierung offiziell annehmen. Zu der Veranstaltung im Footballstadion der Stadt werden rund 76 000 Menschen erwartet.

Obamas Gegner am 4. November wird der Republikaner John McCain sein, der kommende Woche ebenfalls von einem Parteitag offiziell zum Kandidaten nominiert werden wird. Beide Kandidaten liegen demnach derzeit gleichauf. Jüngste Umfragen hatten Anfang der Woche ergeben, dass der einstige Vorsprung Obamas vor seinem Rivalen McCain zusammengeschmolzen ist.