"Amerika, wir sind besser als diese letzten acht Jahre ... Wir lieben dieses Land zu sehr, als dass die kommenden vier Jahre aussehen wie die vergangenen acht", rief Obama in seiner mit Spannung erwarteten Rede zur Annahme der Kandidatur vor mehr als 80.000 Menschen im Footballstadion von Denver. Es sei keine Zeit "für kleine Pläne". Amerika müsse endlich den Menschen ohne Arbeit und in wirtschaftlicher Not, den alleingelassenen Veteranen des Kriegs oder den Familien und Kindern ohne Krankenversicherung beistehen.

"Heute sage ich den Amerikanern ... genug!", sagte Obama. Die USA brauchten den Wandel. Das Land befinde sich in einem "entscheidenden Moment unserer Geschichte". Wirtschaftskrise und die Belastungen des Kriegs im Irak setzten dem Land zu und seien zum großen Teil Resultat der "gescheiterten Politik von George W. Bush. "Am 4. November müssen wir aufstehen und sagen: Acht ist genug".

Der 47-jährige Senator war am Donnerstag vom Parteitag der Demokraten als erster Schwarzer in der Geschichte der USA per Akklamation offiziell zum Kandidaten für die Präsidentenwahl im November nominiert worden. "Mit tiefer Dankbarkeit und großer Demut akzeptiere ich die Nominierung für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten", waren die ersten Worte in seiner 46-minütigen Grundsatzrede Obamas zum Ende des Parteitags.

Obama kritisierte scharf seinen republikanischen Konkurrenten John McCain. Er nannte ihn einen Mitläufer von Bush, der in der Vergangenheit zu 90 Prozent mit dem republikanischen Präsidenten gestimmt habe. McCain stehe auch "allein in seiner halsstarrigen Weigerung, einen fehlgeleiteten Krieg zu beenden." Er glaube nicht, so Obama, dass McCain sich nicht um Amerika kümmere. Aber er verstehe einfach die Probleme des Landes nicht.

Seit zwei Jahrzehnten unterstütze McCain die "alte, diskreditierte Philosophie der Republikaner", nämlich den Reichen immer mehr zu geben, in der Hoffnung, alle anderen würden ebenfalls vom Wachstum profitieren. Diese Politik aber sei gescheitert. "Es ist Zeit, Amerika zu verändern!" – und das Versprechen Amerikas, den Amerikanischen Traum wiederzubeleben, der jedem faire Chancen eröffne.

Obama kündigte an, 95 Prozent der amerikanischen Familien steuerlich entlasten zu wollen. Zugleich sollen "Steuerschlupflöcher" gestopft und Steuervergünstigungen für Konzerne und die Reichen gestrichen werden.